In der Tür des "Schwanen" in Haigerloch steht Pablo Gonzalez – noch: Den Gastronomen zieht's nach Balingen. Foto: Maier Foto: Schwarzwälder-Bote

Gastronom macht in Haigerloch 2013 Schluss – nun will er in die Stadt, "in der etwas geht"

Balingen/Haigerloch (mai). Er sitzt auf der Schwanen-Terrasse, die Sonne scheint, die Eyach fließt vorbei. Ein idyllisches Bild. Fest steht: Allzu lange kann Pablo Gonzalez es nicht mehr genießen. 2013 ist für den Gastronomen in Haigerloch Schluss. Deshalb zieht es ihn nach Balingen.

In Haigerloch ist der Schwabe mit spanischen Wurzeln seit 2001 im Gastronomiegeschäft. Im Herzen der Unterstadt betreibt er quasi vier Betriebe auf einmal unter zwei Dächern: Das Gasthaus Schwanen, darin das Restaurant und die Vinothek und außerdem das Hotel Leda. Dem Ensemble hat Gonzalez den Namen "Cosita" gegeben. Damit will er in die Stadt, "in der etwas geht": "Wenn ich im Zollernalbkreis auf die Landkarte schaue, kommt eigentlich nur Balingen in Frage", so Gonzalez.

Für Balingen wäre der Umzug ein weiterer bunter Punkt auf der ohnehin schon bunten Gastronomie-Landkarte. Gonzalez hat sich in Haigerloch, zunächst mit seinem langjährigen Partner Chris Groen und dann nach dessen Ausstieg von 2010 an mit der neuen Küchenchefin Anja Kretschmer einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Das Restaurant, in dem frische, spanisch-mediterrane Küche serviert wird, ist in allen bedeutenden Gastro-Führern gelistet.

Auf der einen Seite als "bedauerlich", andererseits als "herausfordernd" beschreibt Gonzalez den Umstand, dass ihm in Haigerloch der Pachtvertrag gekündigt wurde. Ende Juni 2013 muss er raus aus dem historischen Schwanen-Gebäude, in dem nachweislich seit 1609 Gastwirtschaften untergebracht waren. Entgegen kommt ihm, dass er, der in Haigerloch als Sohn spanischer Eltern geboren wurde und aufgewachsen ist, seit 2005 mit Frau und Kind in Balingen lebt. Viele Balinger kennen ihn außer als Schwanen-Chef auch als Beschicker des Wochenmarkts.

Wenn möglich, will Gonzalez das gesamte Schwanen-Ensemble rüber nach Balingen holen, mit Restaurant, Hotel, Café sowie der Vinothek und dem Handel für spanische Spezialitäten. Alles zusammen sei "Cosita", und das sei, anders als es die wörtliche Übersetzung sage, nicht nur eine kleine, sondern eben eine wertvolle Sache. Jede Säule sei wichtig. Sein Team, bestehend aus sechs Mitarbeitern, hat schon zugesagt, mit umzuziehen. Nur eines hat Gonzalez noch nicht definitiv: den passenden Standort. Für "Cosita" will Gonzalez keine Kompromisse eingehen.

Gerüchte, wonach es ihn wieder an die Eyach zieht, auf das Gelände am Brückenweg, wo einst der Weltladen beheimatet war und wo ein Gebäude seit Jahren vor sich hin gammelt – diese Gerüchte will Gonzalez nicht bestätigen. Was er sagt: Ja, er habe sich schon einige Standorte angeschaut, ihm sei schon einiges angeboten worden. Nein: Unterschrieben sei noch nichts. Und über ungelegte Eier möchte er nicht reden. Über Eier, die aus dem Rennen sind, dagegen schon: Sehr gut, so Gonzalez, hätte er sich das ehemalige "Rad" an der Ecke Wilhelm-Kraut-/Eckenfelderstraße vorstellen können – wegen der Lage, wegen der Scheune im Hinterhof, Das hätte gepasst. Es hätte das neue "Cosita" sein können.