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Balingen Handel rückläufig, Gesundheit und IT boomen

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Gespräch in einer Arztpraxis: Die Gesundheitswirtschaft in der Region Neckar-Alb hatte zuletzt ein deutliches Wachstum zu verzeichnen. Foto: © Halfpoint – stock.adobe.com Foto: Schwarzwälder Bote

Die Branchenstruktur in der Region bleibt weiter in Bewegung, wie neueste Daten der Industrie- und Handelskammer Reutlingen (IHK) zeigen. Die Industrie zeigt sich stabil, der Handel geht zurück, IT und Gesundheitsbranche wachsen.

Zollernalbkreis. Die Anzahl der Handelsunternehmen geht demnach seit 2015 zurück. Vor allem in den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der Händler in Summe deutlich rückläufig: Lag sie in der Region über zehn Jahre kontinuierlich zwischen 11 200 und 11 700 Unternehmen, so ist die Zahl 2018 auf etwas unter 11 000 gesunken und liegt aktuell bei knapp 10 800. Der Rückgang liegt in zwei Jahren bei knapp sieben Prozent.

Die IHK führt diese Entwicklung auf einen Verlust kleiner und inhabergeführter Einzelhändler zurück. "Das veränderte Kundenverhalten, die steigenden Standortanforderungen und der Online-Handel haben diesen Betrieben zugesetzt", sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Wolfgang Epp. Dieser Trend sei nur aufzuhalten, wenn stärker in Citys und Ortszentren investiert werde, so Epp weiter: "Wir brauchen eine Allianz für die Innenstädte, auch für Mittel- und Kleinzentren."

Im produzierenden Gewerbe – dazu gehören unter anderem die Industrie und die Energieerzeuger – hat der Firmenbestand bei der IHK in den vergangenen fünf Jahren von 5200 auf über 5800 deutlich zugenommen. Hierzu zählen mittlerweile Betreiber größerer Fotovoltaik-Anlagen. Dass die Region gleichwohl über einen starken industriellen Kern verfügt, zeigen nach wie vor 102 461 Beschäftigte und eine in den letzten sechs Jahren sogar wieder ansteigende Mitarbeiterzahl. Das Plus lag von 2013 (90 313) bis 2019 bei 13 Prozent. "Diese Stärke gilt es auszubauen. Dazu müssen wir unsere Aktivitäten im Bereich der Künstlichen Intelligenz ausbauen, den Wissenstransfer verstärken und die regionalen Netzwerke zwischen Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen intensivieren", meint Epp. Aus seiner Sicht benötigen Firmen auch nach Corona Perspektiven für weiteres Wachstum. Dazu gehören Erweiterungsflächen, Verkehrs- und Breitbandinfrastrukturausbau sowie Wohnraum.

Die Zahl der Unternehmen aus der Informations- und Kommunikationstechnik hat sich regional in 20 Jahren mehr als verdoppelt. Aus 950 Unternehmen Ende der 1990er-Jahre wurden 2100.

Dabei sind die Unternehmen sukzessive auch größer geworden: Von 2009 bis 2019 stieg die Zahl der Beschäftigten von 3935 auf 6077. "Früher war diese Branche stärker von Einzelkämpfern dominiert. Heute besteht die IT-Branche aus vielen Mittelständlern", so Epp.

Ein deutliches Wachstum hat auch die Gesundheitswirtschaft zu verzeichnen. Bei der IHK sind die Betriebe vor allem der Dienstleistungsbranche zugeordnet und umfassen aktuell 4100 Unternehmen.

Ihre Bedeutung zeigt sich vor allem bei der Beschäftigung: Nimmt man Mitarbeiter von Krankenhäusern, Reha- und Vorsorgeeinrichtungen, Arztpraxen und Pflegeheimen, Apotheken, Herstellern und Händlern medizinischer Produkte und Geräte sowie freiberufliche Tätigkeiten zusammen, arbeiten 15 Prozent aller Beschäftigten in der Region Neckar-Alb in dieser Branche. Die Gesundheitswirtschaft hat damit den Handel in puncto Beschäftigung überholt.

Über alle Branchen hinweg wird der regionale Strukturwandel nach Ansicht der IHK weitergehen. Die Folgen der Corona-Krise werden die Firmenstrukturen wohl zusätzlich verändern, weil sich Arbeitsprozesse und Einkaufsverhalten weiter digitalisieren. Dazu kommt der "Green Deal" der Europäischen Union, der unter anderem in der Industrie eine Umstellung von Lieferketten und Produktionsprozessen mit sich bringen werde.

"Wir müssen vorbereitet sein: Innovation und neue Produkte vorantreiben, Netzwerke bilden, intelligentes Gewerbeflächenmanagement betreiben und insbesondere den Breitbandausbau endlich abschließen", so Epp. Die Künstliche Intelligenz werde zudem die Prozesse in der Industrie oder der Gesundheitswirtschaft grundlegend verändern. "Unsere regionale KI-Stärke müssen wir daher schnell und umfassend ausbauen. Als IHK werden wir noch mehr in den Transfer auf regionaler Ebene investieren."

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