Der Morgen nach dem Wahlabend: Helmut Reitemann sitzt am Schreibtisch seines Büros im Balinger Rathaus. Er freut sich auf die nächsten Jahre als Oberbürgermeister. Foto: Maier

Bis zuletzt geackert: Oberbürgermeister Helmut Reitemann freut sich riesig über Bestätigung durch die Balinger.

Balingen - In Balingen scheint am früheren Montagmorgen schon die Sonne, im Eiscafé am Marktplatz sitzen um kurz nach 9 Uhr die ersten Gäste draußen. Helmut Reitemann ist in seinem Büro, er guckt nach draußen, er strahlt. "Ich freue mich richtig auf die nächsten Jahre", sagt er.

Mit einem souveränen Ergebnis haben die Balinger den Oberbürgermeister am Sonntag im Amt bestätigt. Reitemann erhielt 82,3 Prozent der Stimmen, Herausforderer Peter Seifert kam auf 16,6 Prozent.

Nachdem die Zahlen feststanden und die vielen Gratulanten am Sonntagabend das Rathaus verlassen hatten, feierte Reitemann mit seiner Familie und Wahlhelfern im Gasthaus Paulaner.

Auf so ein Ergebnis hatte Reitemann, wie er gestern im Gespräch mit unserer Zeitung sagt, zwar gehofft. Zugleich sagt er, dass er hart dafür gearbeitet habe: "Ich wollte wiedergewählt werden, dafür habe ich alles getan." Er war auf dem Wochenmarkt, seine intensive Wahltour führte ihn in alle Stadtteile, zuletzt war er am Samstagabend im Gasthaus Ochsen in Engstlatt.

Nach vielen Gesprächen habe er zwar ein gutes Gefühl gehabt, was den Wahlausgang für ihn selbst angeht. Dennoch: Wie die Balinger abstimmen würden, darauf hätte er nicht gewettet, sagt er. Eine Wahl, Wähler allgemein seien oft schwer einzuschätzen – ebenso die Beteiligung (siehe Info).

Den Wahlsonntag verbrachte Reitemann mit seiner Frau Cäcilia und den drei Söhnen Stephan, Julian und Konstantin in Balingen. Am Morgen war die Familie beim Gottesdienst mit anschließendem Fastenessen in Roßwangen. Den Nachmittag über waren sie in der Stadt – auf der einen Seite, um letzte Wähler zu mobilisieren, auf der anderen Seite auch, wie Reitemann sagt, um in der Fußgängerzone ein Eis zu essen. Die Wahlauszählung verfolgten die Reitemanns übers Internet.

Den Rückhalt und die Unterstützung seiner Familie in den zurückliegenden Wochen bezeichnet Helmut Reitemann als "riesig": Durch den Wahlkampf sei er noch öfter als ohnehin schon nicht zuhause in Hohentengen, sondern in Balingen gewesen. Praktisch jeden Abend absolvierte er Termine.

Nachdem die ersten Wahllokale ausgezählt waren und sich langsam, aber sicher der klare Trend abzeichnete, sei die Stimmung richtig gut geworden, sagt Reitemann: "Meine Frau und die Kinder waren am Sonntagabend einfach glücklich – und ich natürlich auch".

Die zweite Amtszeit als Chef des Balinger Rathauses beginnt für Helmut Reitemann am 14. Mai; förmlich aufs Amt verpflichtet wird er voraussichtlich in der Sitzung des Gemeinderats am 19. Mai. Die nächsten acht Jahre als Oberbürgermeister wolle er nun mit voller Kraft angehen, sagt Reitemann. Viele wichtige Aufgaben stünden an, so wird der Technische Ausschuss des Gemeinderats am morgigen Mittwoch beispielsweise den Planungsauftrag für die Gartenschau im Jahr 2023 vergeben.

Zeit, das Wahlergebnis zu genießen, hat Reitemann nicht wirklich. Der gestrige Montag war ein üblicher Arbeitstag, auch wenn es, wie er sagt, kein ganz normaler Arbeitstag war. Das Tagesgeschäft geht weiter.

Info: Magere Beteiligung

Die Beteiligung an der Oberbürgermeisterwahl in Balingen war schwach, nur rund jeder dritte Wahlberechtigte gab seine Stimme ab – 9511 von 27 510.

Reitemann erhielt 7706 Stimmen. Das entspricht zwar einem Anteil von 82,3 Prozent der gültigen Stimmen. Insgesamt gesehen aber haben von 27 510 Wahlberechtigten nur 28 Prozent ihre Stimme für den Amtsinhaber und künftigen Oberbürgermeister abgegeben. Das Ergebnis von Peter Seifert – 1559 Stimmen, 16,6 Prozent der gültigen Stimmen –­ fällt so besehen ebenfalls noch magerer aus: 5,7 aller Wahlberechtigten haben für den Herausforderer gestimmt.

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