Seit Jahren fordern die Endinger eine Ortsumfahrung. Am 5. Oktober plant die Bürgerinitiative einen Aktionstag. Foto: Schnurr

Bürgerinitiative plant Veranstaltung am 5. Oktober. Ziel ist weiter der "vordringliche Bedarf".

Balingen-Endingen - Die niedrige Priorität der Endinger Ortsumfahrung war ein herber Rückschlag für das Anliegen der Bürgerinitiative Ortsumfahrung Endingen-Erzingen (wir berichteten). Doch die Beteiligten um den Vorsitzenden Gerd Ulrich geben nicht auf: Mit einem Aktionstag wollen sie am Sonntag, 5. Oktober, wieder in Erinnerung rufen, weshalb das Projekt in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2015 soll.

 

Seit mehr als 50 Jahren wird über eine Ortsumfahrung gesprochen, die vor allem die Endinger, aber auch die Erzinger Bürger von dem zunehmenden Verkehr entlasten soll. Bisher blieben jedoch alle Bemühungen ohne Erfolg – der Leidensdruck wächst.

In vielen Gesprächen der Bürgerinitiative, unter anderem mit dem Verkehrsministerium des Landes Winfried Hermann selbst, entstand zunächst der Eindruck, dass dem Land die Ortsumfahrung Endingen ein ernstes Anliegen sei. "Diese Hoffnung wurde mit der Veröffentlichung der Priorisierungsliste des Landes zerstört, deren einzelne Bewertungen nicht nachvollziehbar sind", ärgert sich der BI-Vorsitzende Ulrich. "Unsere schriftliche Rückfrage wurde erst gar nicht beantwortet." Auch gehe man im Verkehrsministerium anscheinend davon aus, dass für die Ortsumfahrung Endingen kein Planungsrecht bestehe, obwohl dies im Bundesverkehrswegeplan seit 2003 festgelegt sei.

Für die Bürgerinitiative ist die unbefriedigende Situation nun Anlass, den Aktionstag zu veranstalten. Dieser findet am Sonntag, 5. Oktober, statt und beginnt morgens mit einer Plakatierung. Am Nachmittag startet das Programm um 13.30 Uhr, mit dabei sind verschiedene Endinger Vereine und Institutionen.

Gegen 16 Uhr findet auf dem neuen Bürgerplatz eine Abschlusskundgebung statt, zu der alle Bundestags- und Landtagsabgeordneten der Region, alle Vertreter des Kreistags, des Gemeinderats und alle Ortschaftsräte eingeladen werden sollen, um mit ihrer Anwesenheit ihre Unterstützung zu bekunden.

"Genauso wichtig ist uns, dass sehr viele Endinger Bürger an den Aktionen teilnehmen und ihre Unterstützung zeigen", betont Ulrich. Ihm und seinen Mitstreitern liege viel daran, neue Mitglieder zu gewinnen, da der Zuwachs seit einiger Zeit "eher verhalten" sei.

An diesem Aktionstag werde es sicher zu Verkehrsbehinderungen kommen, aber: "Wir haben einen Sonntag gewählt, um die Verkehrsbehinderungen gering zu halten und zu zeigen, dass es sich um einen Aktionstag und keinen Protesttag handelt", erklärt Ulrich.