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Albstadt Besonderer Abend für Zivilcourage

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Am Tag des Geburtstages von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, sprach Peter Steinbach im voll besetzten Saal des Lautlinger Schlosses. Fotos: Weiger Foto: Schwarzwälder Bote

Von Katja Weiger

Das Attentat von Claus Schenk Graf von Stauffenberg auf Adolf Hitler hat sich 2019 zum 75. Mal gejährt. An Stauffenbergs Geburtstag, dem 15. November, sprach mit Peter Steinbach in Lautlingen ein ausgewiesener Experte über dessen Rolle im militärischen Widerstand.

Albstadt. Der Historiker und Politikwissenschaftler Steinbach forschte und lehrte bis zu seiner Pensionierung an den Universitäten Passau, Karlsruhe, Mannheim und Berlin. Seit rund 30 Jahren fungiert er zudem als wissenschaftlicher Leiter der "Gedenkstätte Deutscher Widerstand", die in der Bundeshauptstadt beheimatet ist.

In Lautlingen traf der Historiker auf viele Bekannte: Im Jahr 2007 war Peter Steinbach zur Eröffnung der Gedenkstätte im Schloss geladen gewesen. Die Begrüßung war dementsprechend herzlich: Der Lautlinger Ortsvorsteher Heiko Peter Melle forscht seit vielen Jahren selbst in der Geschichte der Familie Stauffenberg. Museumsleiterin Susanne Goebel begrüßte die Gäste im voll besetzten Saal. Adolf Hitler, mahnte sie nachdrücklich, sei keinesfalls "aus dem Nichts gekommen". Widerstand, Zivilcourage und die persönliche Gewissensentscheidung eines jeden seien in Zeiten wie diesen nötiger denn je.

Dass Steinbach als profunder Fachmann für das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte gilt, war das eine – in diesem Wissen waren die vielen Besucher gekommen. Das andere war das bescheiden-freundliche Auftreten des Historikers, der, wie er betonte, sehr gern wieder an diesen geschichtsträchtigen Ort in Albstadt gekommen sei.

Claus Schenk Graf von Stauffenberg beschrieb er als höchst disziplinierten, passionierten Sportler und unelitären Soldaten, der nicht prunkte oder gar plump um Beförderungen stritt. Packend berichtete Steinbach, wie der 1907 geborene Wehrmachtsoffizier Stauffenberg, ein Kind seiner Zeit, zum Regimegegner wurde. Einen Faktor stellte der Redner dabei deutlich heraus: Wer heute – seiner Meinung nach – historische Ereignisse begreifen wolle, müsse stets die damaligen Kontexte begreifen und die einstigen Rahmenbedingen berücksichtigen. Er persönlich habe zum ersten Mal von Stauffenberg gehört, als eine Straße in seiner Heimatstadt Lage/Lippe nach dem Widerstandskämpfer, der so eng mit Lautlingen verbunden sei, benannt worden sei.

In diesem Zusammenhang ging Peter Steinbach auf die Frage ein, wann Stauffenberg in der öffentlichen Wahrnehmung in Deutschland vom Verräter zum historisch bedeutsamen Widerstandskämpfer geworden sei. Mitte der 1950er-Jahre hat Steinbach zufolge diese Entwicklung begonnen. Nach und nach, wie er sagt. Mitreißend berichtete der Redner immer wieder von seiner spannenden Arbeit als Historiker und der großen Verantwortung, die diese mit sich bringe. Er schilderte, wie Quellen – beispielsweise Stauffenbergs Briefe – recherchiert und sorgfältig ausgewertet und Zeitzeugen gehört würden. Die Arbeit eines Historikers, das hob er hervor, habe Grenzen, genauso wie die gewonnenen Erkenntnisse: "Doch damit müssen wir leben."

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