Hühner picken auf dem Grundstück der Familie Banzhaf an der Marienstraße in Dürrwangen. Gleich daneben wollen die Stadtwerke ein Trafohäuschen bauen – das könnte das Idyll zerstören. Foto: Maier

Trafohäuschen statt "kleiner Farm"? Übergabe von mehr als 900 Unterschriften im Gremium.

Balingen-Frommern - Intensiv hat sie gesammelt, nun übergibt Familie Banzhaf aus Dürrwangen in der Sitzung des Frommerner Ortschaftsrats die Unterschriftenliste.

Mehr als 900 Frommerner haben dafür unterschrieben, dass das geplante Trafohäuschen nicht auf dem seit Jahrzehnten von der Familie bewirtschafteten Grundstück in der Marienstraße in Dürrwangen, sondern wenige Meter entfernt an der Ebinger Straße gebaut werden soll. Ob es dazu kommt, darüber muss dieses Gremium entscheiden.

Darauf wies in der Sitzung des Stadtwerkeausschusses Oberbürgermeister Helmut Reitemann hin, nachdem Erwin Feucht (Grüne) um Informationen zum Bau der Trafostation in Nachbarschaft der Banzhafs gebeten hatte. Reitemann betonte, dass das Grundstück der Banzhafs, auf dem Tiere gehalten werden, nicht vom Bau betroffen sei, sondern ein rund 220 Quadratmeter großes städtisches Grundstück, das die Banzhafs von der Stadt gepachtet haben. Der Pachtvertrag sei vorsorglich gekündigt worden, weil von diesem Grundstück rund 20 Quadratmeter benötigt würden. Der Familie sei aber in Aussicht gestellt worden, dass sie die rund 200 Quadratmeter wieder pachten könnte.

Die Leiter der Stadtwerke, Harald Eppler und Harald Schäfer, betonten zudem, dass der Bau des Trafohauses an dem immer wieder ins Gespräch gebrachte Standort an der Ebinger Straße höhere Kosten verursachen würde. Außerdem verwies der Leiter des Tiefbauamts, Eduard Köhler, darauf, dass dort ein Kanal verlaufe, auf dem nicht gebaut werden sollte. Ulrich Teufel (SPD) sagte, dass an diesem Alternativstandort wohl Bäume für die Leitungen gefällt werden müssten.

Derweil haben die Banzhafs die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass das Trafohäuschen möglicherweise doch nicht auf dem von ihnen gepachteten Grundstück gebaut wird. Alle 18 Frommerner Ortschaftsräte seien angeschrieben und informiert worden, sagt Ingrid Banzhaf. Gegen das Argument, dass die mit dem Alternativstandort verbundenen Mehrkosten von rund 8000 Euro dem Steuerzahler nicht zuzumuten seien, stünden mehr als 900 Unterschriften von Steuerzahlern, die sich für den anderen Standort für das Trafohäuschen aussprechen. Die große Zahl an Unterschriften werten die Banzhafs auch als klares Zeichen des Wählerwillens – und meinen, dass dieser nicht einfach ignoriert werde dürfe. Das von ihnen gepachtete Grundstück habe sich unter ihrer Regie und aufgrund der Bewirtschaftung zu einer Bereicherung für Dürrwangen entwickelt; Kindergartenkinder, Schüler und Wanderer kämen gerne dorthin und erfreuten sich an der "kleine Farm" mit der offenen Tierhaltung sowie an der Grillstelle.

u  Die Sitzung des Frommerner Ortschaftsrats beginnt am heutigen Donnerstag um 19 Uhr im Gebäude der Ortsverwaltung.