Claus Reichert-Böhme ist vielen auch als ehemaliger Inhaber der "Kornkammer" bekannt. Foto: Reiber Foto: Schwarzwälder Bote

Ausstellung: Claus Reichert-Böhme stellt im Balinger Rathaus aus

Balingen. "Kunst verstehe ich als existentiell, als Weg, auch Verarbeitung, auch Spiel, sichtbar machen, ergriffen sein, Fragen stellen", sagt Claus Reichert-Böhme. Gemälde und Skulpturen des Künstlers sind vom 6. Februar bis 18. April in der Balinger Rathausgalerie zu sehen. Vernissage ist am 5. Februar um 19.30 Uhr.

Claus Reichert-Böhme 1949, geboren in Pfalzgrafenweiler und seit 1982 in Balingen, dürfte vielen nicht nur durch seine künstlerische Tätigkeit ein Begriff sein, sondern auch als ehemaliger Inhaber der "Kornkammer", des damals ersten Bioladens in der Stadt.

Reichert-Böhme war nach dem Schulabschluss in verschiedenen Berufen tätig, reiste, besuchte die Fachschule für Weberei in Sindelfingen, absolvierte ein Kunst- und Kunsttherapiestudium an der Freien Fachhochschule Ottersberg, studierte Malerei bei Professor Zimmer. Seit 1983 hat er ein eigenes Atelier in Balingen, ein Jahr später begann er auszustellen. "Bilder", sagt er, "reflektieren in künstlerisch verdichteter Gestalt Wirklichkeit. Sie haben keinen Anfang und kein Ende, sie stehen außerhalb der Zeit. Sie sind vollgesogen mit Erfahrungen, Träumen, Ängsten. Bilder beziehen sich aufs Leben, sie helfen, Wirklichkeit zu erkennen."

Anlässlich seines 70. Geburtstags wird sein umfangreiches Kunstschaffen in einer großen Einzelausstellung in der Rathausgalerie Balingen gewürdigt. Claus Reichert–Böhme versteht die Kunst als "existenziell", als Weg, Inhalte sichtbar zu machen, als Möglichkeit, Sinnfragen zu stellen und die Wirklichkeit zu erkennen. Seine Bildsprache ist kryptisch, reduziert. Er verzichtet weitgehend auf gegenständliche Anspielungen. Feinste Empfindungen werden erfasst und in stimmige Farbkompositionen umgesetzt.

Die Farbe ist der Baustein. Farbteppiche werden zu Klangteppichen, die bei seinen Acrylglasbildern hauchzart, transparent wirken, bei den Arbeiten auf Leinwand mitunter betont pastos gehalten sind. Der Künstler zeigt in der Ausstellung viele brandneue Arbeiten. Er liebt das Experiment, ist stets auf der Suche nach neuen Ausdrucksmitteln. Dabei ist die Bildsprache nicht laut und schrill, sondern leise und poetisch. Seine aus belanglosen Fundstücken kreierten Plastiken sind humorvoll und einfallsreich.

Kuratorin der Ausstellung ist die Kunsthistorikerin Heidrun Bucher-Schlichtenberger. Öffnungszeiten sind Montag bis Donnerstag 8 bis 18 Uhr, Freitag 8 bis 13 Uhr, Samstag 9 bis 13 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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