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Balingen Bis heute sind Nachwirkungen zu spüren

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Das Buch ist bei der Landeszentrale für politische Bildung zu erhalten. Foto: Privat Foto: Schwarzwälder Bote

Der Kreisarchivar Andreas Zekorn hat ein neues Buch veröffentlicht: "Todesfabrik KZ Dautmergen. Ein Konzentrationslager des Unternehmens ›Wüste‹". Damit will er ein detailliertes Bild der Verhältnisse im Lager skizzieren.

Zollernalbkreis. "Schon seit Jahren bekomme ich immer wieder Anfragen zu diesem Thema," erzählt Zekorn. "Einerseits aus dem Bereich der Forschung, andererseits wollen auch viele Angehörige der verstorbenen Häftlinge mehr über ihre Verwandten erfahren." Für viele biete dies eine Möglichkeit, ihre Urgroß- und Großeltern zu finden und ihren letzten Lebensabschnitt nachzuvollziehen. "Die Nachwirkungen des Unternehmens ›Wüste‹ sind damit bis heute zu spüren", sagt der Kreisarchivar.

Eine Anfrage habe ihm dabei besonders geholfen: die von Alicia Nitecki aus Amerika. Als Übersetzerin der Werke des Dichters und Häftlings Tadeusz Borowski vom Polnischen ins Englische half sie ihm bei der Materialbeschaffung. Borowskis Kurzgeschichten und Gedichte wurden übersetzt und in das Buch übernommen.

Seit 2004 arbeitete der Archivar an dem Werk und opferte viele Abende dafür. Zuerst waren es nur kleinere Aufsätze, aber das Material wuchs schnell an. Selbst jetzt, nach der Beendigung des Buches findet Zekorn noch neue Quellen: "Es ist unmöglich, alle Dimensionen des damaligen Geschehens komplett zu erfassen. Doch Ziel ist es, eine möglichst genaue Annäherung zu schaffen."

Das erwies sich bei den zahlreichen Quellen als nicht einfach: Zeitzeugenaussagen, die sich widersprechen, expressive Kunstwerke über das Todeslager, Fotos und die juristischen Dokumente mussten aufbereitet und ausgewertet werden. Laut Zekorn ist das Gedächtnis nicht immer die genaueste Informationsquelle: Nach so langer Zeit seien Verzerrungen normal. "Wenn sich all diese Informationen in ihrem Inhalt überschneiden, können zum einen die historische Wirklichkeit einigermaßen sicher dargestellt und zum anderen neue Erkenntnisse gewonnen werden", erklärt er.

Insbesondere geht Zekorn auf das SS-Lagerpersonal und die zivilen Arbeitskräfte, Wissenschaftler und Techniker ein, also das damalige alltägliche Leben im KZ und den Arbeitsstätten. "Was dort passierte, ist unvorstellbar, es bedrückt und schockiert."

Und wieso wählte er das KZ in Dautmergen aus? Die Frage lässt sich laut Zekorn leicht beantworten: "Es ist das einzige größere Wüsten-KZ, über das es noch kein eigenes Buch gibt."

 Am Dienstag, 29. Oktober, wird um 19.30 Uhr im Landratsamt Zollernalbkreis in Balingen im Sitzungssaal das Buch vorgestellt. Anmeldung erfolgt unter anmeldung@lpb.bwl.de.

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