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Baiersbronn Wogen schlagen immer noch ziemlich hoch

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Zum Wandern gehört das Vespern danach. Im Baiersbronner Wanderhimmel soll eine weitere Hütte dazukommen. Foto: Ulrike Klumpp Foto: Schwarzwälder Bote

Jetzt sind die Gremien am Zug: In Sachen Wanderhütte Huzenbach sollen Anfang nächster Woche Entscheidungen gefällt werden. Derweil haben sich die Wogen noch nicht geglättet.

Baierbronn. Mit dem Thema Wanderhütte Huzenbach befasst sich am Montag der Ortschaftrat Huzenbach, am Dienstag der Gemeinderat.

IG legt nochmal nach

Derweil legt die Initiativgruppe "Keine Wanderhütte am Silberberg" nochmal nach. Auf der Homepage www.stoppt-die-wanderhuette-am-silberberg.de führt sie jetzt zu zwei weiteren Seiten – eine, die sich mit dem Thema Gemeinwohl auseinandersetzt, eine andere mit "offenen Briefen". Laut einer Pressemitteilung der Gruppe sind im Januar alle im Gemeinderat vertretenen fünf Fraktionen angeschrieben worden. Die FDP/UBL-Fraktion habe sich vor Ort ein Bild des Standorts Silberberg verschafft und mit den Anliegern gesprochen. Zum Stand der Dinge erklärt die IG: "In der Angelegenheit ›Wanderhütte‹ am Silberberg gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine Überlegungen mehr bezüglich durchaus vorhandener alternativer Standorte."

Für die Sitzung des Gemeinderats hat die Gemeindeverwaltung im Nachgang zu den beiden Treffen einer Projektgruppe, an der Anlieger, Ortschaftsräte, Vertreter der Gemeinderatsfraktionen, Naturschutz, Forst, Investor und Planer sowie Vertreter der Verwaltung beteiligt waren, ein umfangreiches Paket an Unterlagen zusammengestellt. Darin werden auch die verschiedenen Standorte beleuchtet, die nach einer Reihe von Kriterien bewertet wurden – von der touristischen Anbindung über den Naturschutz bis zur Erschließung.

Silberberg bleibt Favorit

"Aus Sicht der Verwaltung stellt sich nach dem erfolgten Diskussions- und Prüfungsprozess weiterhin der bisherige Standort Silberberg als realisierbar dar", heißt es in den Unterlagen zur Sitzung. In den Abwägungsprozess müssten natürlich die Kritik und die Befürchtungen der Anwohner einfließen. Ebenso die Tatsache, dass der Betrieb einer Wanderhütte an die rechtlichen Vorschriften, was Emissionen und Immissionen anbelangt, gebunden ist. Das sei auch Prüfungsbestandteil im Baugenehmigungsverfahren.

Die Verwaltung schlägt dem Gemeinderat laut den Unterlagen vor, den "Standort 4 Silberberg" zu befürworten und sie zu beauftragen, mit den weiteren Schritten wie Grunderwerb, Waldumwandlung sowie Verkehrslenkung fortzufahren.

Katalog an Maßnahmen

Fällt der Beschluss wie vorgeschlagen, geht dann die Arbeit für die Gemeindeverwaltung erst richtig los? "Ja", bestätigt Tourismusdirektor Patrick Schreib im Gespräch mit unserer Zeitung und fügt hinzu: "Es gibt noch keine Baugenehmigung, keinen Bauantrag, und es ist auch noch kein Waldtausch erfolgt." So gibt es einen Maßnahmekatalog Wanderhütte, der sich mit drei Handlungsfeldern befasst, in denen es um konkrete Regelungen, Auflagen und Forderungen geht, die die Verwaltung im möglichen weiteren Verfahren fordern und festsetzen will – ­ von schalltechnischen Maßnahmen bis zum Parkleitsystem. Dies, so Schreib, sei keine To-do-Liste für das Gesamtprojekt, sondern zeige auf, wie im Rahmen eines Verfahrens auf die Anliegen der verschiedenen Seiten eingegangen werden kann.

"Das ist Demokratie"

Einer, der als ansonsten Unbeteiligter einen Blick hinter die Kulissen werfen konnte, ist Bastian Kaiser, Rektor der Hochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg. Er hat die beiden Treffen der Projektgruppe moderiert und unserer Zeitung einige Fragen per E-Mail beantwortet – weil er im Ausland war. Ob er das Gefühl hatte, dass das Thema die Ortschaft gespalten hat? Das könne er nicht beurteilen, so Kaiser. Doch es sei manchmal ja sogar so, dass ein solches Thema Gruppen oder Personen, die sich früher wenig zu sagen oder keinen Kontakt hatten, eher zusammenbringt als spaltet.

"In jedem Falle bin ich der Meinung, dass eine Gemeinde solche Konflikte aushalten muss und kann, so lange sie in gegenseitigem Respekt ausgetragen und dann von den demokratisch legitimierten Gremien entschieden werden. Das ist Demokratie", schreibt Kaiser.

Eine wichtige Leistung der AG sei es gewesen, dass sich beide Seiten – in einem geschützten Raum – gegenseitig zugehört hätten. Ob eine Lösung gefunden werden könne, mit der am Ende alle gut leben können, das werde seines Erachtens wesentlich von drei Komponenten abhängen. Diese Komponenten beschreibt Kaiser wie folgt:

  Was genau kann getan werden, um den Befürchtungen der Gegner wirksam zu begegnen – Verkehrsregelungen bezüglich der Zufahrt, Parkraum-Entwicklung und -Management, bauliche Maßnahmen zur Reduktion der eventuellen Lärmbelästigung, Betreiberkonzept et cetera. Dazu wurden einige Ideen vorgetragen und müssten nun geprüft und gegebenenfalls konkretisiert werden.

  Wie man gegebenenfalls "nachsteuernd" reagieren kann und reagieren wird, um im Betrieb weitere Verbesserungen zu realisieren, wenn sich dies als notwendig und möglich erweisen sollte.

  Ob es gelingen wird, die Mehrheits-Entscheidung der gewählten Mandatsträger zu akzeptieren, und dann zu einem gegenseitig respektvollen Umgang miteinander (zurück)findet. Dazu könnte/müsste man darauf achten, nicht verschiedene Dinge und unterschiedliche Meinungen in die Fragen zum möglichen Hüttenvorhaben einzuweben, sondern die Dinge klar auseinanderzuhalten.

Und was könnte Kaisers Meinung nach dazu beitragen, die Wogen zu glätten? Dafür sei es wichtig, dass alle Beteiligten nach der Entscheidung miteinander ins Gespräch kommen und in einer – im Falle der Entscheidung für den Bau der Wanderhütte – möglichst transparenten Konkretisierung auch weiterhin einander zuhören und sich gegenseitig informieren. Alle Beteiligten müssten sich ihrer jeweiligen Verantwortung bewusst sein und dabei mögliche andere Konflikte und Meinungsunterschiede, so gut es eben geht, heraushalten.

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