Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Balingen Aus "Langeweile" Kinderpornos angeschaut

Von
Weil er sich kinderpornografische Bilder und Videos im Internet angeschaut hat, ist gestern ein 33-Jähriger vor dem Balinger Amtsgericht verurteilt worden. Foto: Förster / Montage: Hertkorn

Balingen - "Ich weiß nicht, warum ich das getan habe", sagte der Angeklagte, der zugab, sich am Computer kinderpornografische Bilder angeschaut zu haben. Vor dem Balinger Amtsgericht ist er gestern zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden.

Für die Richterin war es keine Frage, dass der Vorwurf der Beschaffung und Verbreitung kinderpornografischen Materials gegeben war. Mindestens 29-mal hatte sich der 33-Jährige aus einer Kreisgemeinde Bilder und Videos angeschaut, die sexuelle Handlungen mit Kindern und Babys zeigten.

Auf der Suche nach Bildern von Tochter fündig geworden

Pro Einzeltat wäre laut der Richterin ein Monat Freiheitsstrafe anzusetzen. Da der Mann die Taten einräumte und sich um therapeutische Hilfe bemüht, reduzierte sie die Gesamtstrafe auf neun Monate, die zur Bewährung auf drei Jahre ausgesetzt wird. Zugute kam den Angeklagten überdies, dass er zwar wegen Betrugs und Diebstahls aktenkundig, aber nicht einschlägig vorbestraft ist. Außerdem muss der von Hartz IV lebende Mann, der auch einem so genannten Ein-Euro-Job nachgeht, 50 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten und sich einer Therapie unterziehen.

Seit dem 1. Februar 2011 hat sich der 33-Jährige immer mal wieder kinderpornografisches Material auf dem Computer angeschaut – immer dann, wenn seine Frau nicht zu Hause war oder schlief. "Und wenn ich Langeweile hatte", sagte er vor Gericht. Auf diese Seiten sei er nach der Trennung von seiner damaligen Lebensgefährtin gestoßen, als er im Internet nach Fotos seiner ältesten Tochter suchte, zu der er seit längerer Zeit keinen Kontakt mehr hat. "Ich schicke ihr nur noch Geschenke zum Geburtstag und zu Weihnachten", sagte er.

Weshalb er sich dieses Material dann regelmäßig anschaute, wisse er nicht: "Das ist mir heute noch ein Rätsel." Jedenfalls brauche man sich um seine drei kleinen Kinder keine Sorgen zu machen: "Das Jugendamt ist informiert. Da hat es schon Gespräche gegeben."

Weiter gab er an, in Karlsruhe eine Therapie begonnen, dann wieder abgebrochen zu haben, weil es zu teuer war. "Die Fahrt hat mich jedes Mal 50 bis 60 Euro gekostet." In der hiesigen Region sei es jedoch schwer, einen Therapieplatz oder einen Platz in einer Selbsthilfegruppe zu finden, weil die alle überfüllt seien und es Wartelisten gebe: "Ich bin aber weiter auf der Suche." Seit der Hausdurchsuchung schaue er sich auch keine kinderpornografischen Seiten mehr an: "Wir haben derzeit gar kein Internet."

Die Staatsanwältin forderte eine Freiheitsstrafe von 14 Monaten auf Bewährung, 80 Stunden gemeinnützige Arbeit und die Teilnahme an einer Therapie. Sein Verteidiger plädierte dafür, es bei einer Geldstrafe zu belassen. Denn es sei juristisch nicht eindeutig geklärt, ob "nur" das Anschauen von kinderpornografischen Bildern auf dem PC schon als Beschaffung und Verbreitung gelte, wenn diese nicht abgespeichert worden seien. "Entsprechendes Material ist nicht entdeckt worden."

Der Angeklagte hatte das letzte Wort: Er versprach, weiter nach therapeutischer Hilfe zu suchen: "Da klemme ich mich dahinter."

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.