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Balingen Im Stammhaus wird’s immer enger

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Das Landratsamt in Balingen – die Kreisbehörde beschäftigt immer mehr Mitarbeiter. Dementsprechend wird es eng mit Arbeitsplätzen. Die Verwaltung ist auf der Suche nach Lösungen. Foto: Maier Foto: Schwarzwälder Bote

Im Landratsamt ist es eng. Mittlerweile so eng, dass die Verwaltung Ausweichmöglichkeiten suchen musste. "Wir stapeln", bringt es eine Mitarbeiterin auf den Punkt. Jetzt wird wieder mit der Möglichkeit geliebäugelt, rund ums Stammhaus auszubauen und die Verwaltung "an einem Ort" zu konzentrieren.

Zollernalbkreis. "Wir haben alles genommen, was wir kriegen konnten", sagt Landrat Günther-Martin Pauli im Gespräch mit unserer Zeitung und erinnert an die Räume, die in der Agentur für Arbeit angemietet worden sind, an das ehemalige Hechinger Krankenhaus, wo unter anderem die Straßenbaubehörde untergebracht ist, an das Verkehrsamt in einem "schnuckeligen" Wohnhaus oder an die Führerschein- und Zulassungsstelle im Balisana-Gebäude in Balingen. "Wir haben nach und nach Flächen um das Landratsamt gekauft, und wir haben immer wieder deutlich gemacht, dass es das Beste wäre, am Mutterhaus zu erweitern. Auch das ist nicht mehr zeitgemäß, unter anderem der Sitzungssaal. Aber wir haben derzeit andere Großprojekte, die Vorrang haben", so Pauli weiter.

Neue gesetzliche Vorgaben, erhöhte fachliche Anforderungen, zusätzliche Dokumentationspflichten und immer mehr statistische Auswertungen machen es notwendig, weitere Arbeitsstellen bei der Kreisbehörde zu schaffen. Allein beim Jugendamt sind es durch die gestiegenen Anforderungen bei den Einzelfallprüfungen und die neu zu registrierenden Fälle 10,5 Stellen; durch das neue Bundesteilhabegesetzt kommen im Sozialamt weitere hinzu. Insgesamt sind es knapp 30 zusätzliche Mitarbeiter.

"Der ständige Personalstellenzuwachs bereitet uns Sorgen", hatte der FDP-Fraktionsvorsitzende Dietmar Foth gesagt. "Das schmerzt", hatte auch der CDU-Fraktionsvorsitzende Lambert Maute betont. "Die zusätzlichen Personalausgaben werden den Haushalt auf Dauer belasten", schätzte der FWV-Fraktionsvorsitzende Lothar Mennig.

Stimmt: Die Erhöhung auf 620 "absolute Stellen" kostet den Landkreis voraussichtlich 3,35 Millionen Euro mehr im Jahr. Tatsache ist, dass für die zusätzlichen Mitarbeiter zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden müssen.

Landrat Pauli erinnert an die Umbaumaßnahmen im Landratsamt, an die Großraum- und Gruppenbüros, daran, dass beispielsweise ein Arbeitsplatz, an dem eine Halbtagskraft sitzt, den Rest des Tages anderweitig belegt werde. Und den Mitarbeitern werde zum Teil auch ermöglicht, von daheim aus zu arbeiten: "Da sind wir flexibel und kommen Familien mit Kindern entgegen. Wir schaffen mehr Heimarbeitsplätze." Außer in Balingen sei es auch in Albstadt eng. Was den Platzbedarf dort angehe, müsse ein Konzept erstellt werden.

Der zusätzliche Raumbedarf habe sich seit der Verwaltungsreform "latent angekündigt", sagt Landrat Günther-Martin Pauli. "Die Landes-Immobilien, die wir übernommen hatten, waren in einem gruseligen Zustand." Bereits 2014 habe er einen Vorstoß unternommen, die Flächen um das Balinger Landratsamt zu bebauen. "Die Haushaltsmittel wurden vom Kreistag gestrichen. Hingegen wurde dafür gestimmt, das nahe Postgebäude in Balingen zu kaufen." Und das sei eine wahre Energieschleuder: "Im Winter heizen wir die Landschaft, im Sommer schwitzen wir."

Primäres Ziel sei es, die Verwaltung an einem Ort zu haben, sagt Pauli. Allein schon wegen der Logistik und der kurzen Wege. Notfalls, überlegt er, werde man beim Landratsamt Container aufstellen: "Wir haben keine Tabus."

Ausweichen in andere Ortschaften, etwa in die Meßstetter Kaserne? "Wir gehen auf Entdeckungsfahrt durch den Landkreis", sagt Pauli dazu. Aber sich noch weiter zu "verzetteln" sei keine gute Lösung. "Die Verwaltung gehört eher zusammengeführt als weiter geteilt, um effektiv arbeiten zu können", hatte Dietmar Foth betont. Das sieht die Verwaltung ähnlich. Aber die Erweiterung des Landratsamts "am Ort" gehe freilich nicht von heute auf morgen.

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