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Balingen Abriss der Eyach-Brücke rückt näher

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Ein Kleinwagen fährt über die Eyach-Brücke an der Blumentalstraße in Frommern. Das Denkmalamt prüft derzeit den Antrag der Stadt, das marode Bauwerk abzureißen. Foto: Maier

Balingen-Frommern - Der Abriss der Brücke über die Eyach an der Frommerner Blumentalstraße rückt in greifbare Nähe. Baudezernent Michael Wagner sagte im Technischen Ausschuss des Gemeinderats vergangene Woche sowie am Mittwochabend im Ortschaftsrat, dass die Stadt den entsprechenden Antrag gestellt habe – und nun guter Hoffnung sei.

Letztlich muss nun das Denkmalamt entscheiden, ob der Abriss genehmigt wird. Er sei zuversichtlich, so Wagner, dass es bis Juni ein Signal gebe. Es gebe "Signale" dass die Denkmalbehörde erkannt habe, wie marode, nicht sanierungsfähig und damit nicht mehr zeitgemäß das derzeitige Brückenbauwerk sei. Er setze nun darauf, so Wagner weiter, dass die Stadt im Frühsommer die Genehmigung zum Abriss erhalte. Dann könnte die baufällige Brücke über die Eyach voraussichtlich im nächsten Winter abgerissen und das neue Bauwerk bis Sommer 2021 gebaut werden.

Wichtige Zufahrt zu Wohngebieten

Die Kosten für den Neubau betragen rund 1,2 Millionen Euro. Zur Freude der Stadt sagte das Land im September 2019 für das Vorhaben einen Zuschuss von 456 000 Euro zu. Der Abriss der bestehenden Brücke und der Bau der neuen waren eigentlich fest für dieses Frühjahr geplant. Die Hoffnung ist nun, dass der Zuschuss für den Neubau, wenn der Abriss genehmigt wird, aufgrund der Verzögerung nicht verfällt und die Stadt die neue Brücke nicht komplett selbst bezahlen muss.

Weil die Brücke an der Blumentalstraße eine der beiden Hauptzufahrten über die Eyach in Richtung der großen Frommerner Wohngebiete Dettenhalde und Dettenwiese ist, sollte ein neues Bauwerk her. Damit ersetzt werden soll zudem die 1975 aufgrund der geringen Straßenbrückenbreite errichtete, parallel verlaufende Fußgängerbrücke.

Den Abriss der jetzigen Brücke sowie den Bau einer neuen hatte der Gemeinderat bereits im Mai 2019 beschlossen. Eine Untersuchung hatte ergeben, dass die Stahlkonstruktion der Straßenbrücke erheblich marode ist. Eine Sanierung wäre zwar möglich, allerdings würde dadurch die ohnehin schon eingeschränkte Traglast des Bauwerks nicht verbessert – es bliebe also bei der bestehenden Einbahnverkehrsregelung, der nur 4,60 Meter breiten Fahrbahn sowie der Tonnage-Beschränkung. Weil auch die Unterbauten aus Beton große Schäden aufweisen, wäre eine Sanierung insgesamt wirtschaftlich und technisch nicht darstellbar, so der damalige Tiefbauamtsleiter Eduard Köhler. Im Gegenteil: Sollte sich der Zustand der Brücke weiter verschlechtern, müsste sie vielleicht sogar ganz für den Verkehr gesperrt werden.

Wichtiges Zeugnis für historisches Ereignis

Die Planungen wurden über den Haufen geworfen, weil die Denkmalschützer das marode Bauwerk mal eben unter Schutz stellten. Begründet wurde das damit, dass die maßgebliche Substanz der Brücke, insbesondere die Stahlträger, noch im Originalzustand sei. Außerdem sei die Brücke an genau diesem Ort ein besonderes historisches Zeugnis für ein für Frommern prägendes Ereignis: Das Hochwasser, bei dem im Juni 1895 zehn Menschen zu Tode kamen. Von den Fluten wurde auch die damalige Brücke mitgerissen, den Neubau des heute noch bestehenden Bauwerks finanzierte der württembergische König Wilhelm II. mit. In nächster Nähe findet sich zudem das Hochwasserdenkmal, das an die Frommerner Opfer erinnert.

Doch egal wie historisch oder schützenswert: Im Januar dieses Jahres hatte Ingenieur Guido Buschbacher, der die Brücke bereits 2015 und nun erneut unter die Lupe genommen hatte, gesagt, dass das Bauwerk aus seiner Sicht abgerissen werden sollte. Deren Zustand habe sich weiter verschlechtert. Die Kosten für die Instandsetzung schätzte Buschbacher als in etwa so hoch ein wie jene für einen Neubau, wobei die finanziellen Risiken einer Sanierung unwägbar seien. Dazu komme, dass die Brücke auch in instandgesetztem Zustand weiterhin zu schmal und zu wenig belastungsfähig wäre.

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