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Baiersbronn Wolf und Luchs streifen durch sein Revier

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Im Tonbachtal im Revier Ailwald liegt ein riesiger eiszeitlicher Findling: der Pudelstein. Vor dem beliebten Ausflugsziel haben sich mit Revierleiter Volker Weiss (Dritter von links) und seinem Wälderdackel Atze die Forstmitarbeiter Thomas Mader, Ralf Fink, Ulrich Stockinger, Jens Gaiser und Thomas Gaiser aufgestellt. Foto: Sannert Foto: Schwarzwälder Bote

Revierleiter Volker Weiss hat in seiner beruflichen Laufbahn den kompletten Nationalpark umrundet. In seinem Revier Ailwald in Baiersbronn liegt auch ein Pufferstreifen. Dort kennt er, wie er sagt, "Stock und Stein".

Baiersbronn. Zum "Revier drei" der Forst BW im Forstbezirk Mittlerer Schwarzwald gehören die Elme in Mitteltal und Obertal, das Gebiet um den Pudelstein bei Tonbach, der Distrikt Ailwald in Klosterreichenbach, der Dobelwald in Röt-Schönegründ, der Murgwald in Huzenbach, Schönmünzach und Schöne­gründ sowie der Wald zwischen Schwarzenberg und Schönegründ.

Etwa ein Drittel der knapp 1800 Hektar großen Staatswaldfläche ist ein Pufferstreifen zum Nationalpark. In ihm wird besonders darauf geachtet, dass sich der Borkenkäfer nicht ausbreitet. Volker Weiss war bei der Entwicklung des Nationalpark-Borkenkäfermanagements von Anfang an dabei, hat mit an einem Konzept gearbeitet, das der Frage nachging: "Wie kann man den Wald vor dem Borkenkäfer schützen?"

App hilft bei der Waldarbeit

Fünf Mitarbeiter halten im Revier Ailwald, aber auch darüber hinaus, von Anfang Mai bis Ende September Ausschau nach Käferbäumen. "Das ist im Sommer unsere Hauptaufgabe", so der Revierleiter, der sie als "sehr arbeitsintensiv und zeitaufwendig" bezeichnet. Oftmals seien Einzelbäume befallen, manchmal auch kleinere Gruppen, erklärt Weiss, der sich freut, dass sowohl das Borkenkäfermonitoring als auch die Aufarbeitung des Käferholzes in seinem Revier gut funktionieren.

Ein Grund dafür sei, dass alle Mitarbeiter mit einem Smartphone ausgestattet sind. Über eine App können sie die Daten befallener Bäume vor Ort erfassen, samt Zustand und geschätzten Festmetern. Kollegen oder Unternehmer, die die Bäume dann fällen sollen, können dank dieser Daten selbstständig an die Arbeit gehen.

3000 Festmeter Käferholz sind in diesem Jahr angefallen. Im vergangenen Jahr waren es 5500 Festmeter. Auf diese Summe könnte das Revier Ailwald auch noch kommen, denn, so der Revierleiter: "Wir sind noch nicht fertig."

Eberesche bringt Farbe ins Grün

Geplant sei ein jährlicher Holzeinschlag von insgesamt 12 000 Festmetern. Auch die Pflege der Wiesen im Wald, die Unterhaltung der Waldwege sowie die Jagd sind im Revier Ailwald wichtige Aufgaben. Unterstützt wird Volker Weiss dabei vom forstlichen Nachwuchs. Die Trainees arbeiteten selbstständig, könnten sich bei Fragen jederzeit auf seinen Rat verlassen, so Weiss, der ab und zu auch Praktikanten in ihrem Praxissemester unter seinen Fittichen hat.

2012 hatte ein Gewittersturm das Revier schwer getroffen, erinnert er sich. Auf einigen Sturmholzflächen wurden zum vorhandenen Bestand an Fichte, Tanne, Buche und Kiefer noch Vogelkirsche, europäische Lärche, Douglasie, Traubeneiche und Edelkastanie gepflanzt. An vielen Waldinnenrändern wächst die Eberesche und bringt etwas Farbe ins Grün. Das Revier von Volker Weiss ist nämlich auch ein beliebter Erholungswald mit vielen offenen Wiesenflächen, auf denen Wildblumen wachsen, die Insekten wie Vögel anlocken. Wegen der vielen Wanderer und Radfahrer wird auf die Pflege der Wege geachtet und beim Holzeinschlag Rücksicht genommen.

Auch Mountainbiker auf Wegen unterwegs

Im Ailwald hatte die Gemeinde Baiersbronn ihr Pilotprojekt gestartet und das Mountainbike fahren auf Wegen mit einer Breite unter zwei Metern zugelassen. Das Revier ist wegen seiner Pflanzenvielfalt aber nicht nur bei Menschen, Insekten und Vögeln beliebt. Rehwild, Rotwild und Schwarzwild halten sich hier ebenso gerne auf wie Hase, Uhu, Marder, Kreuzotter oder Dachs.

"Wir haben keine Berührungsängste", sagt der Revierleiter, der schon Wildtierbeauftragter war und Fährten eines Wolfs im Schnee und auf nassen Waldwegen entdeckt hat. Einen Luchs gibt es hier auch. Er trägt einen Sender und wird von der Forstlichen Versuchsanstalt überwacht.

Der Forstbezirk Mittlerer Schwarzwald ist in zehn Forstreviere mit einer Größe von durchschnittlich 1700 Hektar Staatswald aufgeteilt. Betreut werden sie von den Revierleitern Thomas Bauer, Volker Weiss, Susanne Gaiser, Lutz Weinbrecht, Ralf Kober, Ulrike Becker, Ina Waidelich, Karl-Friedrich Theurer und Sebastian Witter.

Ein Revierleiterposten ist derzeit nicht besetzt. Jedes der Reviere hat eine andere Waldstruktur.

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