Winfried Asprion (links) und Bernhard Schwenkel. Foto: Privat Foto: Schwarzwälder Bote

Landtagswahl: Winfried Asprion auf dem Biohof Schwenkel

Baiersbronn-Klosterreichenbach. Beim Biohof Schwenkel in Klosterreichenbach informierte sich Winfried Asprion, Landtagskandidat von Bündnis 90/Die Grünen, über die Lage der milchviehhaltenden und nachhaltig produzierenden Landwirte.

Bernhard Schwenkel und sein Sohn Martin schilderten laut einer Pressemitteilung Asprions eindrücklich den Aufwand in der Produktion und bemängelten vor allem, dass der derzeitige Milchpreis betriebswirtschaftlich nicht kostendeckend sei. Hinzu komme, dass viele Flächen durch anderweitige Nutzungen wie Bebauung landwirtschaftlich nicht mehr nutzbar seien und dadurch zur Futtermittelversorgung nicht mehr herangezogen werden könnten. Da die Kühe nahezu ausschließlich mit Heu versorgt und viel auf die Weiden getrieben würden, sei der Flächenmangel ein existenzielles Problem.

Die Familie Schwenkel betreibt laut der Pressemitteilung seit über 40 Jahren Biolandwirtschaft und sei damit sicherlich einer der ersten Höfe in der Region, der konsequent umgestellt habe.

Allerdings bemängelte Bernhard Schwenkel, dass der Aufwand, das Biosiegel zu erhalten, so aufwendig geworden sei, dass sie sich entschlossen hätten, auf dieses zu verzichten. Doch sie würden weiter in Bioqualität wirtschaften.

Weiterhin bemängelten Vater und Sohn laut der Mitteilung, dass sie den Deutschen Bauernverband zwischenzeitlich nicht mehr als ihre Interessenvertretung ansehen, unter anderem deshalb, da dieser aus ihrer Sicht nahezu ausschließlich die Interessen von Großagrarbetrieben vertrete.

Kaum ein Betrieb konnte laut der Mitteilung 2015 und 2016 seine Kosten von 30 bis 60 Cent pro Liter decken. Bis zu 1000 Euro Verlust pro Kuh könne das ausmachen. Doch die Agrarpolitik ändere sich nicht. Stattdessen werde weiterhin prognostiziert, dass längerfristig gute Zukunftsaussichten am Milchmarkt bestünden. Wünschenswert bleibe zudem die Direktvermarktung im regionalen Umfeld.

Winfried Asprion wies darauf hin, dass der von der Mehrheit im Kreistag abgelehnte Antrag der Grünen, den Landkreis zu einer Bio-Musterregion zu machen, genau diese Direktvermarktung im Blick gehabt habe. Die Ablehnung durch die Kreistagsmehrheit schmerze um so mehr, als das Land hier mit hoher finanzieller Unterstützung angetreten wäre.

Nur durch weitere Unternehmungen wie Photovoltaik oder Dienstleistungen im Auftrag anderer ist es der Familie Schwenkel möglich, eine Quersubventionierung vorzunehmen, die zum Erhalt der Milchwirtschaft beiträgt. Einig sei man sich darin gewesen, dass eigentlich der Grundpreis für Milch in einer Größenordnung liegen sollte, die zumindest schon einen kleinen Gewinn möglich macht, schreibt Asprion. Aus Sicht des BUND bräuchten die Bauern dringend eine Steuerung am Milchmarkt, die sich an den realen, regionalen Bedarfen und nicht an den Exportstrategien der Großmolkereien ausrichtet.

Was der Milchmarkt brauche, sei eine flexible Milchmengenregulierung, heißt es in der Mitteilung weiter. Schnellstmöglich müsse sich auf ein flexibles System zur Steuerung der Milchmenge geeinigt werden. Dieses sollte sich am realen Bedarf der EU und nicht an den Wachstums- und Exportfantasien der Ernährungsindustrie orientieren.

Gefragt sei eine regionale Landwirtschaft mit hoher Einhaltung von Tierwohl und Schutz der landwirtschaftlichen Nutzflächen. Die Familie Schwenkel mache es vor, dass dies auch im Landkreis möglich sei.