Verabschiedung und Amtseinführung beim Finanzamt Balingen (von links): Staatssekretärin Gisela Splett, Wilhelm und Brigitte Kallenberg, Albin Geiger und Christine Brunnquell-Geiger sowie Oberfinanzpräsidentin Andrea Heck. Foto: Ungureanu Foto: Schwarzwälder-Bote

Amtswechsel: Vorsteher Wilhelm Kallenberg geht in den Ruhestand: "Ein Synonym für das Finanzamt"

Balingen/Geislingen. Mit Musik, Geschenken und zahlreichen Grußworten ist der langjährige Vorsteher des Balinger Finanzamts, Wilhelm Kallenberg, offiziell in den Ruhestand verabschiedet und sein Amtsnachfolger Albin Geiger eingesetzt worden.

 

Als "Querdenker, der nicht nur die Steuern im Blick hatte, sondern die Finanzen des Landes" bezeichnete Oberfinanzpräsidentin Andrea Heck von der Oberfinanzdirektion Karlsruhe den scheidenden Finanzamts-Chef, der seit 1995 die Behörde in Balingen geleitet hatte: "Sie wussten, was geht und was nicht geht." Sie erinnerte daran, dass das Finanzamt Balingen seit Jahren Spitzenplätze im bundesweiten Vergleich einnehme. Zu Kallenbergs Nachfolger Albin Geiger sagte sie: "Er hinterlässt Ihnen ein gut bestelltes Finanzamt."

Auch Staatssekretärin Gisela Splett (Grüne) verwies auf die Bedeutung des Balinger Finanzamts mit 16 Sachgebieten und 255 Bediensteten. Im vergangenen Jahr sei das bislang höchste Steueraufkommen erzielt worden – mehr als eine Milliarde Euro. Die Staatssekretärin zeichnete den Werdegang von Wilhelm Kallenberg nach und sagte zu seinem Nachfolger, Jahrgang 1961, geboren in Rottweil und seit mehr als 25 Jahren in der Finanzverwaltung tätig: "Das Finanzamt Balingen ist bei Ihnen in guten Händen."

Oberbürgermeister Helmut Reitemann meinte mit Blick auf den Wechsel, der de facto schon vor einigen Monaten stattgefunden hatte, schmunzelnd, Kallenberg habe seine "Probezeit im Ruhestand erfolgreich bestanden". Er hoffe auf eine gute Zusammenarbeit mit dessen Nachfolger bei künftigen Vorhaben: "Die Landesgartenschau betrifft nicht nur die Blümchen, sondern auch die Finanzen."

Uwe Schramm, Präsident der Steuerberaterkammer Stuttgart, nannte Kallenberg ein "Synonym" für das Finanzamt Balingen: "Das Finanzamt und Sie waren ohne einander nicht denkbar", sagte er. Der Personalratsvorsitzende Frank Maier bot eine "verlässliche Partnerschaft" an. Er hoffe, dass das Balinger Finanzamt das "Aushängeschild für die Finanzverwaltung" bleiben werde. Maier verwies auf die beruflichen Anfänge von Albin Geiger beim Balinger Finanzamt und sagte, er habe von Seiten der Kollegen gehört: "Wenn er so wiederkommt, wie er gegangen ist, dann könnt’s passen."

Wilhelm Kallenberg zitierte den früheren baden-württembergischen Finanzminister Gerhard Mayer-Vorfelder mit dem Spruch: "Ich danke Gott und bin zufrieden, es wird in Heiterkeit geschieden." Seine launige Abschiedsrede schloss er mit den Worten an seine ehemaligen Mitarbeiter: "Sie waren ein tolles Team, ich vermisse Sie. Macht’s gut und tschüss!"

Albin Geiger sprach von einem "innigen Verhältnis" zum Finanzamt Balingen und von einer "Reise in eine vertraute Heimat". Er werde verantwortungsvoll und transparent handeln. Wohin es unter seiner Leitung gehen werde? "In die gleiche Richtung."

Kleine Geschenke gab’s, und für den musikalischen Rahmen sorgte die Amtskapelle des Finanzamts Balingen, ergänzt durch Mitglieder der Musikkapelle der Oberfinanzdirektion Karlsruhe.