Bislang nur Siege feierte Jannik Hausmann (rechts) mit seinen neuen Teamkollegen vom HSV Hamburg. Die Hanseaten peilen als Tabellenführer der 2. Bundesliga den Aufstieg an. Foto: Eibner Foto: Schwarzwälder Bote

Handball: Jannik Hausmann hat sich nach Wechsel zum HSV Hamburg in der Hansestadt eingelebt

"Moin, Moin von der Alster" – gut eingelebt hat sich der Schwabe im hohen Norden, – Jannik Hausmann – bei seinem neuen Klub, dem Zweitligisten HSV Hamburg.

Den größten Teil seiner bisherigen Handball-Karriere hat Hausmann in heimischen Gefilden verbracht. Von der Jugend an spielte der Ostdorfer in heimischen Gefilden: Zunächst bei der JSG Balingen-Weilstetten, danach beim HBW Balingen-Weilstetten II in der 3. Liga, wo er als Juniorennationalspieler auch 2012 Junioren-Europameister wurde und schließlich beim Handball-Bundesligisten für den der Linkshänder 120 Spiele in der ersten Bundesliga (182 Tore), sowie 74 Partien in der 2. Bundesliga (96 Tore bestritt). Doch zum Ende der vergangenen Saison wurde der Vertrag des 26-Jährigen bei den "Galliern" nicht verlängert.

Im Sommer vergangenen Jahres schloss sich Hausmann, der Sportpublizistik in Tübingen studiert, dem Drittligisten TV Plochingen an, für den er aber nur Partien (19 Tore) bestritt, denn Ende Oktober kam es zum corona-bedingten Lockdown, und Mitte Dezember erhielt Hausmann den Anruf aus Hamburg, der ihn zum sportlichen Wechsel in die Hansestadt bewog.

"Mein Praxissemester beim SWR kann ich auch in Hamburg aus dem Homeoffice fortsetzen", sagt Hausmann, für den mit dem Engagement bis zum Saisonende beim Handball-Zweitligisten in Hamburg ein persönlicher Wunsch in Erfüllung ging.

Mir geht es sehr gut", erzählt Hausmann, "es war ja recht spontan, der Wechsel im Dezember. Inzwischen hat sich aber alles gut eingependelt. Ich fühle mich wohl hier; gut ist, dass meine Freundin Lara, die ebenfalls vom Homeoffice arbeiten kann, hier bei mir ist."

Zufrieden ist er mit dem Integrationsprozess beim HSV. "Trainer Torsten Jansen und die Mannschaft haben mich sehr gut aufgenommen. Sportlich gesehen war es am Anfang nicht so leicht, denn in Plochingen haben wir ja längere Zeit nicht gespielt und trainiert. Aber ich habe mich in Hamburg reingekämpft; mit jeden Training wurd es besser, und die Vorbereitung im Januar habe ich ganz genutzt, um wieder in den Rhythmus zu kommen."

Mit Erfolg: Der HSV Hamburg steht in der 2. Bundesliga an der Tabellenspitze, feierte zuletzt elf Siege in Folge und strebt mit großen Schritten zurück in die Beletage des deutschen Handballs, aus der sich die Hanseaten im Jahr 2016 aufgrund einer Insolvenz hatten verabschieden müssen.

Mit seiner Rolle beim HSV kommt der Ostdorfer gut zurecht. "Ich bin ja nicht als Shooter geholt worden, der aus zehn Metern die Bälle reinprügelt. Ich spiele hauptsächlich im rechten Rückraum, auch um Jan Forstbauer auf diese Position zu entlasten, und in der Deckung spiele ich auch auf Halb, um die Abwehr zu stabilisieren", umschreibt Hausmann seine Aufgaben beim Jansen-Team.

Beim HSV, der mit 30:4 Punkten das Tableau in der 2. Bundesliga vor dem VfL Gummersbach (27:5) anführt, stehen die Zeichen in Richtung Aufstieg in die 1. Bundesliga. Diese Ambitionen wurden noch unterstrichen durch die Verpflichtung von Nationaltorhüter Johannes Bitter zur kommenden Saison, der ebenso zurück kehrt wie der bisherige Rhein-Neckar Löwen Coach Martin Schwalb – der sein Amt des Vizepräsidenten wieder übernimmt. "Wir wissen, dass wir eine gute Chance haben, uns oben fest zu setzen; aber es sind noch verdammt viele Spiele – da kann noch einiges passieren", mahnt Hausmann vor verfrühter Euphorie. "Wir wollen weiter bei der Musik bleiben und Rang eins verteidigen. Deshalb müssen wir weiter fokussiert bleiben und sauber bei den Spielen arbeiten um unsere Ziele zu verfolgen. Es wird noch viel Wasser die Elbe hinunterfließen bis zum Saisonende, darum sind wir gut beraten, eine gewisse Bodenständigkeit an den Tag zu legen. Die Entscheidung wird sehr spät fallen."

Bodenständig mag es der Ostdorfer auch im privaten Bereich. "Mein Praxissemester beim SWR endet in wenigen Wochen. Dann steht die Bachelor-Arbeit an, die ich auch problemlos von Hamburg aus angehen kann, da ich ja nicht zwingend an die Uni in Tübingen gebunden bin", betont Hausmann. "Dann steht dem Abschluss nicht mehr so viel im Wege; das Ende ist in Sichtweite."

Gut gelungen ist dem 26-Jährigen auch der "Quantensprung" aus der schwäbischen Provinz in die hanseatische Weltstadt. "Der Kulturschock war natürlich da. Denn da, wo ich vorher gelebt habe, in Balingen und Tübingen, war alles überschaubar, und nach kurzer Zeit wusste man, wo man hin muss. Das ist in Hamburg schon anders; natürlich kenne ich mittlerweile die Routinen, wie etwa die Wege zu den Spiel- und Trainingshallen sowie zu den Mitspielern oder auch zum Supermarkt. Aber sich in einer so großen Stadt zu orientieren, fällt nicht immer leicht. Meine Freundin und ich haben auch schon einige touristische Ausflüge hier unternommen wenn ich frei hatte und die Speicherstadt besichtigt oder sind am Elbufer spazieren gegangen. Das macht schon Spaß. Ich hoffe, dass die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie bald vorbei sind; es wäre schön mal, wieder in ein Café oder Restaurant zu gehen und noch mehr von Hamburg zu entdecken."

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