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Balingen Gefühl zwischen Faszination und Entsetzen

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Aktuelle Ausstellung in der Schwelhalle und deren Geschichte: Für eine Besucherin sind sie nicht zu trennen. Foto: Schneider Foto: Schwarzwälder Bote

Balingen/Freiburg. "Zwischen Faszination und Entsetzen hin- und hergerissen" fühlt sich Aniela Schneider aus Freiburg nach ihrem Besuch der Ausstellung "Revolte! Creative Urban Art". Dies machte sie in einem offenen Brief an Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut, Regierungspräsident Klaus Tappeser, Landrat Günther-Martin Pauli und Oberbürgermeister Helmut Reitemann deutlich.

Die Freiburgerin war auf die Street-Art- und Graffiti-Ausstellung durch Berichte aufmerksam geworden. Die Ortsbeschreibung "Schwelhalle" habe sie erst nach ihrer Rückkehr richtig einordnen können: Da hätten sich durch einen Bericht über KZ-Gefangene die tags zuvor gewonnenen Eindrücke von der Architektur des Hauses mit seiner Geschichte zusammengeführt: die Schwelhalle in Frommern – ein Ort, der dem grauenvollen Nazi-Verbrechen "Wüste" zuzuordnen sei.

"So sehr einerseits die Kunst gefallen und imponieren kann, so sehr verstört und entsetzt, wie – mittels der Ausstellung und mittels des Riesengraffito an den Außenwänden – das Überbleibsel aus verbrecherischem Tun seiner erinnernden Funktion gänzlich beraubt ist", schreibt sie. Eine didaktische Einordnung der Ausstellung samt deren eigener, temporärer Architektur in den geschichtlichen Kontext habe sie nicht wahrgenommen. "Hinsichtlich der gegenwärtigen und zukünftigen Verwendung der Örtlichkeit ist die geschichtliche Herkunft jedenfalls vorrangig zu berücksichtigen. Sie ist in angemessener Wese und unübersehbar darzustellen", hält sie weiter fest. Entsetzt frage sie sich deshalb auch, wie man habe zulassen können, dass die notwendig zu erhaltenden und zu schützenden Außenwände des Gebäudes durch das Besprühen ihrer historischen Aussage beraubt worden seien. "Spray drüber, und weg ist der üble Nazi-Geruch – wie beim Gebrauch eines Deodorants. Das ist zu einfach", so die Freiburgerin: "Das geht nicht."

Sie fordert daher von den Adressaten um Überprüfung des Sachverhalts, um die Beseitigung der Mängel, "so weit möglich", um eine fach-didaktische Überarbeitung und Begleitung der Ausstellung und einen zukünftigen Schutz der Örtlichkeit. Wichtig sind ihr noch, das Gebäude unter Denkmalschutz zu stellen sowie die Einrichtung und Präsentation der Halle als Gedenkstätte – "unter Hinnahme und Akzeptanz des gegenwärtigen Zustands, also einschließlich des Außen-Graffito und einer von außen wahrnehmbaren Erläuterung".

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