Da fehlt doch etwas? Genau: Ein riesiger Kran transportiert am Mittwochmorgen die letzten Teile der Eyachbrücke an der Heinzlenstraße weg. An deren Stelle wird nun der Zollernschlosssteg errichtet, unter dem gegenüber dem Zollernschloss künftig der neue Fußgänger- und Radweg hindurchführt. Foto: Maier Foto: Schwarzwälder Bote

Stadtentwicklung: Rückbau erfolgt – Platz für Neues

Balingen (mai). Am Ende ging alles ganz schnell. Nach etwas mehr als einer Stunde hatte ein riesiger Kran am Mittwochmorgen die Brücke über die Eyach an der Heinzlenstraße in Balingen Stück für Stück weggehoben. In den Tagen und Wochen davor waren die Brücke und das Gelände für den Rückbau vorbereitet worden. Die Querung übers Wasser nahe dem Zollernschloss ist Geschichte – Zeit für Neues.

Zollernschlosssteg kommt

Neu kommt: der sogenannte Zollernschlosssteg. Im Juni soll er nach dem Zeitplan der Stadtverwaltung und der Reutlinger Baufirma List voraussichtlich installiert werden. Die schicke neue Überführung ist Teil des Gartenschauprojekts, sie kostet etwas mehr als 800 000 Euro. Erstmals darüber laufen oder radeln – Autos sind künftig tabu! – kann man aber wohl erst in zwei Jahren, im Jahr der Gartenschau also.

Der große Vorteil im Vergleich zur bisherigen Brücke: Der Zollernschlosssteg ist deutlich länger – so lang, dass die Eyach darunter aufgeweitet und damit der Hochwasserschutz verbessert werden kann.

Und außerdem so lang, dass darunter der neue, eyachuferbegleitende Weg für Fußgänger und Radfahrer von Strasser-Areal her kommend hinaus zur Bizerba und weiter in Richtung des bestehenden Radwegs möglich wird. Den Auftrag für den Bau des vier Meter breiten Wegs ab dem Freibadparkplatz entlang der Eyach bis zum bestehenden Radweg nahe der B 27-Brücke sowie für die Neugestaltung der Eyachuferbereiche rund um die neue Brücke und das Wehr am Zollernschloss – die sogenannten Wassergärten – haben die Mitglieder des Gartenschauausschusses am Mittwochabend an die Firma Gartenbau Schöppler aus Meßkirch vergeben. Kostenpunkt: rund 830 000 Euro.

Am Wasser wandeln

Bei den Wassergärten handelt es sich derweil nicht um Grünbereiche im Wasser, sondern um Betonstege, über die die Balinger der Eyach nahekommen können, erläuterte Annette Stiehle, die Technische Leiterin des Gartenschaubetriebs. Im Fall eines Hochwassers werden sie überflutet. Der neue Weg an der Bizerba vorbei werde, sagte Tiefbauamtsleiter Markus Streich, mit vier Metern Breite wohl ausreichend sein dafür, dass sich Fußgänger und Radfahrer nicht allzu sehr in die Quere kommen. Sollte es dennoch verstärkt vorkommen, werde man nachträglich Markierungen aufbringen. Erst einmal aber wolle man versuchen, ohne auszukommen – ähnlich etwa wie am Weg entlang der Friedhofsmauer, den sich Fußgänger und Radfahrer teilen.

Blick aufs Wahrzeichen

Neue Brücke, neue Wege, neues Ufer, außerdem das neue Stadtarchiv auf dem Freibadparkplatz, das derzeit schön heranwächst: Der Bereich rund um das Zollernschloss erhält damit ein ganz neues Gesicht. Und einen anderen Charakter: Dass man über den Zollernschlosssteg nicht mehr mit Auto fahren kann, ist Ausdruck des deutlichen Willens der Planer, das Areal verkehrszuberuhigen. Dazu passt dann auch der sogenannte Stadtbalkon, der oberhalb des neuen Stegs gegenüber vom Zollernschloss angelegt wird – und von dem aus man künftig einen prima Blick aufs Balinger Wahrzeichen hat.

Noch ein Stück die Heinzlenstraße hoch entsteht ebenfalls Neues: der Viehmarktplatz-Ost, also der Bereich vor dem Gasthof Lang, wird bis zur Gartenschau noch hübsch hergerichtet.

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