Foto: Maier

Familienunternehmen feiert 150-jähriges Bestehen. Rund 2500 Mitarbeiter und geladene Gäste.

Feuerwerk, Tanz und gute Laune: Mit tausenden Mitarbeitern und geladenen Gästen hat das Balinger Unternehmen Bizerba am Samstag im Rahmen einer chilligen Sommerparty sein 150-jähriges Bestehen gefeiert.

Balingen. Vom späten Nachmittag an war auf dem Gelände rund um den Firmensitz einiges los. Die Besucher verköstigten sich an den zahlreichen Food-Trucks und genossen die warmen Sommertemperaturen – etwa in Strandkörben, auf großen Liegekissen oder auch auch in der Piratenlounge. Dazwischen tanzten Fantasyfiguren, man konnte sich von einem Nostalgie-Fotografen ablichten lassen und beim "Hau den Lukas" seine Kraft testen. Mit Einbruch der Dunkelheit bewegte sich eine leuchtende sogenannte Dundu-Puppe, begleitet von Trommlern, über das Gelände und startete den Höhepunkt des Abends: Zunächst war auf mehreren Großbildschirmen ein Jubiläumsfilm zu sehen, anschließend erleuchtete ein Feuerwerk minutenlang den Balinger Nachthimmel.

Vorstandschef Andreas Kraut sagte, er sei stolz auf die lange Geschichte von Bizerba und dankbar dafür, dass er das Unternehmen nun in fünfter Generation leiten dürfe. 1866 hatte Andreas Bizer den Grundstein gelegt, seitdem befindet sich Bizerba in Familienhand – seit Beginn dieses Jahres halten die Krauts wieder alle Anteile. Im Jubiläumsjahr stehe das Unternehmen sehr stark da, so Kraut – das sei in erster Linie das Verdienst aller Mitarbeiter.

Familienzusammenhalt als Erfolgsfaktor

Der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann zeigte sich beeindruckt von der Geschichte und der Entwicklung des Unternehmens. Bizerba sei, so Kretschmann, das Paradebeispiel eines Unternehmens, das mit dazu beitrage, Baden-Württemberg stark zu machen. Dass es im Land so viele erfolgreiche Familienunternehmen gibt, führte der Ministerpräsident auf den Tüftlergeist und die Schaffer-Mentalität zurück. In den USA gebe es ein Silicon Valley, so Kretschmann, in Baden-Württemberg finde man indes "tausende Valleys" – in fast jeder Kleinstadt gebe es Unternehmen von Weltrang.

Als den entscheidenden Faktor für den Erfolg von Bizerba nannte der Aufsichtsratsvorsitzende Michael Ungethüm neben der Innovationsfähigkeit den Familienzusammenhalt. Das habe sich im Falle Bizerbas insbesondere nach dem überraschenden Tod des damaligen Vorstandschefs Günter Kraut im Jahr 1995 gezeigt. Dessen Frau Frigga Kraut habe die Zügel ergriffen und so das Unternehmen, in der Folge gemeinsam mit den Kindern Andreas und Angela Kraut sowie Nicole Hoffmeister-Kraut, durch schwierige Zeiten und zu neuer Stärke geführt.

Wie wichtig Bizerba für Balingen war und ist. betonte Oberbürgermeister Helmut Reitemann: Das Unternehmen und dessen Chefs hätten großen Anteil an wesentlichen Entwicklungen – etwa der Elektrifizierung –, zudem sei es der größte Arbeitgeber. Als Geschenk zum Jubiläum überreichte Reitemann ein Bild des Zollernschlosses – dieses sei, wie Bizerba, fest mit Balingen verwurzelt und einfach nicht wegzudenken.

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