Elias Huber (am Ball) peilt mit seinem HBW den zwölften Sieg in Serie an. Foto: Eibner-Pressefoto/René Weiss

Gegen den TSV Bayer Dormagen möchte der HBW Balingen-Weilstetten seine Siegesserie in der 2. Handball-Bundesliga ausbauen.

Mit dem Heimspiel gegen den TSV Bayer Dormagen biegt der HBW Balingen-Weilstetten am Sonntag (17 Uhr, Mey Generalbau Arena) auf die Zielgerade der Saison ein. Für die Gallier stehen nach dem 30. Spieltag noch vier Partien auf dem Programm – im Kampf um die Aufstiegsplätze sind Ausrutscher nicht erlaubt.

 

„Gallier“ blicken aufelf Siege in Serie zurück

Der HBW geht als Tabellenzweiter mit 48:10 Punkten und einer beeindruckenden Serie in die Partie – seit elf Spielen hat das Team von Cheftrainer „Matti“ Flohr keinen Punkt abgegeben. Zuletzt setzten sich die Balinger beim TV Hüttenberg mit 34:29 durch. Dabei mussten die „Gallier“ auf Spielmacher Yonathan Dayan und Csaba Leimeter verzichten und hatten vor allem in der ersten Hälfte Mühe, ihren Rhythmus zu finden. Mit Routine, Geduld und zunehmender Kontrolle drehte der HBW die Partie jedoch in die gewünschte Richtung und feierte am Ende einen verdienten Auswärtserfolg.

Gegen Dormagen soll nun Sieg Nummer zwölf in Folge her. Die Aufgabe hat es allerdings in sich. Der TSV zählt zu jenen Mannschaften, die dem HBW in dieser Saison bereits Punkte abgenommen haben. Im Hinspiel hatten die Balinger in den Schlusssekunden selbst die Chance auf den Siegtreffer, doch Dormagen eroberte den Ball und traf mit der Schlusssirene zum 30:29.

Dormagens CoachBauer lobt den Gegner

Doch auch Dormagens Trainer Julian Bauer weiß, welch schwere Aufgabe auf sein Team wartet, bezeichnet Balingen als „aktuell schwersten Gegner“, den man vor der Brust haben könne. Besonders hebt er die Durchschlagskraft im Angriff, die Breite des Kaders sowie die physische und kompakte Abwehr der Gallier hervor. Hinzu komme die Atmosphäre in der Balinger Halle, „in der immer Energie herrscht“. Dennoch reist der TSV nicht ohne Hoffnung an: Der Sieg (30:29) in der Vorrunde hat gezeigt, dass Dormagen den Aufstiegsaspiranten ärgern kann.

Für zusätzliche Brisanz sorgt das Wiedersehen von HBW-Coach Flohr mit seinem Ex-Club. Von 2022 bis 2024 stand der 44-Jährige beim TSV an der Seitenlinie. Am Sonntag geht es für ihn nun mit den „Galliern“ um zwei wichtige Punkte im Aufstiegskampf.

Sportlich ruhen beim HBW viele Hoffnungen auf der großen Qualität im Kader. Rechtsaußen Sascha Pfattheicher ist mit 217 Treffern nicht nur bester Werfer der Balinger, sondern aktuell auch erfolgreichster Torschütze der gesamten 2. Liga. Im Aufbau ist Yonatan Dayan mit 73 Assists eine zentrale Figur, am Kreis unterstreicht Tobias Heinzelmann mit 102 Toren seine Bedeutung.

HBW feiert 20 Jahre„Handball-Wunder“

Das Spiel steht zudem im Zeichen eines besonderen Jubiläums. Vor 20 Jahren gelang dem HBW Balingen-Weilstetten unter Trainer Dr. Rolf Brack erstmals der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Dieses „Handball-Wunder“ wird am Sonntag in der Mey Generalbau Arena gebührend gefeiert. Zahlreiche Spieler der damaligen Aufstiegsmannschaft werden erwartet und im Rahmen der Partie geehrt.

Passender könnte der Gegner kaum sein: In der Saison 2005/06 war ausgerechnet Bayer Dormagen bis zum letzten Spieltag der große Konkurrent der Balinger im Kampf um Meisterschaft und Aufstieg. Der HBW löste damals mit einem 39:21-Kantersieg beim EHV Aue das Ticket ins Oberhaus, Dormagen scheiterte später in der Relegation.

Nun treffen sich beide Vereine erneut in einer entscheidenden Saisonphase. Für den HBW geht es um Revanche, um die Fortsetzung der Erfolgsserie und um wichtige Punkte auf dem Weg zurück in die Bundesliga. Die „Gallier“ sind Favorit – doch sie sind gewarnt.