Mit dem Bundeswehr-Hubschrauber geht’s in Richtung G 7-Gipfel: die Fotografen Marc Müller (links) und Daniel Karmann. Foto: Müller

Marc Müller aus Balingen fotografiert beim G7-Gipfel die Mächtigen der Welt - und die Gegendemonstranten.

Balingen/Krün - G 7-Gipfel in den Bayerischen Alpen – und für kurze Zeit mit dabei: der 30-jährige Balinger Marc Müller. Für die Agentur dpa hat er die Mächtigen der Welt fotografiert.

BKA und Polizei mit großem Aufgebot vor Ort, zuletzt wurde jedes Haus im Bilderbuchdorf Krün vom Se­cret Service mit Sprengstoff-Hunden durchsucht. "Es war die höchste Sicherheitsstufe, die sonst nur bei Besuchen des israelischen Präsidenten gilt", erzählt Müller, der seit vier Jahren in München lebt.

Obwohl er für dpa und für die vor drei Monaten von ihm und weiteren 40 Fotografen gegründete dedimag GmbH viel herumkomme, bekomme auch er solche Sicherheitsvorkehrungen kaum zu sehen: "Alle Straßen waren dicht, wir wurden mit dem Bundeswehr-Hubschrauber von Garmisch eingeflogen", erzählt er. Von 7.30 bis 11 Uhr warteten die Journalisten bei 30 Grad Hitze. Dann kam "Mr. President", und es konnte gerade mal zehn Minuten lang fotografiert werden: "Aber in so einem Fall ist das normal."

Er habe mitbekommen, wie Bundeskanzlerin Angela Merkel den US-Präsidenten durch das malerische Ferienörtchen führte. "Er schien begeistert zu sein von den Bauwerken und von der Kirche", sagt Müller. Von der Rede, die Barack Obama mit "Grüß Gott" und der Bemerkung, er habe seine "Ledderhos" vergessen, eröffnete, habe er nur am Rande etwas mitbekommen: "Wir standen auf der anderen Seite und haben das Rednerpult nicht sehen können."

Gleich nach dem Shooting wurden die Fotografen wieder in den Bundeswehr-Heli verfrachtet und nach Garmisch zurückgeflogen. Ein paar Demonstranten habe er noch fotografieren können. Die habe er schon am Tag davor vor die Linse bekommen. Dabei hätten er und die anderen Fotografen aus Sicherheitsgründen Gasmasken tragen müssen. Auch da sei die Polizei mit beeindruckendem Aufgebot vor Ort gewesen. Von einem Kräfteverhältnis "fünf zu eins" war die Rede.

Als "Freier" sei er für die dpa regelmäßig unterwegs, erzählt Müller, dessen fotojournalistische Laufbahn vor 14 Jahren mit einem Praktikum in der Redaktion des Schwarzwälder Boten in Balingen begonnen hatte. Zeitweilig schoss er als freier Mitarbeiter für unsere Zeitung in Balingen und später auch in Calw Fotos, studierte anschließend in der Hesse-Stadt Medien- und Kommunikationsmanagement, volontierte dann bei der dpa und ist heute ausgebildeter Bildjournalist.

Sein Auftrag beim G7-Gipfel ist mittlerweile erfüllt. Die Bilder von Obama und den bayerischen Dirndl-Mädels gingen durch alle Medien.