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Balingen "Artenreicher Mischwald" lautet das Ziel

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Forstrevierleiter Siegfried Geiger führt den Gemeinderat Balingen durch sein Revier.Foto: Haug Foto: Schwarzwälder Bote

Rund 40 Teilnehmer haben am Samstag den Weg zum Waldumgang des Gemeinderates gefunden. Unter der Führung von Mitarbeitern des Forstamts ging es auf unwegsamem Gelände durch den Hardtwald in Erzingen.

Balingen-Erzingen. "Wir sind gut vorbereitet", lautete das Fazit von Oberbürgermeister Helmut Reitemann über die Entwicklung des Stadtwalds. "Fichte und Tanne machen mehr als 50 Prozent des Bestands aus", erklärt der Leiter des Forstreviers Balingen-Ost, Dietmar Reineke. Größere Flächenschäden seien 2020 nicht zu verzeichnen gewesen, es seien aber eine Menge einzelner Bäume im Februar dem Sturmtief Sabine zum Opfer gefallen, die sich ideal als Brutreservoir von Borkenkäfern und anderen Schädlingen eignen würden. Auch der trockene und warme April sei eine optimale Voraussetzung für den Käferbefall gewesen.

Trotz der derzeitigen schwierigen Marktlage hätten die Aufräumarbeiten gut funktioniert. "Hochinfizierte Partien" seien entfernt und außerhalb des Walds gelagert worden. Holz, das keine große Verkaufschance gehabt habe, sei direkt gehäckselt worden. "An vielen Stellen hat bereits die Natur für Nachwuchs gesorgt", ergänzte Forstamtleiter Christian Beck. Man habe dort nicht nachpflanzen müssen. Ein "Newcomer" im Balinger Stadtwald sei die Douglasie. "Dies ist die wichtigste Fremdart, die sich in Deutschland bewährt hat", sagt Dietmar Reineke. Diese schnellwüchsige, immergrüne Hartholzart komme ursprünglich von der südöstlichen Küste Nordamerikas und könne in Europa bis zu 60 Meter hoch und bis zu 400 Jahre alt werden. Allerdings gebe es bei der Douglasie hohe Ausfälle, sei sie doch sehr empfindlich gegenüber kalkreichen Böden und darüber hinaus sehr beliebt beim Wild.

Von 2010 bis 2019 wurden im Balinger Stadtwald insgesamt 55 000 Jungbäume gepflanzt, davon elf Prozent Douglasien. "Wir streben einen artenreichen und schädlingsresistenten Mischwald an", so Reineke.

Weiter ging die Führung in einen Bereich in der Nähe der Kreisstraße 7130. Dort ging der Revierleiter Balingen-West, Siegfried Geiger, auf die spezielle Situation von Wäldern an öffentlichen Straßen ein. Wegen der Verkehrssicherheit sei eine regelmäßige Überwachung der Bestände nötig. Ungefähr einmal im Jahr müssten die Bäume entlang der Straße auf einer Breite von rund 30 Metern in den Wald hinein von der Wurzel bis zur Krone auf Schäden oder Krankheit geprüft werden. Dies geschehe mit der VTA-Methode (Visuell Tree Assessment – eine Methode, bei der die Körpersprache der Bäume abgelesen wird, um Warnsignale zu deuten). Auch nach Ereignissen wie Schneefall und Sturm sei dies notwendig. Zusammen mit der Stadtmeisterei würden die Problembäume entfernt.

Ein Wald an öffentlichen Straßen zu bewirtschaften, sei nicht immer ganz ungefährlich, sagte Geiger, insbesondere an der K 7130 werde gerne mal von den Verkehrsteilnehmern richtig Gas gegeben. Er habe hier schon so manche heikle Situation erlebt. Zum Abschluss der Tour ging es in einen Waldabschnitt im Bontal. Dort ergriff die Forstpraktikantin Lia Ternes das Wort und erklärte die durchgeführten Naturschutzmaßnahmen im Rahmen einer Ökokonto-Fläche.

Mit wärmeliebenden Pflanzenarten wie Feldahorn, Esskastanie, Walnuss, Obstbäumen und dem Baum des Jahres 2020, der Rubine, sollen Kleinbiotope geschaffen werden, in denen sich Insekten, Kleinsäugetiere, Wild und Vögel tummeln können.

Die Stadt Balingen sei in Sachen Stadtwaldentwicklung auf einem guten Wege, kommende Generationen würden davon profitieren, waren sich Oberbürgermeister Helmut Reitemann und Forstamtsleiter Christian Beck einig.

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