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Balingen Jugendbeteiligung ist mustergültig

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Seit 1. November ist Jochen Brendle in Balingen. Als Leiter des Kinder- und Jugendbüros steht für ihn mit dem neuen Jugendhaus gleich ein echtes Großprojekt an. Mehr als 600 Jugendliche waren bei einem Beteiligungsworkshop dabei. Foto: Engelhardt Foto: Schwarzwälder Bote

Seit 1. November leitet Jochen Brendle das Kinder- und Jugendbüro der Stadt Balingen. Viel Zeit zum Ankommen hat der 45-jährige Sozial-Pädagoge nicht bekommen, denn mit dem neuen Jugendhaus steht bereits ein Großprojekt auf seiner Agenda. Aber nicht nur hier möchte der zweifache Vater Akzente setzen.

Balingen. Jochen Brendle steht an seinem Schreibtisch im Kinder- und Jugendbüro, seine Augen huschen über eine große Tafel. Hierauf sind die Ideen von Schülern zum Thema Jugendhaus visualisiert worden. "Das ist eine von mehreren Tafeln, die im Rahmen der Jugendbeteiligungsworkshops entstanden sind", erklärt er. Rund 600 Jugendliche haben sich an der Aktion beteiligt, alle weiterführenden Schulen in Balingen waren daran beteiligt. "Das war in meiner zweiten Arbeitswoche", erinnert sich Jochen Brendle noch ganz genau.

Zum 1. November 2017 hat der Sozial-Pädagoge in Balingen angefangen. Zuvor war der zweifache Vater neun Jahre lang in Calw tätig, als Leiter des Stadtjugendreferats: "Es war zwar ein kleineres Team, die Aufgaben waren aber ähnlich zu hier – in 80, 90 Prozent der Aufgabenfelder habe ich schon vorher gearbeitet und natürlich meine Erfahrungen sammeln können." In Balingen umfasse sein Team nun 15 Leute, seine Aufgaben seien noch einen Ticken vielschichtiger als bisher, meint Brendle, der in Empfingen mit seiner Familie wohnt und dort auch Trainer der C-Jugend in der Fußballabteilung ist.

Zum 30. November ist Erich Laub in den Ruhestand getreten. 37 Jahre lang war er Leiter des Kinder- und Jugendbüros. "Wir hatten einen ganzen Monat, in dem wir die Übergabe machen durften", sagt Brendle. Es sei aber nicht nur ein einfaches Übergeben von Unterlagen gewesen, so der 45-Jährige: "Wir haben uns über die Aufgabengebiete ausgetauscht und viel diskutiert, welche Stellschrauben es gibt und wie man bestimmte Herausforderungen angehen kann." Es sei ein interessanter und intensiver Gedankenaustausch gewesen: "Jeder hat natürlich seinen Organisationsstil, aber uns ging es vor allem um die Inhalte." Es habe auch einige witzige Überschneidungen ihrer bisherigen Arbeitsweise gegeben, meint Brendle: "Wir haben beispielsweise die gleiche Online-Software verwendet."

Ein äußerst wichtiger Teil des Übergangsmonats sei gewesen, alle Personen kennen zu lernen, mit denen er in Zukunft eng zusammenarbeiten wird. "Wir waren dabei natürlich nicht nur im Amt unterwegs, sondern haben auch den Kontakt zu den Schulsozialarbeitern und den Mitarbeitern vor Ort gesucht", erzählt Brendle. Sie seien die verschiedenen Orte angefahren, an denen Jugendarbeit geleistet werde, hätten vor Ort mit Mitarbeitern und Jugendlichen gesprochen.

Und dann sei da natürlich noch das Thema Jugendhaus. "Dass der Gemeinderat die Jugendlichen so stark in die Entscheidungsfindung einbezieht, kommt nicht nur bei den Jugendlichen sehr gut an, sondern wird auch von vielen Kollegen im Zollernalbkreis als mustergültig angesehen", weiß der 45-Jährige. Doch der Jugendbeteiligungsworkshop vom 13. bis 17. November sei erst der Auftakt zur Einbindung der Kinder und Jugendliche gewesen. Es wird ein Komitee geben, in dem neben Bürgermeister Reinhold Schäfer Vertreter des Kinder- und Jugendbüros und des Baudezernats der Stadt Balingen sowie fünf Vertreter der Fraktionen im Gemeinderat sowie fünf Jugendliche sein werden.

"Wir haben von Seiten der Jugendlichen ein großes Interesse an der Mitgestaltung, von den 600 Workshopteilnehmern, haben sich 280 angemeldet, um über WhatsApp weiter mitzureden. Außerdem interessieren sich zwölf Jugendliche stark für die sehr anspruchsvolle Arbeit im Komitee." Aufgrund des strengen Zeitplanes würden aber auch einige Stellvertreter bestimmt werden. "In zwei Wochen kommt dieses Komitee das erste Mal zusammen und wird sich dann regelmäßig bis zur Entscheidung treffen."

600 Schüler gestalten ihr neues Jugendhaus mit

Als Grundlage dienen die vielen Ideen, welche die 600 Schüler bereits eingebracht haben. "Den Jugendlichen ist es beispielsweise wichtig, dass das neue Jugendhaus einen großen Raum hat, den man für private Dinge wie Geburtstagsfeiern oder ähnliches mieten kann – auch außerhalb der üblichen Öffnungszeiten", sagt Brendle. Zudem gehe der Trend ganz klar zu multifunktionalen Räumen, die ganz unterschiedlich genutzt werden können. So könnten die verschiedenen Interessen der Jugendlichen besser unter einen Hut gebracht werden, und es gebe keine räumliche Ausgrenzung Einzelner: "Ebenso wichtig ist den Jugendlichen aber auch, dass sie Rückzugsräume haben, auch im Freien Entfaltungsmöglichkeiten finden und auch etwas chillen können."

Vornehmlich Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 13 und 20 Jahren nutzen die Angebote der offenen Jugendarbeit. "Für mein Verständnis setzt unsere Arbeit aber viel früher an und ist umfassender", meint Brendle. Er wolle für Kinder jeglichen Alters, Jugendliche und Familien ebenso Angebote haben wie für eine Mutter mit 35 Jahren oder ein benachteiligtes Kind im Grundschulalter. "Man sollte altersübergreifend denken und auch die Familien mit einbeziehen, eine bessere Vernetzung schaffen und Wissen weitergeben", so Brendle. "Ich finde es zudem spannend, die Wirkungen unserer drei großen Disziplinen – Schulsozialarbeit, offene und mobile Jugendarbeit – ganzheitlich zu sehen und durch eine enge Verzahnung noch effektiver zu machen."

Ihre Redaktion vor Ort Balingen

Steffen Maier

Fax: 07433 901829

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