Mit einem Sender ausgestattet, streift ein Luchs durchs Obere Donautal. Foto: Armin Hafner Foto: Schwarzwälder Bote

Natur: Raubkatze erhält Sender

Sigmaringen/Stuttgart. Ende Januar ist es einem Team der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg mit Jägern gelungen, einen Luchs im Oberen Donautal in freier Wildbahn zu fangen und mit einem Halsbandsender auszustatten. Dieser sendet nun regelmäßig Daten über den Aufenthaltsort an die Wissenschaftler. Das sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk, am Freitag in Stuttgart. Das Luchsmännchen mit dem wissenschaftlichen Namen B 600 war aus dem südwestlichen Schweizer Jura bis nach Baden-Württemberg gewandert. Er ist das fünfte Männchen, das seit 2005 in dieser Region nachgewiesen wurde.

Der Landesjagdverband Baden-Württemberg übernimmt auch für diesen zugewanderten Luchs die Patenschaft und taufte ihn auf den Namen "Lias". Anhand der Daten lassen sich seine Raumnutzung sowie seine Beutetierauswahl nachvollziehen. Falls "Lias" sich auf der Suche nach Luchsinnen wieder in die Schweiz zurückbewegt, erhoffen sich die Forscher Erkenntnisse über die noch verbleibenden Wanderkorridore zwischen Deutschland und der Schweiz.

Bisher wurden in Baden-Württemberg nur einzelne Luchsmännchen nachgewiesen, aber keine weiblichen Tiere; daher gibt es kein sich reproduzierendes Luchsvorkommen. Benachbarte Populationen mit kontinuierlicher Reproduktion bestehen im Jurabogen, im Alpenraum und in der Nord-Ost-Schweiz. Wie alle mitteleuropäischen Vorkommen sind auch diese aus Projekten zur Wiederansiedlung hervorgegangen.