Zollernalbklinik-Geschäftsführung nimmt Stellung zu tragischen Vorfällen in Mainzer Klinik.
Zollernalbkreis - Der Tod dreier Babys, die in der Mainzer Uniklinik mit verseuchter Infusion behandelt worden waren, hat auch am Zollernalbklinikum große Betroffenheit ausgelöst.
In einer gemeinsamen Presseerklärung machen Landrat Günther-Martin Pauli und Klinik-Geschäftsführer Josef Weiss allerdings deutlich, dass es sich bei der fatalen Infusion der Mainzer Uniklinik um Ernährungslösungen gehandelt habe, "die aus verschiedenen Komponenten, die von externen Herstellern bezogen worden waren, in der Klinik-Apotheke patientenindividuell hergestellt wurde".
In der Zentralapotheke des Zollernalbklinikums würden keinerlei "parenterale" Nährlösungen hergestellt, bekräftigte Josef Weiss auch im Gespräch mit unserer Zeitung. Das Zollernalbklinikum habe gar keine pädiatrische Abteilung. "Wir haben lediglich die Geburtshilfe. Daher ist parenterale Enährung von Säuglingen bei uns kein Thema. Wenn Bedarf bestünde, würden die Babys verlegt – voraussichtlich in die Pädiatrie nach Tübingen, mit der wir zusammenarbeiten."
Nährlösungen für Säuglinge würden im Zollernalbklinikum nicht verwendet. Die Parenterale Ernährung von erwachsenen Patienten erfolge über einen von der Industrie "im geschlossenen sterilen System gelieferten" Zwei- oder Dreikammerbeutel. Der Inhalt der Kammern werde erst unmittelbar vor Anhängen der Infusion ohne Öffnen gemischt.
Infusionslösungen werden geprüft
Bei der Verabreichung im Stationsbereich würden die geltenden Hygienevorschriften beachtet, heißt es in der Pressemitteilung. Im Rahmen der Qualitätssicherung würden die Infusionslösungen zudem entsprechend der Apothekenbetriebsordnung geprüft, heißt es weiter.
Insgesamt hatten in Mainz elf Säuglinge die verunreinigte Infusion bekommen. Um zu klären, wie es zu der Verunreinigung gekommen ist, werden die verwendeten Schläuche und Präparate unter die Lupe genommen. Zahlreiche Krankenhäuser landauf und -ab hatten nach Bekanntgabe der Herstellerfirmen die betreffenden Produkte aus den Apotheken genommen. Auch das ist im Zollernalbklinikum kein Thema: "Wir arbeiten mit keinem der besagten Lieferanten zusammen", sagt Weiss.
In der erwähnten Presseerklärung wird zudem betont, dass sich am Zollernalbklinikum im Rahmen des Hygienemanagements der Krankenhaushygieniker, die Hygienefachkraft, mehrere hygienebeauftragte Ärzte sowie die Hygienekommission um die Einhaltung der Richtlinien kümmere. Bei regelmäßigen Krankenhausbegehungen, unter anderem mit dem Gesundheitsamt, werde kontrolliert und überwacht, dass die Hygienebestimmungen eingehalten werden.