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Balingen Hilfe in Not – und das seit nunmehr 75 Jahren

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Sind in der Diakonie Bezirksstelle Balingen aktiv (von links): Herbert Würth, Phillip Neurath, Beatus Widmann, Horst Rein, Petra Hering, Diana Schrade-Geckeler und Wolfgang Staiger.Foto: Frey Foto: Schwarzwälder Bote

Unterstützung in allen Lebenslagen – das verspricht die Diakonie-Bezirksstelle Balingen. Auch während Corona waren die Mitarbeiter für Menschen in Not zur Stelle. Nun feiert die Institution ihr 75-jähriges Bestehen.

Zollernalbkreis. Wer sich schon immer mal gefragt hat, wohin das Geld fließt, das in Form der Kirchensteuer jeden Monat vom Brutto abgeht: in Hilfsangebote wie die der Diakonischen Bezirksstelle Balingen. "Eine halbe Million Euro haben wir im vergangenen Jahr in Form von Kirchensteuern für unsere Hilfsprojekte erhalten", sagt Wolfgang Staiger, Leiter der Kirchlichen Verwaltungsstelle. "Das Geld ist gut angelegt: Die Beratung- und Hilfsangebote sind vielfältig und helfen Menschen in Not."

"Uns ist wichtig, dass wir den Menschen, der zu uns kommt, so annehmen wie er ist", so Staiger weiter. Schuldzuweisungen würden in einer Notlage erstmal nicht helfen. Dem Menschen aus seiner misslichen Lage zu befreien, stehe zunächst an erster Stelle. Erst bei langfristiger Hilfe werde Ursachenforschung betrieben, damit die Menschen irgendwann wieder ohne Unterstützung leben könnten.

Wer Hilfe braucht, kann sich zunächst an den Allgemeinen Grunddienst wenden. Es handelt sich um ein niederschwelliges Hilfsangebot, bei dem der Hilfsbedarf abgeklärt und der Hilfesuchende gegebenenfalls an andere Fachdienste weitervermittelt wird. So gibt es beispielsweise jeweils Beratungsstellen, die sich speziell an Suchtkranke, Geflüchtete, Schuldner oder Schwangere richten.

"Zu uns können auch Paare kommen, die eine Fehlgeburt hinter sich haben. Das ist nach wie vor ein Tabuthema, über das aber gesprochen werden sollte", sagt Petra Hering, Fachbereichsleiterin für Schwangerenberatung. Auch Geflüchtete wenden sich regelmäßig an die Diakonie, berichtet Phillip Neurath, Fachbereichsleiter für Flüchtlingsarbeit. Er fügt hinzu: "Wir decken alles ab. Von der Erstaufnahme über die Suche nach einer Wohnung bis zu den ersten Schritten auf dem Arbeitsmarkt."

"Viele kommen auch, weil sie ganz akut in Not sind", erzählt Geschäftsführerin Diana Schrade-Geckeler. Als Beispiele nennt sie Menschen, denen der Strom abgestellt wurde oder die ihre Arbeit verloren haben und ihre Miete nicht mehr zahlen können. Neben der Kontaktaufnahme mit verschiedenen Ämtern kann die Diakonie auch Gutscheine für die Tafeln ausstellen.

"Uns begegnet die Rückseite der Wohlstandsgesellschaft", sagt Dekan Beatus Widmann. Beraten wird vor Ort in Balingen, Ebingen, Hechingen und Sigmaringen. Die Mitarbeiter der Diakonie unterliegen der Schweigepflicht, und das Angebot ist für die Betroffenen kostenlos.

In diesem Jahr feiert die Diakonische Bezirksstelle Balingen ihr 75-jähriges Bestehen. "Angefangen hat es nach dem Zweiten Weltkrieg im Augst 1945", erzählt Diakoniepfarrer Herbert Würth. Damals wurde das "Evangelische Hilfswerk" von der württembergischen Landeskirche gegründet. Es sollte sich nach dem Krieg um die Hilfsgüterverteilung, Wohnraumbeschaffung und Flüchtlingshilfe kümmern. Wenige Wochen später wurde im Kirchenbezirk Balingen eine Bezirksstelle eingerichtet, um den Menschen vor Ort in der Zeit der großen Not nach dem Krieg beizustehen.

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