Eine neue Saison steht dem Nordischen Kombinierer Manuel Faißt aus Baiersbronn bevor. Los geht es in Finnland diesen Freitag. Gedanken macht er sich allerdings um die Zukunft seines Sports.
Anfang des Jahres hatte Manuel Faißt für Schlagzeilen gesorgt. Als Ersatzmann reiste der 29-Jährige nach Peking zu den Olympischen Spielen. Dort verpasste er knapp Bronze und holte mit dem deutschen Team die Silbermedaille. Nun steht für den Kombinierer eine neue Weltcup-Saison an. Start ist in Ruka (Finnland).
Vorfreude auf Weltcups in Deutschland
Der 29-Jährige, für den die Vorbereitung gut und ohne Verletzungen verlief, freut sich auf den Start. Die Rukatunturi-Schanze, die zu Faißts Lieblingsschanzen gehört, brachte ihm immer wieder sehr gute Weiten ein. Weitere Höhepunkte der Saison sind für den Baiersbronner die Weltcups in Deutschland im kommenden Jahr. Gleich dreimal kann Faißt in Deutschland die Ski schultern. Im Januar in Klingenthal sowie im Februar in Oberstdorf und Schonach. "Es ist toll, wenn hier Familie und Freunde mit dabei sein können", hofft der 29-Jährige auf die Unterstützung.
Ziel ist die WM
Das Ziel für diese Saison ist natürlich klar. Faißt will eine konstant gute Leistung abrufen – "im Idealfall so wie letztes Jahr". Diese hatte ihm schließlich die Qualifikation für Olympia gesichert. Im Februar will der Baiersbronner dann bei der Weltmeisterschaft in Planica (Slowenien) dabei sein.
Insgesamt sieht Faißt das deutsche Team für die Saison gut in Form. Sowohl vom Training als auch von der Leistung her seien alle auf der Höhe. "Das ist aber immer schwer zu sagen, wenn man so lange keine internationalen Wettbewerbe hatte."
"Kein Einfluss"
Schade findet Faißt allerdings, dass derzeit seine Sportart für wenig positive Schlagzeilen sorgte. Denn die Nordische Kombination, die bereits seit den ersten Winterspielen 1924 mit dabei ist, könnte bereits ab 2030 ihren Olympia-Status verlieren. Schon für die kommenden Winterspiele gibt es Einschnitte durch das Olympische Komitee. Gar nicht erst teilnehmen werden die Kombiniererinnen. "Das ist schade für die Frauen und für die Sportart. Allerdings ist es eine sportpolitische Entscheidung, auf die wir keinen Einfluss haben", sagt Faißt.
Wenig Änderungen erwartet
An sich werde sich bei den Weltcups nichts ändern, so der Athlet. Er schätzt eher, dass versucht wird, durch mehr Liveübertragungen, größeres Interesse zu wecken, um die internationale Aufmerksamkeit zu steigern. "Deutschland ist ja da eher nicht das Problem. Es fehlen die kleineren Nationen", sagt der Baiersbronner in Bezug darauf, dass nur wenige Länder den Großteil der besten Kombinierer hervorbringen – so wie Norwegen, Österreich und Deutschland.
Werde sich die derzeitige Fußball Weltmeisterschaft dabei negativ auf die Zuschauerzahlen der Kombinierer auswirken? "Nein das denke ich nicht, da wir ja meistens zu anderen Zeiten live sein werden", sagt Faißt, der selbst ab und zu mal bei der WM reinschauen will, wenn es ihm zeitlich passt.