Der CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Bareiß im Facebook-Dialog mit Bundesgesundheitsminister Jens SpahnFoto: Spoo Foto: Schwarzwälder Bote

Dialog: CDU-Abgeordneter Bareiß und Bundesgesundheitsminister Spahn auf Facebook

Sie sind befreundet, der CDU-Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretär Thomas Bareiß und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Beide Politiker haben sich live in Facebook ausgetauscht und Fragen der Zuschauer beantwortet.

Zollernalbkreis. "Die drei bis vier Monate kommen mir deutlich länger vor", so im Rückblick der Minister, der zu Beginn der Corona-Pandemie auf dem Rückweg von Rom nach Berlin von dem Ausbruch in Heinsberg erfahren hatte. Ab da war er mitten im Geschehen und ständig in den Medien präsent. Warum es in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern relativ wenige Erkrankte und Todesfälle infolge von Corona gab, führt Spahn zum einen auf das starke Gesundheitswesen zurück und zum anderen auf große Testkapazitäten und die schnelle Kontaktverfolgung. In der Folge hätten die Bürger die eingeführten Regeln verinnerlicht: Abstand halten, Hygiene, Masken tragen. Denn Masken, davon ist Spahn überzeugt, böten einen gewissen Schutz, besonders in Situationen, wo man nicht genügend Distanz halten könne, etwa in geschlossenen Räumen.

Aber auch die Corona-Warn-App kann nach seiner Meinung helfen, das Corona-Risiko zu senken. Spahn erwähnte auch die schnelle Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen. So sei Remdesivir jetzt zugelassen. "Viele Pharmaunternehmen und Forscher fühlen sich ›committed‹, wie der Engländer sagen würde", so der Gesundheitsminister, Beispiele CureVac in Tübingen, Biontech, AstraZeneca oder Moderna. Spahn machte deutlich: "Wir wollen sicherstellen, dass der Impfstoff in Deutschland verfügbar ist." Dann müssten die Risikogruppen zuerst geimpft werden. Eine Corona-Impfpflicht lehnte er hingegen ab.

Die Situation in Afrika wurde von einem Zuschauer angesprochen. Diese sei, so Spahn, schlecht vergleichbar mit der in Europa wegen unterschiedlicher Gesundheitssysteme und einer deutlich jüngeren Bevölkerung.

Spahn zeigte sich erschrocken über manche Posts voller Hass und Emotion. Man müsse doch, mahnte er, weiter miteinander reden können auch bei unterschiedlichen Positionen.

Eine Frage betraf die zu Beginn der Pandemie mangelhafte Versorgung der Kliniken, Arztpraxen oder Pflegeheime mit Masken und Schutzkleidung. Spahn räumte ein, dass damals Knappheit geherrscht habe, bis die Produktion in China wieder angesprungen sei und deutsche Unternehmen mit der Herstellung von Masken begonnen hätten. Bei manchen Lieferungen habe sich durchaus die Frage der Qualität gestellt.

Spahn äußerte die Erwartung, dass Pflegekräfte künftig besser für ihre verantwortungsvolle Arbeit bezahlt werden.

Eine klare Absage erteilte der CDU-Politiker denen, die wieder "Party machen wollen". Seine Meinung: "Ballermann geht nicht." Das habe sich auch in Ischgl gezeigt.

Thomas Bareiß’ Erfahrung aus der Corona-Zeit: "Aus Telefongesprächen sind Freundschaften entstanden." Man habe sich gegenseitig geholfen und Kontakte vertieft. Spahn macht eine gewisse "Start-up-Mentalität" infolge der Krise aus: "Behörden sind schneller geworden, die Zulassung von Studien geht zügiger." Bis zur "Apotheke an der Ecke" sei ein Willen spürbar, flexibel zu sein. Er wünscht sich, diese Aufbruchstimmung zu erhalten.

Auch Persönliches wurde in den rund 30 Minuten ausgetauscht. So wird Spahn, wie er sagt, mit seinem Mann Urlaub am Tegernsee statt in Portugal machen. Überhaupt könne man in diesem besonderen Jahr vielleicht auf Fernreisen verzichten.

Spahn sprach zum Abschluss auch Lob und Dank denen aus, die während der Corona-Krise die Stellung gehalten und beispielsweise die Versorgung gesichert haben. Fazit von beiden Politikern: Aus der Krise seien auch Chancen entstanden.

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