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Balingen 20-Jähriger ist Nachwuchs-Schauspieler

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Balingen, Hollywood: Fabian Hernando ist offen für alles. Der junge Schauspieler hat die Füße in den wichtigsten Türen und startet gerade mit seiner Karriere als Coach und Mime durch. Mit Vollgas und ganz viel Liebe zur Heimat. Foto: Thiercy

Balingen - Sein schallendes Lachen lässt die Umsitzenden im Café am Balinger Marktplatz aufhorchen. Fabian Hernandos Augen strahlen. Er blinzelt in die Sonne, streicht sich die Haare aus der Stirn und zitiert Frank Sinatra: "Der beste Beweis ist enormer Erfolg." Hernando ist 20. Schauspieler. Coach. Und einer, der trotz seiner jungen Jahre ganz genau weiß, was er will.

Klar, wenn Hollywood rufen würde – der Koffer des jungen Balingers wäre sofort gepackt. Bis dahin aber fühlt er sich in seiner Heimatstadt pudelwohl. Fabian Hernando liebt sein Städtle. Dessen klassisches Aussehen. Den klassischen Grundriss und die nächtliche Beleuchtung. Und klar hat auch er einen Lieblingsplatz. Den Frommerner Weg. "Dort lerne ich Texte oder meditiere", sagt er. "Da kann ich auch mal laut sein. Und ich bin mitten in der Natur."

"Ich will den Menschen helfen, die eigenen Träume zu verwirklichen"

Dass er seine Auszeiten braucht, zeigt der Blick auf seinen Terminkalender. Vor kurzem erst war er für einen Werbespot gebucht, macht dort Werbung für rasante Spielzeugautos. Dann wieder ist er mehrere Tage in der Jugendherberge auf der Lochen im Einsatz. Als Schauspieltrainer und Coach für Kinder, die nicht gerade aus den besten Familien stammen. Trotzdem oder gerade hat er diesen Job, diese Herausforderung geliebt. "Ich will den Menschen, egal wie alt, dabei helfen, die eigenen Träume zu verwirklichen."

Hernando hat eine staatlich anerkannte Ausbildung zum Schauspieler und eine Ausbildung zum Coach in der Tasche. Und eine Mission im Kopf: "Niemand sollte sich einreden lassen, dass etwas nicht möglich ist." Der Sohn einer Kolumbianerin und eines Deutschen spricht aus Erfahrung. Nur wenige Freunde fanden seinen Drang, Schauspieler zu werden, cool. Die Familie war skeptisch. Die Lehrer an der Balinger Realschule haben ihn belächelt. Wurscht egal, buchstäblich. Er ist seinen Weg gegangen und steht derzeit mit seinem ehemaligen Lehrer in Verhandlungen über eine Theater-AG.

"Ich will so weit kommen, wie es geht. Und nehme dabei mit, was kommt", sagt der junge Mann und lässt den Blick schweifen über seinen liebsten Platz in Balingen. Er beobachtet die Passanten, seziert ihre Bewegungen, und man merkt, dass er hellwach und irgendwie immer bei der Arbeit ist. Wie stellt man Charaktere dar? Wie zeigt man die Seele der Menschen?

Der Nachwuchsschauspieler hofft noch auf den ganz großen Durchbruch

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ist für den Profi eine Herausforderung. Über die Agentur "Spiel-Schau!" in Mainz wurde er an Jugendgruppen und Schulen vermittelt. "Es ist sehr spannend zu sehen, wie die neue Generation tickt", sagt einer, der so sehr von den Kids von heute nicht entfernt ist. Seine Jungs und Mädels auf der Lochen jedenfalls musste er erst einmal mit viel Bewegung zur Ruhe bringen.

Andererseits: die Arbeit mit den Kids berührt ihn. "Die spielen einfach los, sind nicht verkopft, und überlegen nicht, wie sie wirken." Davor hat der diplomierte Mime Respekt. Ob er Ziele hat? Nein, sagt der Naturliebhaber, der in seiner raren Freizeit am liebsten Zeit mit Freunden und Studienkollegen aus Balingen und Stuttgart verbringt, denn: "Ziele limitieren einen."

Hernando schließt die Augen. Denkt nach. "Ich lebe lieber so, dass ich Türen öffne. Durch sie hindurchlaufe und dann die nächste öffne." Wenn dann irgendwann eine mit der ganz großen Rolle und dem ganz großen Durchbruch dabei ist – für ihn wunderbar. Bis dahin aber freut sich der Coach, dessen Kurse im aktuellen Herbstprogramm der Balinger Volkshochschule zu finden sind, über ein prickelndes Mineralwasser. Den plätschernden Brunnen vor der Stadtkirche.

Und über einen Kurzfilm, in dem er zu sehen ist. Der endgültige Titel steht noch nicht fest. Und selbst wenn Fabian Hernando im Streifen als Leiche endet – der Film wird ab 24. September rund um den Globus auf Festivals zu sehen sein und dem schwarzäugigen Balinger wohl eine neue Fangemeinde bescheren.

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