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Balingen "Jeder Mensch soll seine Chance bekommen"

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Wählen dürfen sie noch nicht, aber ein Foto ist drin: Jaqueline, 14, und Chelsea, 11, lassen sich vor einem Open-Air-Kinofilm in Gammertingen mit Thomas Bareiß ablichten. Foto: Eyrich Foto: Schwarzwälder-Bote

Seit Angela Merkel Bundeskanzlerin ist, gehört Thomas Bareiß dem Deutschen Bundestag an. Bei der Wahl am 24. September bewirbt sich der gebürtige Meßstetter erneut um das Direktmandat für die CDU im Wahlkreis Zollernalb/Sigmaringen.

Zollernalbkreis. "Wenn ich mir meinen Terminkalender anschaue, kommt es mir nicht vor, als ob ich mich rar machte", sagt Thomas Bareiß gelassen auf die Vorwürfe, er schicke zu Diskussionen lieber Vertreter, statt selbst zu kommen. "Ich bin nicht nur im Wahlkampf da, sondern die ganzen vier Jahre, und wer mit mir reden will, bekommt jederzeit einen Termin."

Tatsächlich ist der Bundestagsabgeordnete und CDU-Direktkandidat seit Anfang Juli bei bis zu vier Terminen täglich durch seinen riesigen Wahlkreis unterwegs, den er für Nichts auf der Welt eintauschen möchte: "Es ärgert mich, dass manche unsere Region schlecht reden", sagt Bareiß. "Wir Schwaben loben uns nicht gerne selbst, aber die guten Seiten sollten wir doch öfters thematisieren."

Als da wären? "Wohnqualität, hervorragende Kindergärten und Schulen, die Hochschule, die starke Wirtschaft und ein tolles Angebot an Kultur und Vereinsleben", sagt der Wahl-Balinger und fügt hinzu: "Heute morgen habe ich meine Frau zum Flughafen gebracht; wir waren in 45 Minuten dort. Von Ludwigsburg oder Backnang klappt das ist der Rush-Hour nicht."

Mehr als 270 Millionen Euro an Fördergeldern seien in den vergangenen vier Jahren in seinen Wahlkreis geflossen: knapp 200 000 Euro pro Tag. Außerdem seien alle drei großen Verkehrsprojekte – der Ausbau der Bundesstraße 27 zwischen Balingen und Rottweil, die Ortsumfahrung Lautlingen und die Nordtrasse im Kreis Sigmaringen – nun im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans. Dennoch ist er längst nicht zufrieden: An Bundesfördermitteln für Breitband-Ausbau hätte es mehr sein dürfen, und die Infrastruktur will er weiter voranbringen: damit die Wirtschaft profitiere und bessere Anbindung junge Familien, Ärzte und Fachkräfte überzeuge, in die Region zu kommen.

Der Ausbau des Bundeswehr-Standorts Stetten am kalten Markt sei bereits gelungen, die Weiterentwicklung der Zollernalb-Kaserne zum interkommunalen Industriegebiet stehe noch an. Und Lautlingen? Der zweite Vorschlag der Bürgerinitiative "Für Lautlingen – gemeinsam für die beste Lösung" für eine Variante mit Tunnel wird gerade geprüft, und Bareiß, der in dieser Angelegenheit dicke Bretter in Berlin gebohrt hat, ist es wichtig, "eine sinnvolle Lösung für die Betroffenen zu finden", ohne dass "Zeit und Kosten aus dem Ruder laufen", wie er betont: "Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollten wir zu einer Entscheidung kommen", eine Tunnel-Variante müsse "machbar, finanziell überschaubar und zeitlich im Rahmen" sein. Wie steht Bareiß zur Reaktivierung der Talgangbahn? "Der Wirtschaftlichkeitsfaktor ist sehr hoch, und deshalb sollten wir nichts unversucht lassen, das Projekt umzusetzen."

Ein Thema, das eigentlich Länder-Sache ist, treibt Thomas Bareiß ebenfalls um: In immer mehr Betrieben höre er, dass das Bildungsniveau der angehenden Auszubildenden sinke: "Bildung ist Ländersache und sollte es auch bleiben", meint er, "aber die Bildungspolitik der CDU in Baden-Württemberg war immer eine der erfolgreichsten." Das von Grün-Rot eingeführte Modell der Gemeinschaftsschule gelte es daher "so auszugestalten, dass Kinder nicht die Nachteile davon haben".

Auch die Außenpolitik ist nicht zuvorderst die Baustelle des Energiebeauftragten der Unions-Bundestagsfraktion, doch Thomas Bareiß kennt die Türkei von einem Praktikum bei einem Textilunternehmen in Izmir, hat Freunde dort und hofft, dass sich die Türken in Deutschland nicht beeindrucken lassen von den Äußerungen Präsident Erdogans. "Mich interessiert nicht, woher jemand kommt, sondern wo er steht – Ziel muss sein, dass Integration so gelingt, dass Türken mit deutschem Pass nicht Erdogan als ihren Präsidenten sehen, sondern Frank-Walter Steinmeier."

Auf die Meßstetter ist er richtig stolz

Auf die Menschen in seiner Heimatstadt, die während des Betriebs der Landeserstaufnahmestelle für Flüchtlinge "Enormes" geleistet hätten, ist Bareiß richtig stolz: "Ob so etwas in dieser Größenordnung in Stuttgart oder Tübingen überhaupt machbar gewesen wäre?" fragt er rhetorisch. Nun will er daran mitarbeiten, jenen Perspektiven zu verschaffen, die bleiben dürfen. Wie ihm "Chancengerechtigkeit" überhaupt wichtig ist: "Damit jeder seine Chance bekommt, egal, welchen Hintergrund er hat, und jene, die nicht so leistungsfähig sind, mitgetragen werden." Die "ganz normale Familie", die ehrenamtlich Tätigen, müssten wieder stärker in den Mittelpunkt rücken. Dafür habe die CDU ein Baukindergeld von 1500 Euro pro Jahr für zehn Jahre geplant, und wenn es nach Bareiß geht, soll der Solidaritätszuschlag nicht erst ab 2020 abgebaut werden. In seiner Partei muss er diesbezüglich freilich noch ein paar Bretter bohren.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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