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Balingen "Gute Chance, bei der man echt gefördert wird"

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Stehen vor einem Kunstprojekt der Jugendlichen im DAA-Treppenhaus (von links): Volker Senn, Kirsten Kistner, Tabea Holzer, Michael Hermann, Chetra Ke und Rainhard Roscher. Foto: Ungureanu Foto: Schwarzwälder Bote

117 Jugendliche, die der Deutschen Angestellten-Akademie Balingen (DAA) für eine Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme (BvB) zugewiesen wurden, 217 Praktikumsstellen vermittelt, 44 junge Menschen in Ausbildung gebracht: So die Bilanz für das vergangenen Jahr.

Balingen. Seit nunmehr zwölf Jahren werden junge Menschen, die nach der Schule keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, in den Unterrichtsräumen der DAA in den Kernfächern beschult und machen parallel dazu Praktika in verschiedenen Berufen. "Der Schulunterricht orientiert sich an der Zeit, die die Jugendlichen in den Betrieben sind", sagt Rainhard Roscher, der Leiter der Balinger Bildungseinrichtung. Von Seiten der Betriebe gebe es eine "hohe Bereitschaft, diesen Leuten eine Chance zu geben".

Auch der soziale und interkulturelle Aspekt komme nicht zu kurz: Neben dem Unterricht in Deutsch, Mathematik und Informatik werden unterschiedliche Projekte organisiert: "Es wurden Geschenkdosen gestaltet, Mülleimer bemalt, innerhalb eines Integrationsprojekts wurden eine Moschee, die Hechinger Synagoge und die christliche Kirche besucht, im Hochseilgarten ging es darum, dass in Extremsituationen auf den anderen Verlass sein muss", zählt Roscher auf.

Stichwort Integration: In ausgeliehenen Rollstühlen seien die jungen Menschen in der Stadt unterwegs gewesen, um zu erfahren, wie man sich als Mensch mit Behinderung fühlt, und beim internationalen Kochen habe man Speisen aus anderen Ländern kennengelernt. Immer wieder seien Politiker zu Besuch gewesen, und manch ein Projekt sei von den Jugendlichen auch von A bis Z selbst organisiert worden. Beispielsweise die Ausfahrt in den Europapark Rust.

Bei Letzterer sei es zunächst darum gegangen, bei der DAA-Leitung Überzeugungsarbeit zu leisten, erinnert sich Kirsten Kistner, Leiterin des DAA-Kundenzentrums Zol­lernalb-Sigmaringen. Danach habe man Busunternehmen kontaktieren, Finanzen planen und die Aktion organisieren müssen. Manch einer habe dabei entdeckt, dass eine kaufmännische Tätigkeit Spaß macht.

Bei alledem habe man nicht nur viel gelernt – unter anderem werden Jugendliche vorbereitet, ihren Hauptschulabschluss nachzuholen –, es seien auch Freundschaften geknüpft worden, weiß Rainhard Roscher. Ihm und seinem Team habe es mindestens genau so viel Spaß gemacht, "für die jungen Menschen da zu sein". Und die wiederum erfahren, dass es nicht unbedingt DER Traumberuf sein muss, dass es sinnvoll ist, auch mal was anderes auszuprobieren.

Wie kommt ein Schulabgänger in eine solche Maßnahme? Angeboten werde sie bis zum Alter von 25 Jahren, erklärt Volker Senn von der Balinger Arbeitsagentur. Voraussetzung sei, dass sich der oder die Jugendliche schon mehrfach erfolglos beworben habe. Neben einer kleinen monatlichen Vergütung gebe es für die Teilnehmer beispielsweise Fahrgeld. Und wenn es in dem ein oder anderen Fall nach der zehnmonatigen BvB-Maßnahme nicht klappe, komme auch eine zweite in Frage – nach einer Wartezeit von zwei Jahren. "Wir versuchen auch, für eine Ausbildung im Handwerk zu begeistern", sagt Senn.

Einer, bei dem es erst beim zweiten Mal geklappt hat und der sich tatsächlich für eine Ausbildung in einem Handwerksberuf entschieden hat, ist Michael Hermann: "Ich habe hier gelernt, dass man viele Möglichkeiten offen hat", sagt der mittlerweile 25-Jährige. "Er habe sich für den Malerberuf entschieden: "Seit Januar mache ich ein Praktikum, jetzt ist der Ausbildungsvertrag unterschrieben, im September fange ich an", sagt er. BvB? "Eine gute Chance, bei der man echt gefördert wird."

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