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Balingen Bahnhofsvorplatz jetzt in städtischer Hand

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Foto: Maier Foto: Schwarzwälder Bote

Die Tinte dürfte trocken sein: Der große Platz vor dem Balinger Bahnhof ist seit Donnerstag, kurz vor 14 Uhr, Eigentum der Stadt. Bei Notar Frank Michael Hermann haben der bisherige Eigentümer Peter Seifert und Thomas Meitza, stellvertretender Leiter der Balinger Kämmerei und Chef der städtischen Liegenschaftsabteilung, den Kaufvertrag unterzeichnet.

Balingen. Das Grundstücksgeschäft bedeutet für alle Seiten einen Gewinn. Die Frage ist eigentlich, warum es nicht schon viel früher abgeschlossen wurde. Für die etwa 800 Quadratmeter große Fläche erhält Peter Seifert rund 120 000 Euro. Das Geld will er in die weitere Modernisierung des Bahnhofsgebäudes stecken: Vom Wartesaal soll es künftig einen Aufzug in obere Stockwerk und damit ins Hotel geben. Nach dem Notartermin hatte Seifert am Donnerstag ein Gespräch beim Bauamt, um dieses Vorhaben zu besprechen.

Die Stadt wiederum muss den Kaufpreis nicht komplett aus eigener Tasche bezahlen, sondern nur etwas weniger als die Hälfte: Der Großteil der Summe ist förderfähig, weil der Bahnhofsvorplatz in einem städtebaulichen Sanierungsgebiet liegt. Und die Stadt hat künftig das Sagen auf dem Bahnhofsvorplatz – allerdings auch die mit dem Eigentum einhergehenden Pflichten, etwa wenn es um Müll oder Schneeräumung geht. Seifert merkte am Donnerstag mit einem Lächeln an, er werde sich melden, wenn es etwa zu beanstanden geben sollte.

Das Geschäft markiert das Ende langer Verhandlungen, die nach dem Kauf des Bahnhofs-Ensembles durch Peter Seifert Ende 2012 begonnen hatten. Die Stadtverwaltung hatte immer großes Interesse an der Fläche bekundet, zu einer Einigung mit Seifert aber war es zunächst nicht gekommen. Neue Fahrt haben die Gespräche vor dem Hintergrund der Gartenschau 2023 und dem erklärten Willen der Stadt aufgenommen, den Vorplatz und dessen Umfeld bis zu diesem Großprojekt hübsch herzurichten.

Genau dies ist nun auf Grundlage des unterzeichneten Kaufvertrags möglich: Der Balinger Gemeinderat hatte bereits im September den entsprechenden Baubeschluss für das Vorhaben gefasst, für das rund 2,7 Millionen Euro ausgegeben werden. Grundlage dafür ist der Entwurf des Berliner Büros Holzwarth, der als Sieger aus dem Architektenwettbewerb hervorgegangen war.

Die Bauarbeiten sollen im Frühjahr 2021 beginnen. Zunächst werden die Gas- und die Wasserleitungen in der Bahnhofstraße neu verlegt, anschließend die Bahnhofstraße, daraufhin der eigentliche Vorplatz neu gestaltet – dieser soll künftig verkehrsberuhigt sein und eine "hohe Aufenthaltsqualität" bieten. Daneben entstehen an der Bahnhofstraße der neue Württemberger Hof sowie am Rande des Vorplatzes das "Stadthaus" (früher Querbau).

Derweil ist der Betrieb im Bahnhof derzeit stark eingeschränkt: Das Café La Gare ist bereits seit wenigen Tagen – noch vor der jüngsten Entscheidung zum Gastro-Shutdown im November – geschlossen. Ebenfalls geschlossen ist der Fahrkartenschalter im Wartesaal. Beides begründet Seifert mit der wirtschaftlich schwierigen Situation: Ins Café seien zuletzt immer weniger Gäste gekommen, zudem hätten auch immer weniger Menschen ihre Bahntickets am Schalter gekauft. Er sei derzeit in Gesprächen mit der Bahn, wie es mit dem Schalter weitergehen könne.

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