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Balingen Im Frühjahr kommt der neue Balingen-Krimi

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"Satans Grabgesang", "Die italienische Methode", "Ruhe sanft im Trommelfeuer": Guido Grandt hat schon einige Romane in der Jerry-Cotton-Reihe veröffentlicht. Für "Hellfire" hat er zahlreiche Dokumente über den Flugzeugabsturz in Queens/New York gesammelt. Foto: Ungureanu Foto: Schwarzwälder Bote

Freimaurer, Satanismus, Pädophilie, Sekten: Guido Grandt hat eine Schwäche für heikle Themen. Daneben schreibt er Unterhaltungsliteratur. Demnächst erscheint sein neuer Jerry-Cotton-Roman, und im Frühjahr sein erster Balingen-Krimi.

Balingen. Es sind Heftromane, die Grandt im Bastei-Verlag veröffentlicht, neue Karl-May- und Sherlock-Holmes-Geschichten, Agenten-Krimis aus der "Snake"-Reihe, die in Kenia oder der Ukraine spielen.

Er ist konsequent: Täglich um 5.30 Uhr aufstehen, Sportübungen, danach eine bestimmte Zahl von Anschlägen schreiben, täglich um 17 Uhr eine Dreiviertelstunde Power-Walking: "Ich setze mich selber unter Druck", sagt er.

Häufig seien es eigene Erlebnisse, die er verarbeitet: "Ich bin selbst in vielen Situationen gewesen, in die ich meine Figuren reinschicke", sagt er. Vor allem bei den Geschichten um den berühmten Londoner Detektiv sei Vorsicht geboten, denn ­"Leser sind clever, und man muss viele falsche Fährten legen".

In vielen Fällen hat er seine Dokumentationen aufgehoben. So auch in diesem: Er zeigt die Titelseite der New York Post vom 13. November 2001. Die Zeitung berichtet unter dem Titel "Hellfire" vom Absturz des Airbus A 300, Flug 587 vom Kennedy Airport nach Santo Domingo am 12. November in Queens und vermeldet 265 Tote, sechs zerstörte und weitere sechs beschädigte Häuser. "Hellfire" heißt auch der neue Jerry-Cotton-Roman von Guido Grandt, der demnächst im Bastei-Verlag erscheint.

Darin seien eigene Erlebnisse verarbeitet, "aber selbstverständlich geht der Roman in eine ganz andere Richtung". Zwei Monate nach "Nine-Eleven" sei er in New York gewesen, in einer ganz anderen Sache: Er habe den Privatdetektiv Dietmar Wagner begleitet, der den Auftrag hatte, ein 18-jähriges deutsches Mädchen zu suchen, das verschwunden war. "Detektivarbeit und Journalismus – das passt gut zusammen", findet Guido Grandt. Daher arbeite er zuweilen mit dem "Detektiv International" zusammen.

Spuren habe es gegeben, das Mädchen sei definitiv am Newark Airport gelandet. Aber dort habe sich die Spur verloren. Nachweislich sei das Mädchen über eine Ballettschule in Deutschland vor einer Sekte rekrutiert und nach New York gebracht worden. "Dort ist sie vom Moloch verschluckt worden", sagt Grandt. Man habe in Clubs gefahndet, mit der Polizei zusammengearbeitet – ohne Erfolg. Monate später sei sie unversehrt bei ihren Eltern in Deutschland aufgetaucht.

Damals, am 12. November 2001, habe er den Fernseher in seinem Hotelzimmer als Wecker eingestellt. Das erste Bild, das er frühmorgens sah, waren rauchende Trümmer und in der Ecke das "Live"-Symbol: "Ein Flugzeug war abgestürzt, ausgerechnet am Veterans Day", sagt er.

An jenem Tag habe er zusammen mit Dietmar Wagner einen Termin mit dem Chef des Police Departments aus Queens gehabt – und der habe zufällig den Einsatz an der Absturzstelle geleitet. "So durften wir durch die Absperrung, wir sind über eine U-Bahn-Strecke nach Rockaway Beach gekommen", erinnert er sich. New York sei in Panik gewesen, ein Feuerwehrmann habe wörtlich gesagt: "Ich habe in die Hölle geblickt."

Bürgermeister Giuliani habe von einem zweiten Terroranschlag gesprochen. Aber nachdem George Bush die Absturzstelle besucht habe, sei nur noch von einem Unfall gesprochen worden. "Zwei Monate nach Nine-Eleven durften die USA nicht wieder Angriffsziel von Terroristen sein", vermutet Grandt. "Es war eine politische Entscheidung." Seine Informanten aus den USA, die er nicht nennen möchte, seien hingegen überzeugt, dass es ein Terroranschlag war. Er jedenfalls glaubt daran, "auch wenn man mir jetzt wieder Verschwörungstheorien nachsagen wird".

Im Frühjahr werde auch sein erster Balingen-Krimi erscheinen, verrät Grandt. Der Titel: "Brudermahl". Es geht um den von Heuschnupfen geplagten Kommissar Mark Brandner, der zwischen zwei Frauen steht, einen cholerischen Vorgesetzten hat, sich mit allen anlegt – und Freimaurer ist.

Zahlreiche lokale Bezüge gebe es in dem Krimi, der, wie Grandt vorab verrät, der Auftakt zu einer neuen Reihe ist. In dem Buch könne man neben realen Orten auch zahlreiche real lebende Personen aus Balingen identifizieren.

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