Finanzamts-Chef Wilhelm Kallenberg (stehend) und Kundenbetreuerin Andrea Eith sind zuversichtlich: Ende nächster Woche wird das neue System laufen. Foto: Ungureanu

Wegen Software-Umstellung ist eine Steuerkalkulation erst nächste Woche wieder möglich.

Balingen - Eine ungewöhnliche Situation für die Mitarbeiter des Balinger Finanzamts: Die Computer stehen still, eine elektronische Steuerberechnung ist nicht möglich. Die Computer werden auf eine allgemein kompatible Systemsoftware umgestellt.

Gleichzeitig werde auch der zentrale Server in Stuttgart umgestellt, erklärt Finanzamts-Chef Wilhelm Kallenberg im Gespräch mit unserer Zeitung. "Seit Gründonnerstag werden die Daten aus unserem bisherigen System konvertiert."

Noch in diesem Jahr würden auch Hessen und Niedersachsen auf die einheitliche Software umstellen, dann werde – mit Ausnahme von Nordrhein-Westfalen – bundesweit mit den gleichen Programmen gearbeitet.

Zwar sei eine solche Umstellung mit einer gewissen Eingewöhnungszeit verbunden: "Es dauert seine Zeit, bis man sich an die neue Software gewöhnt hat." Aber der Finanzamts-Chef ist zuversichtlich: "Anfang nächster Woche werden wir Umsatz- und Lohnsteuer bearbeiten können, und bis Ende nächster Woche ist das ganze System wieder hochgefahren."

Ein EDV-Team habe nach und nach die Mitarbeiter mit dem neuen System vertraut gemacht, mittlerweile gebe es zehn Multiplikatoren, die man im Zweifelsfall fragen könne. Kallenberg geht davon aus, dass die Mitarbeiter binnen zwei Wochen mit dem neuen System vertraut sein werden.

Aus Sicht der Finanzverwaltung sei die Umstellung in jeder Hinsicht sinnvoll, erklärt Kallenberg: Zum einen gebe es nach der Umstellung einheitliche Prüfkriterien, zum anderen sei es wesentlich teurer, bei unterschiedlicher Software die jährlichen Programmänderungen für jedes Land zu finanzieren – übrigens genau wie bei der Finanzsoftware Elster, die zunächst in Bayern als Pilotprojekt eingeführt worden sei und mittlerweile bundesweit genutzt werde.

"Seit dem Jahr 2000 sind die elektronischen Steuererklärungen kompatibel. Was davor war, muss auf Papier berechnet werden", sagt Kallenberg. Bewusst habe man die Umstellung auf die Osterfeiertage und die Ferien gelegt, sagt der Finanzamts-Chef. In diesen Tagen würden nur wenige Anrufe eingehen. "Die Kunden wissen Bescheid, dass während der Umstellung nichts läuft."

Im Service-Center im Neubau nimmt derweil alles seinen normalen Gang: Die Kunden kommen herein, die Finanzamts-Mitarbeiter prüfen die Steuererklärungen, geben Tipps, beantworten offene Fragen. Nur etwas ist anders als sonst: Die elektronische Steuerprüfung und -berechnung ist eben in den nächsten paar Tagen noch nicht möglich.