Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Balingen Corona: Weniger Kriminalität, mehr Arbeit

Von
Ein Fahrrad lehnt nicht abgeschlossen am Eingang der Balinger Fußgängerzone. Das ist leichtsinnig: Im vergangenen Jahr wurden zahlreiche Drahtesel gestohlen. Foto: Maier

Balingen -  Auch die Polizisten in Balingen bekommen die Corona-Pandemie zu spüren - auf ganz unterschiedliche Weise, wie Gerhard Schuler, kommissarischer Leiter des Reviers, am Dienstagabend im Gemeinderat sagte. Schuler stellte dem Gremium zudem die Kriminalstatistik für das Jahr 2019 vor.

Als Auswirkungen der Corona-Krise im laufenden Jahr registrierte die Polizei laut Schuler einen deutlichen Rückgang der Fallzahlen insgesamt, insbesondere bei den Rohheitsdelikten, bei der Gewalt- und Straßenkriminalität sowie den Diebstählen. Bisher habe es, so Schuler, anders als befürchtet auch keine Zunahme der innerfamiliären Konflikte gegeben. Allerdings haben die Balinger Polizisten im Rahmen der Pandemie 819 zusätzliche Einsatzstunden geleistet.

Lage bei Polizei "beschissen"

Erschwerend kommt dabei hinzu, dass das Balinger Revier in Sachen Personal derzeit auf dem Zahnfleisch geht. Mehrere Kollegen seien in den Ruhestand gegangen, bei anderen stehe dieser unmittelbar bevor. Auf gut deutsch, so Schuler, sei die Lage derzeit "beschissen". Erst von 2021 an gebe es die Aussicht auf Besserung.

Im vergangenen Jahr wurden in Balingen 1606 Straftaten erfasst. Das sind 23 mehr als im Jahr zuvor. Davon konnte die Polizei 1020 aufklären. "Die Sicherheitslage war 2019 besser als in Albstadt, aber schlechter als in Hechingen", fasste es Schuler zusammen. Setzt man die Zahl der Straftaten ins Verhältnis zu der Einwohnerzahl, ist es für Balingen der zweitbeste Wert seit 2009.

Die Aufklärungsquote liegt mit 63,5 Prozent leicht unter dem langjährigen Schnitt von 64,2 Prozent. "Da haben wir leider leicht nachgelassen", kommentierte dies Schuler. In 74 Fällen kam es im vergangenen Jahr in Balingen zu Gewaltkriminalität, davon handelte es sich in 51 Fällen um gefährliche oder schwere Körperverletzung. Das ist der zweitniedrigste Wert seit 2009. Bei der Straßenkriminalität ist mit 247 Fällen sogar der beste Wert der vergangenen zehn Jahre zu verzeichnen.

Rauschgift-Fallzahlen werden steigen

Auffallend war 2019 die hohe Anzahl an Fahrraddiebstählen: 16 Räder mehr als 2018 wechselten unerwünschterweise ihren Besitzer. Dafür sind Autodiebstähle um 20 Prozent zurückgegangen, es gab 22 Prozent weniger Taschendiebstahl und 33 Prozent weniger Trickdiebstahl. 102 Mal haben Ladendiebe zugeschlagen, einmal mehr als im Jahr zuvor.

13 Mal wurde ein Raub begangen, der spektakulärste war sicherlich der Überfall auf die Sparkasse, bei der der süddeutschlandweit agierende Täter im Rentenalter in Balingen festgenommen und vom Landgericht Hehchingen zu einer Haftstrafe verurteilt wurde.

Angestiegen ist die Zahl der Rauschgiftkriminalität, doch gilt hierbei: wenig Kontrollen, wenig Fälle - viele Kontrollen, viele Fälle. "Die Lage in Balingen ist 2019 auch nicht schlechter als vor fünf Jahren", ordnete dies Schuler ein. Seit 2020 gebe es eine Rauschgiftermittlungsgruppe, weswegen der Revierleiter davon ausgeht, dass die Fallzahlen 2020 noch weiter steigen werden.

"Skrupellose" Kriminalität gegen ältere Menschen

Einen Anstieg gab es auch bei den Sexualdelikten. Dazu sagte Schuler: "Jedes Delikt ist eines zuviel." 34 Mal wurden der Polizei schwere Diebstähle aus Büros oder Werkstätten gemeldet, dabei wurden in einem Fall aus einem Autohaus hochwertige Räder im Wert von 185 .000 Euro gestohlen. 16 Mal wurde 2019 in Balingen in Wohnungen eingebrochen.

Als "ganz besonders skrupellos" und "wirklich widerlich" bezeichnete Schuler die Kriminalität gegen ältere Menschen: Sei es, dass sich Ganoven als falsche Polizisten ausgeben oder mit der Enkeltrick-Masche versuchen, Senioren um ihr Erspartes zu bringen.

Die Anzahl der Tatverdächtigen insgesamt hat mit 782 den niedrigsten Stand seit 2009. 75 Prozent davon haben einen deutschen Pass. 200 Tatverdächtige waren weiblich. Die Zahl der ermittelten Asylbewerber unter den Tatverdächtigen ist weiter rückgängig und betrug im vergangenen Jahr 29.

Fotostrecke
Artikel bewerten
2
loading
1

Kommentar

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.