Trägt alle Wetter mit Fassung: das kunstvolle "Männle" vor der Balinger Stadtkirche. Foto: Erb

Das Jahr 2010 lässt es kräftig rieseln. Heißester Tag der 10. Juli mit 33,6 Grad Celsius.

Balingen-Heselwangen - Durchwachsene Bilanz: Das Jahr 2010 war im Witterungsverlauf zu kalt, durchschnittlich feucht und sonnenscheinärmer als üblich. Winter 2009/2010: An 15 Tagen lag eine geschlossene Schneedecke. Trotzdem gab es auch 2009 keine weiße Weihnacht. Das neue Jahr 2010 begann mit spiegelglatten Straßen. Der Februar trug zur Winterbilanz vor allem Schnee bei: Bei 31 Zentimetern lag die Neuschneesumme.

Der Winter 2009/2010 weist eine Mitteltemperatur von minus 0,3 Grad aus, der kernige Winter kann mit 68 Frosttagen, 91 Zentimetern Neuschneesumme und mit einer geschlossenen Schneedecke an 49 Tagen aufwarten.

Frühjahr 2010: Der März war zweigeteilt. Auf eine noch streng winterliche erste Monatshälfte folgte ein halber Monat mit frühlingshaften Temperaturen. Die Temperaturspanne reicht im März von minus 11,7 Grad bis plus 21,4 Grad. Der April war wärmer, sonnenscheinreicher und wesentlich trockener als üblich. An 26 von 31 Tagen regnete es im Mai. In der Summe kamen 136,7 Liter pro Quadratmeter zusammen. Insgesamt war das Frühjahr 2010 kälter (7,7 Grad gegenüber 8,2 Grad Durchschnittswert), deutlich feuchter (321,7 Liter gegenüber 235,3 Liter) und mit etwas weniger Sonnenschein (476,2 Stunden gegenüber 518,7 Stunden) versehen.

Sommer 2010: Mit dem kalendarischen Sommeranfang am 21. Juni begann der Sommer. Zuvor war der Juni 2010 zu kalt, zu nass und sonnenscheinarm. Im letzten Monatsdrittel drehte sich das Wetter, sodass in der Gesamtbilanz der Monat sogar etwas zu warm ausfiel. Der Juli zeigte sich im letzten Monatsdrittel mehr herbstlich als sommerlich: Es regnete zu Beginn der Sommerschulferien. Nach kurzer Abkühlung nach der ersten Juliwoche war dann bis zur Monatsmitte jeder Tag ein sogenannter Sommertag mit 25 und mehr Grad Celsius.

Der August verhagelte die Sommerbilanz. Bundesweit wurde der nässeste August seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen registriert. Auf der Zollernalb war der August beim Niederschlag durchschnittlich, ansonsten war der Monat etwas zu kalt und deutlich sonnenscheinärmer als üblich. Der Sommer brachte es auf 39 Sommertage.

Herbst 2010: Etwas zu trocken, etwas mehr Sonne, aber auch etwas kälter als üblich: Das ist die Kurzbilanz für das September-Wetter. Das Wetter im Oktober war dreigeteilt. Nach einem goldenen Auftakt folgte eine Periode mit verregnetem und fast winterlichem Wetter, um dann den Monat mit ruhigem, kühlen und teils nebligem Wetter, aber auch mit sonnigen und warmen Tagen ausklingen zu lassen. Am 20. Oktober fiel auf den Höhen der Albberge der erste Schnee. Auf eine viel zu warme erste November-Hälfte folgte eine winterliche Hälfte mit ungewöhnlich viel Schnee und strengem Frost.

Winter 2010/2011: Der Dezember zeigte sich als strammer Wintermonat, der um 2,6 Grad zu kalt ausfiel, in dem eine Neuschneesumme von 70 Zentimetern zusammenkam und an 23 Tagen eine geschlossene Schneedecke lag. Aber es gab auch wieder einmal weiße Weihnachten mit allein 19 Zentimetern Neuschee an Heiligabend.

Das Jahr 2010: Die Jahresmitteltemperatur betrug 8,1 (Durchschnittswert 8,6) Grad Celsius. An Niederschlag fielen 888,2 (873,0) Liter auf jeden Quadratmeter. In der Summe hatte das vergangene Jahr 134 (129) Regentage. Die größte Regenmenge binnen 24 Stunden fiel an der Messstelle vom 17. auf den 18. Juni mit 38,5 (45,3) Litern pro Quadratmeter. An 17 (25) Tagen wurden Gewitter registriert. Nebel gab es an 32 (30) Tagen, und die Sonne schien am Beobachtungsort 1738,7 Stunden lang. Frost gab es 2010 an 108 (99) Tagen.

Der kälteste Tag des Jahres war der 26. Dezember mit minus 15,6 Grad Celsius und entsprach somit genau dem Durchschnittswert aus den 31 vorausgegangenen Jahren. Geschneit hat es im Jahr 2010 an 58 (39) Tagen. Eine geschlossene Schneedecke lag an 72 (40) Tagen. Zählt man allen gefallenen Schnee im Jahr 2010 zusammen, so kommt man auf eine Neuschneesumme von 190 Zentimetern (89) – mehr als doppelt so viel wie durchschnittlich. Wärmster Tag des Jahres 2010 war der 10. Juli mit 33,6 (32,9) Grad Celsius.

Alle Werte wurden in Heselwangen, 573 Meter über dem Meer, registriert.

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