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Balingen Corona-Chaos wirbelt Längenfeldschule durch

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Mit diesem Schreiben sind die Eltern der Längenfeldschüler am Mittwoch über die angebliche Coronainfektion einer Drittklässlerin informiert worden. Das Schulleben ist nun in heftigen Turbulenzen. Foto: Ungureanu

Balingen - Das Coronavirus beeinträchtigt nun auch in erheblichem Maße das schulische Leben an der Längenfeldschule in Balingen. Das Gesundheitsamt meldete am Mittwoch zunächst, dass eine Drittklässlerin infiziert sei – am Abend kam die Korrektur: Die Infizierung bestätigte sich nicht.

Das Mädchen und ihre Klassenkameraden sind auf Empfehlung des Gesundheitsamts und in Absprache mit dem Statlichen Schulamt Albstadt am Mittwoch nach dem Ergebnis des sogenannten ersten Suchtests, der bei der Drittklässlerin laut Gesundheitsamt "stark positiv" ausgefallen war, für zwei Wochen in häusliche Quarantäne geschickt worden. Auch fünf Lehrkräfte, die in der betroffenen Klasse unterrichten, waren von dieser Vorsorgemaßnahme betroffen.

In häuslicher Absonderung befindet sich zudem seit Beginn der vergangenen Woche nach einem Südtirol-Aufenthalt Schulleiterin Diana Hofer. Die Eltern aller Schüler wurden nach Angaben von Gernot Schultheiß, Leiter des Schulamts, über die scheinbare Coronainfektion informiert.

Unterricht fällt aus

Die erste, wie sich später herausstellte falsche Meldung der Infektion der Drittklässlerin hatte erhebliche Folgen für den Schulbetrieb: Angekündigt war seitens des Schulamts, dass wegen Lehrermangels zunächst am Donnerstag der reguläre Unterricht für die Klassen 1a und 1b sowie für die Klasse 3a ganz ausfallen sollte.

Genau dabei bleibt es auch, obwohl sich die Corona-Infektion der Drittklässlerin bei der laut Gesundheitsamt nach dem Suchtest veranlassten labormäßigen Bestätigungsuntersuchung nicht bewahrheitet hat: Rektorin Hofer meldete sich am Mittwochabend aus dem Homeoffice mit einer Mail, dass der Unterricht für diese Klassen am Donnerstag wie angekündigt nicht stattfinden werde.

Bevor die Kinder und die Lehrer wieder an die Schule kommen könnten, wolle man noch ausstehende Testergebnisse von weiteren Kindern abwarten. Schulamtsleiter Schultheiß will sich, sagte er am Mittwoch, am Donnerstag vor Ort ein Bild von der Lage an der Längenfeldschule machen und mit den Lehrkräften die weitere Unterrichtsversorgung besprechen.

Ganze Schule schließen?

Mehrere Eltern von Längenfeld-Schulkindern äußerten am Mittwochnachmittag, davon ausgehend, dass die Infektion tatsächlich vorliegt, im Gespräch mit unserer Zeitung große Sorgen - und fragten, warum nicht gleich die ganze Schule geschlossen werde. Schließlich hätten die von der Quarantäne betroffenen Kinder sowie das scheinbar infizierte Mädchen an der ganzen Schule, teilweise in der Mensa, möglicherweise über Geschwisterkinder auch im nahen Kindergarten sowie in der Freizeit etwa in Vereinen vielfältige Kontakte, durch die das Virus weitergetragen werden oder bereits worden sein könnte. Ganz schnell, so die Angst, könnte sich das Virus auf das gesamte Schulzentrum verbreiten.

Obwohl sich die Infektion nicht bestätigt hat, sind dies hochaktuelle Fragen. Schulamtsleiter Schultheiß meinte am Mittwoch, dass die Quarantäne für eine ganze Klasse sowie die mit den Schülern in Kontakt gewesenen Lehrkräften die "unterste Maßnahme" sei. Auch der baden-württembergische Sozialminister Manne Lucha (Grüne) äußerte sich am Mittwoch zu Schulschließungen, die der Philologenverband wegen des Coronavirus flächendeckend im Land gefordert hatte. Der Schulbetrieb stelle, so Lucha, grundsätzlich keine Großveranstaltung dar, da der Aufenthalt in der Schule überwiegend in kleinen Gruppen stattfinde. Außerdem gebe es jetzt schon klare Vorgaben, wie sich Schüler, die sich in Risikogebieten aufgehalten hatten, zu verhalten hätten. In einer Schule sei es, so Lucha weiter, außerdem im Vergleich zu einer Großveranstaltung möglich, Infektionsketten nachzuverfolgen, da die Namen der Schüler bekannt sind. In der Folge seien Schüler in Quarantäne geschickt worden, in Einzelfällen sei es zu Schulschließungen gekommen.

Kinder kaum betroffen

Lucha verweist zudem darauf, dass sich Kinder nach den bislang vorliegenden Informationen zwar mit dem Coronavirus infizieren, aber selten tatsächlich erkranken. In Baden-Württemberg entfallen nach Angaben des Ministers weniger als zehn Prozent der Infektionen auf Kinder und Jugendliche. Insofern könne angenommen werden, dass Kinder bei der Übertragung des Virus allenfalls eine geringe Rolle spielen; bisherige epidemiologische Daten stützten diese Annahme. Lucha: "Selbstverständlich beobachten wir die Lage genau und werden auch in Zukunft lageorientiert entscheiden."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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