Moritz Wolf (links) und Antonio Schmusch haben mit ihrem Projekt "All Sky View" die Bewertungsjury von "Jugend forscht" überzeugt. Foto: Privat Foto: Schwarzwälder Bote

Bildung: Antonio Schmusch und Moritz Wolf sind mit ihren Kamerastationen bei "Jugend forscht" erfolgreich

Die Freude ist groß: Antonio Schmusch und Moritz Wolf, beide 19 Jahre alt, waren mit ihrem Projekt "All Sky View – Aufbau von Kamerastationen zur Überwachung der Himmelshelligkeit" beim Regionalentscheid des Wettbewerbs "Jugend forscht" erfolgreich.

Balingen. Die beiden Jungforscher sind Regionalsieger im Fachgebiet "Geo- und Raumwissenschaften" und erhielten für ihre Arbeit den Sonderpreis "Umwelttechnik". Unterstützt wurden sie von der Wissenswerkstatt Zollernalb der Volkshochschule Balingen, die auch Sponsoren für das Projekt gefunden hatte. Betreut wird es von Till Credner vom Progymnasium Rosenfeld. Wolf und Schmusch werden künftig als Mentoren für die Wissenswerkstatt Zollern­alb tätig sein.

In ihrer Arbeit dokumentieren die Beiden die Himmelshelligkeit und deren Verlauf in einer Nacht bis hin zu 18 Monaten. Hierfür wurden zwei Kamerastationen entwickelt, die zu jeder Zeit automatisiert All-Sky-Aufnahmen des Himmels machen und die nächtlichen Aufnahmen bezüglich der Himmelshelligkeit auswerten.

Nachdem die Kameras – es handelt sich hierbei um handelsübliche Systemkameras – mit einem so genannten Sky-Quality-Meter kalibriert wurden, können aus den Bildern die Himmelshelligkeiten berechnet werden. Die Kamerastation in Dotternhausen wurde von der Wissenswerkstatt Zollernalb finanziert und läuft nun seit mehr als zwei Jahren. Im August 2018 wurde eine zweite Station auf dem Schachen im Biosphärengebiet Schwäbische Alb installiert, eine Gegend, die als lichtverschmutzungsarm gilt.

Die Jungforscher – Moritz Wolf stammt aus Geislingen, Antonio Schmusch aus Dotternhausen – fanden heraus, dass der Himmel über Dotternhausen beispielsweise mindestens doppelt so hell ist wie der Himmel über dem Schachen. Des Weiteren sei der Einfluss von natürlichen Lichtquellen wie zum Beispiel des Mondes und der Milchstraße auf dem Schachen höher als in Dotternhausen. Dies zeige, dass vor allem der Himmel über Dotternhausen eine spürbare Aufhellung durch künstliche Beleuchtung erfahre, heißt es in einer Mitteilung weiter. So sei der Himmel über Dotternhausen im Vergleich zu einem rein natürlichen Himmel mindestens fünfmal so hell.

Mit dem Gesetzentwurf zur Stärkung der biologischen Vielfalt in Baden-Württemberg gerät nun auch der Einfluss von künstlicher Beleuchtung in den Fokus der Diskussionen, wie es weiter heißt. In dem Entwurf vom Dezember vergangenen Jahres würden Maßnahmen zur Reduzierung der sogenannten Lichtverschmutzung genannt. In Zukunft soll mithilfe der Kamerastationen überprüft werden, ob das Biodiversitätsstärkungsgesetz langfristig eine Reduktion der Lichtverschmutzung zur Folge hat. Hierfür haben die beiden eine dritte Station gebaut und Kontakt mit weiteren Interessenten aufgenommen.

 Antonio Schmusch und Moritz Wolf laden für Samstag, 28. März, von 14 bis 17 Uhr zum Aktionsnachmittag "Jugend forscht" der Wissenswerkstatt Zollernalb im vhs-Zentrum Weilstetten von 14 bis 17 Uhr ein; es ist keine Anmeldung notwendig. Sie stellen dort ihre Projekte kurz vor und unterstützen Schüler bei der Themensuche und Erarbeitung eigener Projekte.

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