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Balingen Im Zollernalbkreis ist künftig Lkw-Maut fällig

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Ein Lastwagen fährt auf der B 27 – im Zollernalbkreis wird ab 1. Juli auf dieser Straße Maut fällig.Foto: Maier Foto: Schwarzwälder-Bote

Von Gert Ungureanu, Julia Brenner und Bernd Visel

Zollernalbkreis. Das Aus für alle Mautflüchtlinge kommt – und eine bittere Pille für alle Spediteure im Kreis: Für Brummis ab zwölf Tonnen gilt ab 1. Juli auch auf der vierspurigen B 27 und einem kleinen Abschnitt der B 463 Mautpflicht.

Zwischen Balingen und Bodelshausen oder auf dem kleinen vierspurigen Abschnitt der B 463 bei Frommern zahlt man dann 17 Cent für jeden gefahrenen Kilometer. Und ab 1. Oktober gilt das auch für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen.

Die gesetzlichen Voraussetzungen haben Bundestag und Bundesrat geschaffen, die Umsetzung ist Sache des Bundesamts für Güterverkehr, Betreiber ist Toll Collect. Das Aufstellen der Hinweisschilder ist allerdings Aufgabe der Unteren Verkehrsbehörde, also des Landratsamts.

Aber dort ist man, wie Verkehrsamtsleiter Adrian Schiefer sagt, "mit Informationen etwas sparsam versorgt". Man wisse zwar, dass die Mautpflicht in wenigen Tagen komme. Aber was genau man zu tun habe, wisse man nicht. Vom Verkehrsministerium gebe es noch keine Anweisungen.

Was man weiß: Im Südwesten werden zehn Abschnitte von Bundesstraßen, die autobahnähnlich ausgebaut sind, mautpflichtig. Warum nicht alle? Technische Gründe werden dafür angegeben, dass nur an rund 1000 Kilometern Bundesstraße zur Kasse gebeten wird: Die "Obu" genannten Bordcomputer im Lastwagen-Cockpit – das Kürzel steht für "On board unit" – stellen die satellitengestützte Erfassung der gefahrenen Kilometer sicher. Aber sie sind nur auf die rund 12 800 Kilometer Autobahnen ausgelegt, mehr als 1000 Kilometer Bundesstraßen schaffen sie zusätzlich nicht. Die neuen Abschnitte werden per Update eingespielt.

Neue Mautbrücken, wie sie in den vergangenen zehn Jahren entlang der Autobahnen errichtet wurden, seien für die Ausweitung nicht nötig, heißt es im Verkehrsministerium. Deren Kameras gleichen die Daten von Lastwagen auf der Autobahn mit denen ab, die per Satellit gemeldet werden. Das solle sicherstellen, dass auch jeder Brummi seine Maut entrichtet. Entlang der Bundesstraßen sollen dagegen mobile Kontrollen zum Einsatz kommen. Sie ließen sich vorübergehend an jeder beliebigen Brücke installieren und erfüllten den gleichen Zweck, teilt das Ministerium weiter mit.

Die Netto-Einnahmen aus der Lkw-Maut liegen derzeit bei gut drei Milliarden Euro jährlich. Durch die neuen Abschnitte dürften rund 100 Millionen hinzukommen. Und für "Maut-Muffel" wird es teuer: Wer nicht bezahlt, eine falsche Achszahl oder Emissionsklasse angibt, muss mit einem Bußgeld zwischen 120 und 240 Euro rechnen.

"Die B 27 ist eine wichtige Achse für uns, die sowohl tags als auch nachts von uns stark genutzt wird", erklärt Christoph Ruck, Fuhrparkleiter im Hauptsitz der Barth Logistikgruppe in Burladingen. "Die Einführung der Maut trifft uns also schon."

Barth investiere seit Jahren in verbesserte Abgastechnik und Anhänger, die statt drei nur zwei Achsen hätten, um die Mautgebühren möglichst gering zu halten. "Aber es ist klar, dass die Kosten sich am Ende immer auf den Endverbraucher auswirken", so Ruck. Schleichwege werden die Spediteure trotzdem keine nutzen. "Das rechnet sich nicht, auf Nebenstraßen sind der Verbrauch und der Verschleiß viel höher", erklärt Ruck. Man müsse sich also keine Sorgen machen, dass die Lastwagen demnächst statt auf der Bundesstraße durch die anliegenden Dörfer rollen.

"Die Maut auf der B 27 zwischen Balingen und Bodelshausen betrifft uns schon sehr stark", sagt Andreas Koch von der Geschäftsleitung der Spedition Koch in Ratshausen. "Da fallen hohe Zusatzkosten an." Dies betreffe aber nicht nur die B 27, sondern viele andere Bundesstraßen, "weil wir ja bundesweit unterwegs sind".

Die Firma Koch unterhält einen modernen Fuhrpark mit rund 100 Fahrzeugen. Wie Koch sagt, fahren die meisten seiner Fahrzeuge in Richtung Stuttgart auf der B 27 beziehungsweise auf der A 81. Bisher sei die Autobahn-Maut jedoch kein Grund gewesen, auf die Bundesstraße auszuweichen, vielmehr habe man dies vom Verkehrsaufkommen und von der Staugefahr abhängig gemacht. Wie Andreas Koch sagt, bezahle seine Spedition die Maut schon ab dem ersten Kilometer, weil man sich mit den in den Fahrzeugen eingebauten "Onboard-units" automatisch ins Mautsystem einlogge.

Die Kosten für die B 27-Maut lassen sich leicht errechnen. So legen Koch-Fahrzeuge, viele von ihnen im Nahverkehr eingesetzt, durchschnittlich 100 Fahrten pro Tag auf dem 20 Kilometer langen B 27-Teilstück zwischen Balingen und Bodelshausen zurück: macht insgesamt 2000 Kilometer. Die Mautgebühr liegt im Schnitt zwischen rund 13 und 16 Cent pro Kilometer und ist abhängig von der Schadstoffklasse des Fahrzeus. Koch: "Das sind pro Tag rund 300 Euro. Aufs Jahr hochgerechnet, kommen wir also auf etwa 50 000 Euro – allein für diese kurze Strecke."

Die Zusatzkosten durch die Maut müssten auf Dauer natürlich in den Frachtpreis miteinfließen, wenngleich man sie laut Andreas Koch nicht eins zu eins an den Kunden weitergeben könne.

 
 

Ihre Redaktion vor Ort Balingen

Steffen Maier

Fax: 07433 901829

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