Nicht nur in Not geratene Jungvögel werden in der Wildtier-Auffangstation aufgepäppelt und wieder ausgewildert. Foto: Privat

Bald sind wieder Jungvögel unterwegs – und dann hat die Wildtierhilfe alle Hände voll zu tun. Der Verein unterhält in Schönbronn eine Auffangstation, die dank einer Spende nun noch besser ausgestattet ist.

Wildberg-Schönbronn - Ist ein Wildtier, egal ob Vogel oder Säugetier, verletzt, krank oder schwach, dann ist die Wildtierhilfe im Kreis Calw zur Stelle. Betrieben wird die Auffangstation in Schönbronn von Familie Großmann: Sandy Großmann ist Vorsitzende und vom Veterinäramt zertifiziert. Ihre Mutter Sabine Großmann hilft bei der Betreuung der Tiere, und Vater Toni Großmann engagiert sich vor allem im handwerklichen Bereich. Eine Handvoll Aktiver unterstützt die Familie. Insgesamt hat der Verein rund 70 Mitglieder. In dieser Form existiert die Wildtierhilfe seit 2016. Damals übernahmen Großmanns die Igelstation in Schmieh, deren Betreiberin die Arbeit nicht mehr fortführen konnte, und weiteten das Hilfsangebot aus.

Wildtierhilfen wie diese sind selten, weiß Sandy Großmann, insbesondere jene, die rund um die Uhr erreichbar sind. Die Anfragen kommen nicht nur aus dem Kreis Calw und der Umgebung, selbst vom Bodensee haben sich schon Menschen gemeldet. Großmanns nehmen Tiere auf, die sie selbst oder andere finden und die Hilfe brauchen.

Auch die Polizei kontaktiert die Wildtierhilfe bei Bedarf. Bei jagbarem Wild wird zudem Kontakt zum zuständigen Jäger aufgenommen. In der Station werden die Tiere erstversorgt. Säugetiere werden dann an die zuständigen Fachstellen für die weitere Versorgung gegeben, erzählt die Vorsitzende. Vögel bleiben in der Station, bis sie fit genug für die Wiederauswilderung am Fundort sind.

Dafür braucht die Wildtierhilfe eine entsprechende Ausstattung in ihrer Station. Im Außenbereich finden sich große Volieren für die Vögel, im Innenbereich Quarantäneboxen für schwerverletzte Tiere, Inkubatoren (Aufzuchtboxen), ein Untersuchungstisch, eine Lupenlampe und – seit Neuestem – auch eine Untersuchungslampe. Ausstattung, die wichtig ist, wenn der Tierarzt vorbei kommt und sich die Fundtiere anschaut. Mit der Untersuchungslampe können beispielsweise Wunden genau angeschaut werden. Solche Anschaffungen sind eine große Aufgabe für den Verein, der sich ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden finanziert.

Da trifft es sich gut, dass die Wildtierhilfe nun zum zweiten Mal beim Spendenadvent der Volksbank Herrenberg-Nagold-Rottenburg-Stiftung zum Zug kam. Im Jahr 2019 konnte sich der Verein dank der Spende benötigte Innenausstattung für Volieren leisten. Mit den 1000 Euro aus dem Jahr 2020 hat die Wildtierhilfe nun eine neue Untersuchungslampe angeschafft. Sandy Großmann ist unglaublich dankbar für das Geld: "Die Lampe ist enorm wichtig für unsere professionelle Arbeit mit den Wildtier-Patienten." Sie war nun vorerst die letzte große Anschaffung, die anstand. Lediglich die Innenausstattung der Volieren soll noch komplettiert werden.

Damit ist die Wildtierhilfe bereit für die tierischen Patienten, die bald wieder in größerer Zahl eintreffen dürften. Im Jahr 2020 hat der Verein mehr als 200 Vögel und gut 150 Säugetiere versorgt. In der nahenden Jungvögel-Saison befinden sich im Schnitt etwa 20 bis 30 Jungvögel, die alle zwei Stunden gefüttert werden müssen, in der Obhut der Familie. Es gibt also einiges zu tun.

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