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Balingen Die Facetten der Integration

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Ute Sauter ist zuständig für Integration. Foto: Landratsamt Foto: Schwarzwälder Bote

"Miteinander statt nebeneinander" – mit diesen Worten hat Ute Sauter das Ziel ihrer Tätigkeit umschrieben. Die Leiterin der Stabsstelle Integration und Flüchtlingshilfe des Zollern­albkreises stellte im Schul-, Kultur- und Sozialausschuss des Kreistags ihre Tätigkeit vor.

Zollernalbkreis. Wie wichtig diese Tätigkeit ist, verdeutlichen die Zahlen: Rund 30 Prozent der Zollern­älbler haben einen Migrationshintergrund, bei den Kindern sind es sogar 33 Prozent.

Anhand ihrer Ausführungen machte Ute Sauter deutlich: Die Arbeit der zentralen Anlaufstelle für Fragen der Integration ist vielfältig und reicht von der Netzwerkarbeit – etwa mit sozialen Betreuern, Caritas und Diakonie, den Freundeskreisen Asyl, dem Jobcenter und der Agentur für Arbeit – bis hin zur Beschaffung von Fördermitteln, zum Beispiel für Sprach- oder Alphabetisierungskurse, und zur Mitarbeit in verschiedenen Gremien.

Viele Anmeldungen für Sprachkurse

Innerhalb des "Paktes für Integration" habe das Land Baden-Württemberg für die ersten 24 Monate 320 Millionen Euro zur Verfügung gestellt; der Pakt werde voraussichtlich bis 2022 verlängert. Allein für die Sprachkurse habe es in den vergangenen Jahren im Zollernalbkreis zwischen 100 und 200 Anmeldungen gegeben.

Anders sehe es bei den Alphabetisierungskursen aus, wo die Mindestzahl von zwölf Teilnehmern nicht erreicht worden sei. "Wir haben eine 15-jährige Analphabetin", nannte Sauter ein Beispiel, "die durchs Raster fällt, weil Alphabetisierungskurse erst für Volljährige angeboten werden". "Die Investitionen", sagte Sauter, "dienen nicht nur den Menschen mit Migrationshintergrund, sondern der gesamten Gesellschaft."

Vorurteile sollen abgebaut werden

Auch die Arbeit des ehrenamtlich tätigen Migrationsbeirats stellte Ute Sauter vor, die unter anderem auch die Geschäftsführerin des Gremiums ist. Das Ziel: Vorurteile abzubauen und das Zusammenleben verschiedener Kulturen zu erleichtern. Die einzelnen Nationalitäten sollen, so das Anliegen, in Kontakt treten und ein gutes Miteinander finden.

Auf die Frage von SPD-Kreisrätin Angela Godawa, wieso die 17 Mitglieder benannt und nicht wie andernorts gewählt seien, erklärte Landrat Günther-Martin Pauli, dass es in verschiedenen Städten zwar gewählte Migrationsbeiräte gebe, dass aber das Gremium im Zollernalbkreis das bundesweit erste sei, das einen ganzen Landkreis vertrete und nicht an kommunale Strukturen gebunden sei.

Bei der Zusammensetzung des Gremiums, das im Kreistag eine beratende Funktion habe, "wollten wir eine möglichst breite Expertise", sagte Pauli. Er verwies darauf, dass die meisten Mitglieder des Gremiums einen Migrationshintergrund hätten und in unterschiedlichen Berufsfeldern aktiv seien – vom Schulleiter über die Richterin oder den Kirchenvertreter bis hin zum Journalisten. Noch mehr Mitglieder? Eher nicht, argumentierte der Landrat: "Wir haben uns auf 17 beschränkt, um handlungsfähig zu bleiben." "Integration passiert dann, wenn die Nationalität keine Rolle mehr spielt", sagte Sauter. Beifall gab es, mit dem die Kreisräte ihre Zustimmung signalisierten.

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