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Balingen Aus der Hexe ist ein Weible geworden

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Vivien Weinbuch (links) und Tamara Lachermund halten eine Maske in den Händen. Sie halten an ihr fest, während es beim Narrenverein einige Veränderungen gegeben hat. Foto: Hauser Foto: Schwarzwälder-Bote

Vor rund zwei Jahren traten die Engstlatter Murschel-Hexen auf die Fasnetsbühne und sorgten für viel Wirbel. Nun haben sie sich zum Neuanfang entschlossen – mit einem neuen Vorstand und einem neuen Namen.

Balingen-Engstlatt. Bei der Suche nach einer historischen Figur waren die Initiatoren der Murschel-Hexen um Robert Kirchner auf Anna Murschel gestoßen. Sie ist Ende des 16. Jahrhunderts wegen Hexereiverdachts verhaftet worden und sollte mittels Folter dazu gebracht werden, ein Geständnis abzulegen – was sie aber nicht tat. Nach rund 600 Tagen im Gefängnis kam sie frei und lebte danach noch einige Jahre in Engstlatt.

Kritiker der Murschel-Hexen störten sich daran, dass der Fasnetsspaß zu Lasten der Person Anna Murschel gehe, der "ehrbaren Witwe" eines Balinger Bürgermeisters. Das sei "pietätlos und makaber".

Die Murschel-Hexen haben sich davon nicht beirren lassen – bis zur vergangenen Hauptversammlung. Nach dem Rücktritt des Vorsitzenden Robert Kirchner, des Kassierers Steffen Feklin und der Schriftführerin Samanta Schulz war zunächst eine neue Vereinsspitze gewählt worden. Neue Vorsitzende ist seither Tamara Lachermund, das Amt des Kassierers hat Sven Weinbuch übernommen, das der Schriftführerin Tamara Wolf. Vivien Weinbuch ist stellvertretende Vorsitzende geblieben.

Die Wogen glätten

Einmal im Amt, griff Tamara Lachermund ein Thema auf, "das schon länger im Raum stand", wie sie berichtet: die Namensänderung. Sie rannte mit ihrem Ansinnen offene Türen ein. Es habe bei den Mitgliedern Einmütigkeit geherrscht, den Verein in "Murschel-Weible" umzubenennen.

Die Rückbesinnung auf Anna Murschel und deren Legende bleibe zwar bestehen, hält Lachermund fest. Diese werde nun aber nicht mehr als Hexe, sondern als "liebe Frau" geschildert, eben als "Weible". "Wir wollten einfach die Wogen glätten und Altlasten entsorgen", begründet Lachermund ihren Vorstoß. Die bisherigen Masken würden zwar weiter genutzt, doch die neuen sollen etwas anders sein: kleiner, leichter und mit einer kürzeren Nase.

"Die Veränderungen bei den Murschel-Weible haben sich schon herumgesprochen", freut sich das Führungsduo Tamara Lachermund und Vivien Weinbuch. Beim Verein seien bereits zahlreiche Einladungen eingegangen, auswärtige Fasnetsveranstaltungen zu besuchen. Der Terminkalender für 2017, der unter anderem Auftritte in Rangendingen, Frommern und Fischingen vorsehe, sei nahezu voll. Auch für 2018 stünden bereits Termine fest.

Hinsichtlich der Fasnet in Engstlatt will sich der Verein noch stärker einbringen, über die Befreiung der Schüler und Kindergartenkinder, den Besuch des Seniorenheims und den Rathaussturm am Schmotzigen hinaus. So soll mit der Engstlatter Narrenzunft der Sandsäcke darüber gesprochen werden, ob beim traditionellen Aufstellen des Narrenbaums am 6. Januar auch die Weible-Taufe stattfinden kann.

Lachermund und Weinbuch schwebt weiter vor, wenn dafür die nötige Zahl an Mitgliedern vorhanden ist, zum Murschel-Weible weitere Fasnetsfiguren zu stellen. "Uns liegt einfach viel daran, das Fasnets-Brauchtum in Engstlatt zu erhalten", begründen sie ihr Engagement.

 

Ihre Redaktion vor Ort Balingen

Steffen Maier

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