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Balingen "Maria 2.0": Protestaktion wird in Balingen weitergeführt

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Mit einer weißen Schleife machen die Frauen der Seelsorgeeinheit auf ihr Anliegen aufmerksam. Archiv-Foto: Stotz Foto: Schwarzwälder Bote

Balingen. Der Kirchenstreik "Maria 2.0" wird in der Seelsorgeeinheit Balingen weitergeführt. Nachdem Frauen aus Münster unter dem Motto "Maria 2.0" vom 11. bis 18. Mai zum Kirchenstreik aufgerufen, um für die Aufarbeitung des Missbrauchsskandals und die Ämteröffnung für Frauen in der katholischen Kirche einzutreten, hatten in der Diözese Rottenburg-Stuttgart mehr als 50 Aktionen stattgefunden, darunter auch in Balingen.

In der Seelsorgeeinheit wurde den Anliegen symbolisch mit einer großen weißen Schleife um die Kirche St. Paulus Ausdruck verliehen. Außerdem trafen sich Frauen und interessierte Männer zu einem Aktionstag und wanderten mit mehreren Impulsstationen zur Martinshütte.

Alle waren sich einig, dass diese Aktion keine "Eintagsfliege" bleiben sollte, sondern sich ein längerfristiges Engagement entwickeln musste. Die Frauen hatten bei ihren Aktionen viel Zustimmung erfahren, was sie bestärkte, auch weiterhin für ihre Anliegen einzutreten. Es waren jedoch auch Ängste spürbar, wenn die Menschen mit dem Wunsch nach Veränderungen in der katholischen Kirche konfrontiert werden. Dennoch ist Aufgeben für die engagierten Frauen in Balingen keine Option und sie laden alle Menschen ein, das Gespräch darüber zu suchen.

Die Initiatorinnen der Aktion in Balingen wollen eine Zweiggruppe des KDFB (Katholischer Deutscher Frauenbund) gründen und künftig viermal im Jahr zu einer "Frauenkirche" einladen. Am Freitag, 19. Juli, um 19 Uhr wird die erste Frauenkirche unter dem Motto "(Keine) Zeit, eine Heilige zu sein – Katharina von Siena und Teresa von Avila – eine Ermutigung für heute" in der Frommerner Kirche St. Paulus stattfinden. Eingeladen sind alle interessierten Frauen und Männer. Mit meditativen Elementen und spirituellen Impulsen, mit biblischen Texten und Musik wollen die Frauen diesen Gottesdienst gestalten und anschließend zu Gespräch und Geselligkeit bei Sommerbowle und Knabbereien auf dem Kirchplatz einladen.

Im Bereich der Diözese Rottenbiurg-Stuttgart reichten die Aktionen von kreativen Gottesdiensten vor der Kirchentür über Flashmobs bis zu Infoständen auf Marktplätzen. Eine Resolution wurde erarbeitet und am Rande einer Dekanatskonferenz an Weihbischof Matthäus Karrer überreicht. Auch an prominenten Orten fanden Aktionen statt, so im Rottenburger Dom, in der Konkathedrale St. Eberhard in Stuttgart, beim BDKJ in Wernau und auf dem Platz vor dem Ulmer Münster.

"So viele Frauen und auch Männer zeigten durch ihre Aktionen, dass die katholische Kirche dringend die lange eingeforderten Reformen angehen muss, vor allem, was die gerechte Beteiligung der Frauen anbetrifft", sagt Karin Walter, Diözesanvorsitzende des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB). Das bisherige Machtgefüge, das Frauen per se von allen Ämtern ausschließe, müsse aufgebrochen werden, wenn die Kirche zukunftsfähig sein wolle. Die Frauen, die sich an der Aktion beteiligten, wollten nicht aus der Kirche austreten, sondern Veränderungen erreichen. Dennoch sei die Lage kritisch. Die Kirche stehe an einem Wendepunkt. Wer den Weckruf der Frauen nicht höre und die Chance zum Handeln verspiele, werde viele Frauen vollends verlieren.

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