Alieu Camara absolvierte sein letztes Spiel für die Spvgg Freudenstadt. Foto: Schleeh

Landesliga-Schlusslicht Spvgg Freudenstadt verabschiedet sich mit einer 0:6-Pleite gegen die U23 der TSG Balingen in die Winterpause.

Elvedin Djekics Nachricht an seine Schützlinge nach der 0:6-Pleite gegen die TSG Balingen II war eindeutig. „Abhaken und Kräfte sammeln“, gab der Cheftrainer der Spvgg Freudenstadt seiner Mannschaft als Hausaufgabe für die Winterpause mit auf den Weg. Mit Blick auf das Spiel an sich gab es für ihn keinen Zweifel daran, dass die Niederlage in Ordnung ging: „Wir haben hochverdient verloren. Balingen war uns in allen Belangen überlegen“, musste Djekic neidlos anerkennen. Dennoch regte er sich nach Abpfiff über eine vermeintliche Tätlichkeit aus der ersten Halbzeit auf: „Sowas hat die TSG nicht nötig – vor allem nicht in so einem Spiel wie heute gegen uns.“

 

Beinahe der Paukenschlag

Die Geschichte der 90 Minuten im Nieselregen von Dotternhausen ist schnell erzählt. Bereits in der ersten Minute hätte das Schlusslicht aus Freudenstadt den großen Favoriten beinahe geschockt, nachdem sich TSG-Keeper Duha Dogan verschätzte und Mert Karaaslan deshalb – wenn auch in Bedrängnis – ins leere Tor einschieben konnte. Maximilian Herberth erlief die Kugel noch vor der Torlinie. Es sollte die einzige echte Großchance der Spvgg an diesem Nachmittag bleiben.

Denn fünf Minuten später eröffnete Mirhan Inan den Balinger Torregen sehenswert: Nach einer flachen Hereingabe von Kapitän Florian Barth lupfte er den Ball gekonnt über Freudenstadts liegenden Keeper Dennis Kübler und konnte anschließend locker zum 1:0-Führungstreffer einschieben. Wiederum wenige Minuten später durfte sich Kübler zwar nach einem Volley von Silas Bader mit einer starken Parade auszeichnen, doch nach der anschließenden Ecke stand es 0:2 aus Sicht der Gäste. Baders erster Versuch wurde noch geblockt, Barths platzierter Volley aus dem Rückraum in die rechte untere Torecke dann aber nicht mehr.

Entscheidung vor der Pause

In der Folge beruhigte sich die Partie ein wenig, dennoch gelangen den Balingern noch vor dem Seitenwechsel zwei weitere Treffer. Erst war der aufgerückte Abwehrchef Bastian Maier nach einem Chip-Pass von Samuel Schneider mit einer schönen Ballannahme und einem überlegten Abschluss erfolgreich, dann musste Inan nach einem Querpass von Noah Braun nur noch ins leere Tor einschieben. Nach dem Seitenwechsel nahmen die Balinger merklich den Fuß vom Gaspedal, ließen Freudenstadt aber dennoch zu keinem Zeitpunkt wirklich ins Spiel kommen. Inan schnürte eine Viertelstunde nach Wiederanpfiff seinen Dreierpack (seine Saisontore 14 bis 16) und der eingewechselte Nathan Cuflom machte in der Schlussphase das halbe Dutzend zum 6:0-Endstand voll.

Emotionaler Abschied

Für die Freudenstädter drehte sich dieses Spiel aber nicht nur um das Geschehen auf dem Rasen, sondern auch um den Abschied von Alieu Camara, der aufgrund eines Umzugs nach Berlin sein letztes Spiel für die Spvgg absovierte. „Es war vor dem Spiel schon emotional und jetzt nach dem Spiel ist es das auch. Klar, wir verlieren einen Top-Spieler, aber es geht mir dabei gar nicht um Fußball. Er ist so ein toller Mensch – das macht es so traurig“, so Elvedin Djekic nach dem Apfiff. TSG Balingen II – Spvgg Freudenstadt 6:0 (4:0). Balingen: Dogan, Herberth, Maier, Bader, Inan (65. Quartey), Braun (56. König), Berger, Thomaidis (65. Cuflom), Barth (78. Fortenbacher), Neff (72. Draskovic), Schneider. Freudenstadt: Kübler, Djekic (79. Armbruster), Celikkol (46. Bensch), Lisicar (46. Weimer), Süzgec (46. Aboubakar), Schaber, Kaupp, Ade, Camara, Karaaslan (46. Kroboth), Kara. Tore: 1:0 Inan (6.), 2:0 Barth (10.), 3:0 Maier (44.), 4:0 Inan (45.+2), 5:0 Inan (59.), 6:0 Cuflon. Schiedsrichter: Stefan Jokic. Zuschauer: 100.