Die Glasmännlehütte wird nach dem Konzept der Brüder Nafz abgerissen und – räumlich versetzt sowie möglicherweise zweigeschossig – als Stöckerkopfhütte wieder aufgebaut. Foto: Michel

Der Stöckerkopf in Baiersbronn soll mit den neuen Investoren und ihrem Projekt aus Hotel, Bergbahn und Hütte zum touristischen Anziehungspunkt werden.

Baiersbronn - Die Unterschriften unter die gemeinsame Absichtserklärung von Bürgermeister Michael Ruf und den Investoren Lukas und Sebastian Nafz von der Nafz Enterprises GmbH aus Horb-Talheim (wir berichteten) waren schnell erledigt. Nun folgt die Planung und Umsetzung für das Hotelkonzept auf dem Baiersbronner Hausberg.

Wie bereits im gemeinsamen Pressegespräch mit Vertretern der Gemeinde und den neuen Investoren bekanntgegeben, geht es dabei auch um den Bau einer neuen Pendelbahn, die mit einer Fahrt rund 40 Gäste auf den Gipfel des Stöckerkopfs befördern kann. "Wir wollten erst keine Bergbahn betreiben, das ist schon etwas ganz Spezielles. Aber wir haben schnell erkannt, dass es auf dem Stöckerkopf nur funktionieren wird, wenn man es als Gesamtprojekt sieht", sagte Sebastian Nafz. Bergbahn, Hütte und die insgesamt 21 geplanten Chalets könnten nur gemeinsam funktionieren. Ziel sei es, die einzelnen Komponenten zusammenzuführen und sich in Form und Optik am typischen Nordschwarzwälder Baustil zu orientieren.

Konzepte für Energie und Wasser gefragt

Die beiden Brüder, die aus dem Holzbau kommen, möchten Material aus der Region verwenden und den Bauablauf so einfach wie möglich gestalten. "Wir brauchen auch Energie-, Wasser- und Abwasserkonzepte dort oben, wir machen uns gerade viele Gedanken, wie das so ökologisch wie möglich ablaufen könnte", so Nafz. Wichtig sei beiden, nichts gegen die Region, sondern mit allen Bürgern und Beteiligten zu entwickeln – es solle eine "Win-Win-Situation" geben.

Die Projekte befinden sich gerade in der Planungsphase. Daher wollten die neuen Investoren noch nicht ganz so viel sagen oder gar zeigen, einige Details nannten sie dennoch. "Wir planen eine neue Berghütte oben auf dem Stöckerkopf. Dort, wo jetzt die alte Glasmännlehütte steht, soll das zentrale Gebäude entstehen. Modern soll sie sein, und auch der Blockhausgedanke könnte wieder aufgenommen werden, vielleicht wird das Gebäude zweigeschossig", so Sebastian Nafz.

Vorgaben im Bebauungsplan

Bürgermeister Michael Ruf rief ins Gedächtnis, dass es für den Stöckerkopf seit 2010 einen gültigen Bebauungsplan gibt. Insgesamt gebe es einige Vorgaben für die Bebauung des Stöckerkopfs mit den geplanten Chalets, die natürlich beachtet werden müssten. Pro Chalet könnten zwei bis drei Personen übernachten. Ruf erklärte, dass die Gemeinde und die Gebrüder Nafz bis zum Eröffnungsziel der Gartenschau im Jahr 2025 das Projekt gemeinsam vorantreiben wollen, danach werden die Anlagen von der Firma Nafz betrieben. "Wir übernehmen auch die Genehmigungsplanung für die Bergbahn", so Ruf.

"Wir freuen uns sehr, einen Projektpartner gefunden zu haben, der aus der Region kommt und dem Werkstoff Holz sehr verbunden ist", sagte der Bürgermeister. Ruf sprach von einem "Meilenstein auf dem Weg zu einem touristischen Highlight". Gemeinsam mit allen Teilorten wolle man für alle Baiersbronner etwas Gutes schaffen. Sein Dank ging an Tourismusdirektor Patrick Schreib, ohne dessen Engagement man nun nicht an diesem Punkt angelangt sei – Schreib sei "der Vater des Projekts", so Ruf. Schreib selbst zeigte sich zuversichtlich, dass der Stöckerkopf eine Destination werde. Wichtig sei aber die Gesamtentwicklung der Region, betonte er.

Ziel: Spatenstich in einem Jahr

Landtagsabgeordnete Katrin Schindele (CDU) sprach von einem "Leuchtturmprojekt" und sicherte Unterstützung zu: "Das ist eine superspannende Sache, und ich werde dort helfen, wo es möglich ist." Schindele wurde erst vor kurzem als Vorsitzende des Landesfachausschusses für Tourismus gewählt. Sie sei sich sicher, dass so ein Bauvorhaben über die gesamte Region hinaus strahle.

Auf die Frage, wie zuversichtlich die Gebrüder Nafz seien, den sportlichen Zeitplan bis zur Eröffnung im Jahr 2025 einhalten zu können, sagte Sebastian Nafz, dass dies natürlich von einigen Faktoren abhänge. "Wir haben durch unsere Firma viele Partner hier in der Region. Daher hoffen wir, dass wir das auch hinbekommen." Wichtig sei, dass der Spatenstich im Mai oder Juni im kommenden Jahr erfolge, der Bau werde dann schnell voranschreiten.

Rodelhang möglich

Nafz berichtete weiter, dass er sich auch Gedanken über einen Wintersportbetrieb gemacht habe. Allerdings sei dann eine andere Sesselbahn notwendig, und die schneearmen Winter der vergangenen Jahre hätten gezeigt, dass hier nicht das Potenzial liege. "Einen Skibetrieb wird es nicht geben, aber wir überlegen, einen Teil des Hangs als Rodelbahn auszubilden", ergänzte Bürgermeister Ruf.

Das Hotel "Das Stöcker", die Bergbahn mit ihren neuen Stationen und die neue Stöckerkopfhütte werden bereits von einem Team der Firma Nafz Enterprises geplant und begleitet. Nun geht es darum, alle Genehmigungen einzuholen und auch in der geplanten Bürgerinformation das Projekt noch detaillierter vorzustellen. Noch vor der Sommerpause, verspricht Bürgermeister Michael Ruf, würden weitere Projektdetails in einer öffentlichen Versammlung bekanntgegeben.