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Balingen Holcim weht kräftiger Wind entgegen

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Dieter Schillo (Mitte) steht mit Markus Knobelspies (links) und Andreas Junginger (rechts) Rede und Antwort. Foto: Maier

Balingen - "Wir wollen im Dialog bleiben." Dieses Ziel gab Oberbürgermeister Helmut Reitemann in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag aus. Darin tauschten sich die Firma Holcim und die Räte über den Plettenberg sowie über Ersatzbrennstoffe und Emissionen aus – mit unterschiedlicher Sichtweise.

"Wir brauchen den Kalkstein vom Plettenberg", hielt Werksleiter Dieter Schillo fest, um aber auch festzustellen, dass der Plettenberg "ein Ausflugs- und Erholungsziel ist und bleibt". Daher gebe es Eingriffe, die sichtbar seien, aber auch Rekultivierungsmaßnahmen. Andreas Junginger, bei Holcim Leiter Gewinnungsbetriebe, ergänzte, dass die geplante Süderweiterung und deshalb eine Genehmigung notwendig seien, um auf längere Sicht die Zementproduktion sicherzustellen.

Zum bereits genehmigten Abbau eines Teils der nördlichen Kulisse des Plettenbergs führte Junginger aus, dass dieser nun angegangen werde, um die Rekultivierungspläne wie geplant bis 2029 umsetzen zu können. Anhand von Fotomontagen, die die Kulisse von verschiedenen Balinger Standpunkten vor und nach dem Eingriff zeigten, hielt er fest, dass Veränderungen nur zu erkennen seien, "wenn man’s weiß": "In den Steinbruch wird man nicht sehen können", so Junginger.

Das sah Werner Jessen (Freie Wähler) anders: "Der Abbau der Kulisse schmerzt." Der Plettenberg sei "Teil unserer Heimat, Teil der Balinger Berge". Dies sollte Holcim bewusst sein. Auch für Dietmar Foth (FDP) stellt die Veränderung der Silhouette einen "gravierenden Eingriff" dar. Er wie auch Jessen forderten Holcim dazu auf, über Alternativen nachzudenken: Ob die Rekultivierung und daher der Abbau in der Form wie geplant tatsächlich vorgenommen werden müssten, ob es nicht alternative Flächen für die nördliche Kulisse gebe. Damit würden "Ewigkeitsschäden" verhindert, stellte Ulrich Teufel (SPD) fest.

Erwin Feucht machte deutlich, dass für die Grünen nicht nur die Kulisse, sondern auch die Hochfläche von Bedeutung sei. Diese sei jetzt noch intakt. Die Grünen würden sich im Gemeinderat und im Kreistag dafür einsetzen, dass unter anderem zum Schutz der Artenvielfalt eine endgültige Grenze der Abbauflächen gezogen werde. Bis in fünf bis acht Jahren müsse Holcim Alternativen entwickeln, um den Abbau zu beenden.

Zur Kulisse führte Schillo aus, dass diese sich aus Balinger Sicht nicht wesentlich verändere. Der Plettenberg bleibe von außen erhalten. Innen sei dies zwar nicht der Fall, aber er werde ja wieder rekultiviert. Die Kulisse bliebe stehen, wenn es Alternativen gebe, so Schillo weiter. "Wir schauen nicht nur auf den Plettenberg", hielt er mit Blick auf alternative Abbauflächen fest. "Wir bekommen aber keine anderen Flächen", es sei überall die gleiche Situation wie beim Plettenberg: Alle brauchen Beton, aber niemand will einen Abbau vor der Haustür. Für ihn wäre es nur wirtschaftlich sinnvoll, Rohstoffe aus größerer Entfernung heranzutransportieren, wenn die Bahn mitspielte. Dafür müssten aber Stadt und Landkreis mit ins Boot.

Höheres Tempo bei Emissionsreduzierung

Unter dem Gesichtspunkt "Gesundheitsvorsorge" forderte Werner Jessen, dass Holcim als "Hauptverursacher von Emissionen" im Kreis Filteranlagen einsetzen sollte, die auf dem "allerneuesten" Stand seien. Dietmar Foth verwies auf andere Zementwerke, bei denen die Emissionen niedriger seien. Holcim müsse bei der Reduzierung der Emissionen ein höheres Tempo einschlagen.

"Die Gesundheit der Menschen liegt uns am Herzen", hielt Holcims Umweltbeauftragter Markus Knobelspies fest. Die Emissionen seien so niedrig wie möglich, eine emissionsfreie Produktion sei derzeit nicht möglich. Verschiedene Technologien kämen zum Einsatz, jedes Jahr würden rund zwei Millionen in Umweltschutzmaßnahmen investiert. "Der jetzige Stand ist nicht der Endpunkt", so Knobelspies. Holcim messe alles, was messbar sei, und die Genehmigungsbehörde überwache alles.

Und Schillo antwortete auf die Frage von Ute Hettel (Grüne), wie weit es mit dem Bodenmonotoring und den angekündigten Messungen sei: "Das Konzept steht." Für die Grundstücke der Messstationen müssten nur noch die Genehmigungen bei den Kommunen eingeholt werden.

Abschließend wollte Dietmar Foth wissen, ob sich die geplante Seilbahn auch ohne eine Süderweiterung lohne. Schillo entgegnete, dass das Projekt Seilbahn davon getrennt gesehen werden müsse. Diese solle vor allem aus Sicherheitsgründen gebaut werden. Eine neue Seilbahn sei aber auch von Vorteil, sollte es eine Genehmigung für die Süderweiterung geben. "Ich bin sicher, dass wir sie bekommen. Denn es gibt keine Alternative dazu", gab sich der Dotternhausener Werksleiter zuversichtlich.

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