Die Footballabteilung der TSG startet kommendes Jahr in ihre erste Saison. Samir Hatchami von den Bucks ist voller Vorfreude. Allerdings wünscht er sich bessere Trainingsmöglichkeiten.
„Bei uns zählt jeder Einzelne, aber zusammen sind wir unschlagbar. Wir sind nicht nur ein Team, wir sind eine Familie – und wir stehen füreinander ein.“ Diese Werte haben die Balingen Bucks auf ihrer Homepage niedergeschrieben. Das noch junge Football-Team ist voller Tatendrang, legt den Finger aber auch in eine altbekannte Wunde: die limitierten und sanierungsbedürftigen Sportstätten in Balingen.
Samir Hatchami ist Vorsitzender der Balingen Bucks. Im Gespräch mit unserer Redaktion wird schnell klar: Der 25-Jährige liebt American Football und steckt massig Energie in das Vorhaben, den US-Sport mit dem Lederei noch weiter in Balingen zu etablieren.
Kontakt mit der TSG aufgenommen
„Angefangen hat das alles mit meinem Kindheitsfreund Nelson Stegmaier“, berichtet Hatchami. Der Mitbegründer des Vereins brauchte einen Trainingspartner, dem er das Ei zuwerfen konnte. So weckte er die Leidenschaft beim Vorsitzenden Hatchami.
Die beiden entwickelten Pläne, um ein eigenes Football-Team in Balingen zu gründen. Mit der TSG Balingen hat man Kontakt aufgenommen. „Es war ein großer Aufwand und viel Arbeit, bis wir Konzepte ausgearbeitet hatten und so weit alles organisiert war“, erzählt Hatchami.
Das Interesse stieg dem Vorstand zufolge stetig. Vor gut einem Jahr waren es noch fünf Spieler, die beim Training aufgetaucht sind. Beim Trainingscamp im März waren es dann rund 50.
Wenig Trainingsmöglichkeiten
Gegründet im Mai 2023 und seit Januar 2024 Teil der TSG Balingen sollen die Bucks stetig wachsen: „Im April 2025 starten wir in unsere erste Saison in der Kreisliga“, berichtet Hatchami. Neben der ersten Mannschaft soll ein Frauenteam etabliert werden, vom Verband wird zudem vorgegeben, ein Jugendteam zu stellen.
Interessenten im Frauen- und Jugendbereich zu finden, da ist sich Hatchami sicher, sollte kein Problem sein. Vielmehr stellen sich die Verantwortlichen aktuell die Frage, wo sie überhaupt noch trainieren können.
„Aktuell ist es so, dass wir hauptsächlich auf einem Platz des TSV Endingen trainieren können, da sind wir dem Verein extrem dankbar“, sagt der Bucks-Vorsitzende. Manchmal sei man auch auf dem Kunstrasenplatz neben dem Stadion gewesen. „Seit die Oberligasaison im Fußball aber wieder läuft, ist das immer seltener der Fall“.
Hatchami sieht hier dringenden Handlungsbedarf – und zwar von Seiten der Stadt Balingen. „Uns ist klar, dass wir Footballer erst seit Kurzem mit dabei sind, da wäre es nicht fair zu sagen, dass unser Bedarf als erstes voll gedeckt werden muss“, erklärt der 25-Jährige.
Hallen und Felder nicht ausreichend
Dennoch ist der Mitbegründer der Bucks und auf der Position des Runningbacks spielende Hatchami der Meinung, dass die noch junge Abteilung mehr Unterstützung erfahren sollte.
„Es gibt viele Interessenten, die gerne American Football spielen möchten, die wollen aber Planungssicherheit in Sachen Trainingsangebot und Spielorte haben, bevor sie sich die teure Ausrüstung zulegen“, erklärt er.
Die Stadt Balingen hat enorm viele Sportvereine und ein großes Angebot, da seien die aktuellen Ressourcen – Hallen und Felder – nicht ausreichend.
Dass die Stadt Balingen nun mit der sogenannten Sportstättenkonzeption dieses Problem angehen möchte, findet Hatchami einen wichtigen ersten Schritt. Im Zuge dessen hofft er auf einen konkreten Austausch mit den Footballern, „so dass wir unsere Anliegen klar formulieren können“.
In drei Jahren sieht er seine Bucks „im besten Fall zwei Ligen höher und auf einem festen Platz mit markierter Spielfläche trainieren“. Denn für Hatchami ist klar: „Wir wollen keine Eintagsfliege sein, die Bucks sollen sich über Jahrzehnte entwickeln und Footballfans eine Heimat bieten.“