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Balingen Großes Volksfest steht in den Startlöchern

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Gerhard Drodofsky ist zum 20. Mal beim Balinger Volksfest dabei. Rasante Attraktionen – wie hier die Wilde Maus – fährt er lieber nicht. Foto: Stiegler

Balingen - Bis jede Attraktion dort steht, wo sie stehen soll, sind starke Nerven gefragt. Am Mittwoch startet das 27. Balinger Volksfest.

Gerhard Drodofksy bückt sich, hebt einen rostigen Nagel vom staubigen Boden des Messegeländes auf, hält ihn für einen Moment prüfend zwischen Daumen und Zeigefinger und steckt ihn ein. "So etwas mache ich nebenbei dann auch noch", sagt er und grinst: "Denn wenn da ein Auto drüber fährt, dann wird es richtig teuer." Drodofsky kennt den Festplatz. Er weiß, welche Attraktion und Bude wo zu stehen hat, und was, wie der rostige Nagel, weg muss. Zum 20. Mal hat der Vermessungstechniker im Ruhestand den Plan erstellt, auf dessen Grundlage das Volksfest aufgebaut wird. Insgesamt 16 Volksfeste betreut er im Jahr, darunter jene in Heilbronn und Göppingen und früher auch auf dem Cannstatter Wasen. Wenn die Schausteller anreisen, weist er sie ein: Hier hin die Attraktion, nach dort drüben die Campingwagen, und dann noch Wasseranschluss und Stromleitung verlegen.

"So ruhig wie jetzt gerade ist es hier nur in der Mittagspause", erzählt er. Vereinzelt laufen an diesem Montagvormittag Männer zwischen den Fahrgeschäften hin und her. Viele sind oberkörperfrei, denn die Juni-Sonne brennt auf den schattenlosen Platz. Am Kinderfahrgeschäft "Formel 1" ist die Achterschleife noch hochgeklappt, die Außenwand der "Schokofrüchte" wird gerade poliert, und vor der Geisterbahn "Fahrt zur Hölle" baumelt ein Erhängter im Wind. Der Schießbudenbetreiber repariert seine Gewehre: den Kolben und den Abzug. Und natürlich müsse man die Gewehre feinjustieren. Das übernehme er selbst, er sei Sportschütze, er wolle schließlich sicherstellen, dass man auch gut mit ihnen treffen könne.

Gerhard Drodofsky zeichnet auf seinem Plan immer zuerst die großen Attraktionen ein, die am meisten Platz brauchen, und füllt dann mit kleineren Ständen auf. "Gute Planung ist das A und O", sagt er.

Eine der Hauptattraktionen des diesjährigen Volkfsfests neben dem "Gladiator", einem 62 Meter hohen und breiten Propeller mit Doppelrotation, fehlt noch: der "Fliegende Teppich". Manche Budenbesitzer können daher noch nicht aufbauen, bis der Sattelzug mit der größeren Attraktion, die viel Platz zum rangieren braucht, eingetroffen ist. "Alle stehen unter Strom, wenn sie ankommen. Da brauch ich viel Überzeugungskraft, die wollen ja anfangen. Aber wenn der nicht reinfahren kann, dann hab ich ein Problem", so Drodofksy. Er rechnet damit, dass der Teppich Dienstagmittag ankommt. Dann bleibt knapp ein Tag, um aufzubauen. "Und die Bauabnahme muss auch noch drübergucken", gibt er zu Bedenken. Bei manchen Fahrgeschäften auch der TÜV. Bisher hat es immer hingehauen. Aus Erfahrung weiß er, wie viel Platz er für alles einplanen muss, und wo Spielraum gefragt ist. Aber das Schicksal herausfordern möchte er nicht: "Jetzt würde ich gerne dreimal auf Holz klopfen, da bin ich abergläubisch."

Und obwohl Gerhard Drodofsky seit 20 Jahren mit starken Nerven und kühlem Kopf dafür sorgt, dass die Balinger jede Menge Spaß mit den Achterbahnen, Kreiseln, Propellern und Katapulten haben, mag er selbst es lieber ruhiger. "Für mich gehen nur Kinderfahrgeschäfte", sagt er schmunzelnd. "Alles andere ist mir zu wild."

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