Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Balingen "Die Bruchlandung Gottes"

Von
Pfadfinder haben das Friedenslicht aus Bethlehem in die Balinger Friedhofkirche gebracht. Foto: Thiercy Foto: Schwarzwälder Bote

Balingen. "Ist an der alten Geschichte überhaupt was dran?" Diese provokante Frage stellte der evangelische Pfarrer Oliver Saia. Er leitete den ökumenischen Gottesdienst am Weihnachtsabend in der Balinger Friedhofkirche.

Wie viel die in den vergangenen Wochen in die Schlagzeilen geratene Friedhofkirche den Balingern wert ist, bewiesen hunderte Gläubige am Weihnachtsabend. Das Gotteshaus war voll besetzt.

Beim ökumenischen Gottesdienst gingen Alwin Hummel und Rita Koch sowie Heide Müller und Pfarrer Oliver Saia auf "Unglaubliches" ein. Unglaubliches Leid, Kälte, Scheitern und Dunkel auf der einen Seite und dann die unglaubliche Liebe, Hoffnung und das Licht auf der anderen. Ganz klassisch folgte die Lesung aus dem Lukasevangelium.

Ganz modern war die Predigt von Saia, die eben keine Predigt sein sollte. Der Pfarrer fragte provokant: "Was macht die stille Nacht noch heilig?" Er sinnierte, was an der alten Geschichte aus der Bibel überhaupt dran sei, was den Gläubigen das alles heute noch angehe.

Jedes Jahr im Dezember erlebe er, dass Gott in den Ritualen nicht da sei. Da gehe es um Glühwein, ums Einkaufen, um ein weiteres Festessen. An Weihnachten aber werde ein Geburtstag gefeiert, der ganz ohne Geld und Konsum auskomme – das ginge auch in Deutschland, einem der reichsten Länder der Welt. "Wir sollten innehalten, das Rauschen ausblenden", so Saia.

Der Pfarrer stellte eine weitere Frage: "Ist diese Geschichte wahr?" Seine Antwort: "Wenn ich mal ehrlich sein darf, ich glaub die Story in der Bibel." Und das tue er, weil der Schöpfer der Galaxie eben nicht in einem schicken Schloss, sondern einem dreckigen Stall landete. "Das war eine Bruchlandung Gottes in einer Bruchbude."

Aber genau das mache das Wunder aus, dass Gott in die Finsternis der Menschen gehe. Man könne auch zwischen Punsch und Lebkuchen nach dem Weg suchen. Mit der "Aktion" von Jesu Geburt in einem Stall habe Gott "einiges verrenkt und Türen geöffnet für Menschen, denen diese sonst verschlossen bleiben". In Saias Interpretation ist das Lukasevangelium nicht mehr und nicht weniger als "die Message vom Leben, das vor der Tür steht". Ganz modern war auch die Lichtshow, die den Altarraum nach und nach heller und heller und schließlich in allen Farben des Regenbogens erstrahlen ließ.

Traditionell brachten am Ende des Gottesdienstes die Balinger Pfadfinder eine Kerze in die Kirche – das Friedenslicht aus Bethlehem. Diese Flamme, von der jeder Besucher einen "Ableger" mit nach Hause nehmen durfte, wurde in der Geburtsstadt von Jesu entfacht und über Wien und Stuttgart nach Balingen gebracht. Die Pfadis haben das Licht eine Woche lang gehütet.

Ihre Redaktion vor Ort Balingen

Steffen Maier

Fax: 07433 901829

Flirts & Singles

 
 

Top 5

13

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.