Umsatz? Rekord! Stefan Junker (links) und Andreas Kraut, die beiden Vorstände von Bizerba, haben am Mittwoch die Geschäftszahlen des Balinger Unternehmens vorgestellt. Foto: Maier

Unternehmen steigert Umsatz im vergangenen Jahr deutlich. Kräftige Investitionen in Balingen geplant.

Balingen - Das Balinger Unternehmen Bizerba hat das Geschäftsjahr 2014 mit einem Rekord abgeschlossen. Erstmals wurde die Umsatzmarke von 500 Millionen Euro geknackt. Der geschäftsführende Gesellschafter und Vorstandsvorsitzende Andreas Kraut spricht von einem "Meilenstein" der Unternehmensgeschichte.

Der Umsatz betrug 2014 503,8 Millionen Euro und damit 37,7 Millionen oder 8,1 Prozent mehr als noch im Jahr davor. In den vergangenen fünf Jahren hat das Unternehmen den Umsatz sogar um mehr als 25 Prozent gesteigert. Kraut sieht das als Bestätigung der "Strategie des nachhaltigen Wachstums". Auch der Ertrag sei gestiegen; genau Angaben dazu machte Kraut nicht.

Nach Angaben von Stefan Junker, dem kaufmännischen Geschäftsführer, haben im vergangenen Jahr alle Geschäftsbereiche – von der klassischen Wäge-, Schneide- und Auszeichnungstechnologie über Inspektions- und Logistiksysteme bis hin zu Softwarelösungen – zu diesem guten Ergebnis beigetragen. Das zeige, dass der Umsatz auf "soliden Beinen" stehe. Gestiegen ist auch die Zahl der Mitarbeiter: Bizerba beschäftigt aktuell 3223 Menschen (plus 250 im Vergleich zu 2013); mehr als 1000 davon am Stammsitz in Balingen, rund 200 in Meßkirch und weitere rund 500 an den Standorten Bochum und Hildesheim. Dazu kommen rund 1500 Mitarbeiter, die bei den 25 Tochtergesellschaften der Bizerba auf der ganzen Welt ihre Brötchen verdienen.

Vertreten ist das Balinger Unternehmen in 120 Ländern – in "allen wichtigen Märkten", wie es Andreas Kraut formuliert. Ein Drittel des Umsatzes wurde in Deutschland erwirtschaftet, 44 Prozent im Rest Europas, 19 Prozent in den USA – laut Kraut der derzeit am stärksten wachsende Markt. Ausbaufähig sei der Umsatz in Asien. 2014 wurden Niederlassungen in Südafrika und, trotz der schwierigen Situation, in der Ukraine gegründet; diese seien langfristig ausgerichtet, so Kraut. So soll von Kapstadt aus nach und nach der afrikanische Markt südlich der Sahara erschlossen werden. Eine weitere Tochter nahm zum 1. Januar 2015 in Brasilien die Arbeit auf – Kunde der ersten Stunde dort ist JBS, der größte Fleischproduzent der Welt. Zudem erreichte Bizerba durch die Übernahme der Busch-Werke in Trimmis eine führende Stellung in der Schweiz. Im März verleibten sich die Balinger das französische Unternehmen Luceo mit Sitz in Rennes ein, laut Kraut Technologieführer im Bereich optischer Inspektionslösungen.

Ein besonders stark wachsender Bereich sei derzeit die Logistikbranche, so Kraut. Schon heute würden Briefe und Pakete der Deutschen Post von Bizerbaprodukten gewogen; mit TNT und in der Folge FedEx habe man nun einen weiteren, internationalen Kunden gewinnen können. Eine weitere Herausforderung sei die sogenannte Industrie 4.0, die eine zunehmende Informatisierung der Fertigungsprozesse mit sich bringt. Kraut ist zuversichtlich: dafür seien Bizerba-Produkte quasi prädestiniert.

In diesem Jahr will Bizerba rund 20 Millionen investieren, der Schwerpunkt liegt auf dem Stammsitz in Balingen: Hier entsteht für zwei Millionen Euro neben dem neuen Wertstoffzentrum an der Wilhelm-Kraut-Straße auch ein Anbau, in dem Versand- und Produktionsbereiche unterkommen.

Im kommenden Jahr steht dann neben der üblichen Geschäftstätigkeit der Bizerba-Geburtstag im Kalender: Das Unternehmen, gegründet 1866 von Andreas Bizer, wird 150 Jahre alt. Aus diesem Anlass werde man gemeinsam mit der Stadt einiges auf die Beine stellen, so Andreas Kraut, um die Verbundenheit des Unternehmens mit Balingen deutlich zu machen. Seit fünf Generationen ist Bizerba in Familienbesitz, und soll es, sagt Kraut, auch bleiben: Seine Aufgabe sehe er darin, das Unternehmen weiterzuentwickeln und in die nächste Generation zu führen.

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